Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Segeberg Seit 20 Jahren wird schon geplant
Lokales Segeberg Seit 20 Jahren wird schon geplant
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:40 25.06.2019
Von Gerrit Sponholz
Die alte Travebrücke ist seit Jahren marode. Quelle: Gerrit Sponholz
Anzeige
Traventhal

1870: Die steinerne Brücke wurde als Nachfolger für eine Holzbrücke gebaut. Sie lag auf der alten Wegstrecke Hamburg-Segeberg. Außerdem belieferten Pferdefuhrwerke die Herrenmühle nebenan. Später kam Autoverkehr dazu, bis in die 1990er fuhren auch Panzer.

1990er Jahre: Der Kreis nimmt zwei Anläufe, die Brücke durch eine schlichte Betonbrücke zu ersetzen. Das scheitert. Aus Sicht des Kreises, weil das Land sich geweigert hatte, sich an den Kosten zu beteiligen. Das Land ist für den Travelauf zuständig. 

Anzeige

Travebrücke: Kreisverkehrsaufsicht macht Druck

2003: Erste Risse im Mauerwerk werden festgestellt. 

2009: Der Kreis verhängt wegen des schlechten Brückenzustands ein Durchfahrverbot für schwere Lkw. 

2011: Die Kreisverkehrsaufsicht macht Druck. Die Straße ist öffentlich gewidmet, müssen also auch alle Lkw nutzen können. Der Kreis will Planer beauftragen, einen Neubau zu entwerfen. Vermutlich 2013 könne gebaut werden. Eine Sanierung der alten Brücke wäre zu teuer. Sie würde abgerissen, auch weil die Trave ohne die Pfeiler der alten Brücke besser fließen würde, schreibt der Kreis 2017. Die EU-Wasserrahmenrichtlinie „fordert die Herstellung der Durchlässigkeit des Gewässers.“ 

2012: Erste Grobentwürfe eines Fachbüros liegen vor. Empfohlen wird eine Brücke nördlich der bisherigen, 1,3 bis 1,5 Millionen Euro teuer und 2015 oder 2016 fertig. Allerdings läge die Brücke in einem FFH-Schutzgebiet.

2013: Das Planfeststellungsverfahren soll im Mai 2014 starten, die neue Brücke von Juli 2015 bis Ende 2016 gebaut werden. Für 117.000 Euro lässt der Kreis die Brücke stabilisieren. Der Neubau soll jetzt 2,5 Millionen Euro kosten. Ende des Jahres soll ein Brückenentwurf vorliegen. Im Sommer heißt es: Die neue Brücke wird nicht vor 2017 fertig.

2019 sollte die Travebrücke eigentlich schon fertig sein

2014: 20.000 Euro gibt der Kreis aus, um eine Ampelanlage zu installieren. So kann der Verkehr wechselseitig über die Brücke geführt werden. Sie darf wegen der Schäden seit längerer Zeit nur einspurig befahren werden. Die Autofahrer hatte sich in die Haare bekommen, welche Seite denn jeweils Vorfahrt habe.

2015: Im Jahr 2016 soll das Planfeststellungsverfahren beginnen. Anfang 2017 soll mit dem Bau begonnen werden. 2019 soll die neue Brücke fertig sein. 

2016: Umweltstudien verzögern das Verfahren. Die Vorzugsvariante soll 2017 festgelegt werden, Ende 2017 das Planfeststellungsverfahren beginnen. Gebaut wird frühestens 2019, eher 2020, heißt es vom Kreis

2017/2018: Der Kreis berichtet über Zwischenstände. Die Kreispolitik soll Mitte 2018 über Trasse entscheiden können. 

2019: Die genaue Lage der neuen Brücke steht noch nicht fest, ebenso wenig die Baukosten. Mögliche Bauflächen sollen aber schon mal erworben werden. Umweltstudien laufen weiter. Bis zu einem Ende des Planfeststellungsverfahrens, also der Baugenehmigung, werden „noch mehrere Jahre vergehen“. 

Sylvana Lublow 24.06.2019
Jann Roolfs 24.06.2019
Nicole Scholmann 24.06.2019