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Segeberg Deutlich weniger Straftaten
Lokales Segeberg Deutlich weniger Straftaten
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06:00 06.04.2013
Von Petra Stöver
Quelle: dpa
Kreis Segeberg

Ein gefährliches Pflaster ist der Kreis Segeberg nicht. Das geht aus der Kriminalstatistik 2012 hervor, die die Polizei-Pressestelle gestern vorlegte. Im Kreisgebiet wurden 16386 Straftaten registriert, 7,7 Prozent weniger als 2011 und die geringste Zahl seit 2000. Was die Inspektion besonders freut: Der Rückgang fällt fast doppelt so stark aus wie landesweit (3,5 Prozent).

 Die Taten verteilten sich auf 45 Prozent Diebstähle, 16 Prozent Vermögensdelikte, 13 Prozent Sachbeschädigungen und 13 Prozent Rohheitsdelikte. Sie und verursachten einen fianziellen Schaden von 20,9 Millionen Euro, 3 Millionen Euro mehr als 2011.

 Fast die Hälfte (7441) aller Delikte ging auf das Konto von Dieben, ein Rückgang um 6 Prozent. Während in Läden und aus Pkw weniger geklaut wurde, haben Einbrüche am hellichten Tag in Wohnungen zugenommen. Diese Zahl stieg von 644 auf 832 Fälle. Das Risko, dabei von der Polizei erwischt zu werden, war gering. Nur jeder fünfte Diebstahl wurde aufgeklärt.

 Von allen Straftaten konnte die Polizei nicht mal jede zweite aufklären. Die Quote lag mit 45,5 Prozent unter der des Vorjahres. Im Rahmen der 7450 aufgeklärten Fälle wurden 6258 Täter ermittelt. Meistens waren es Männer, älter als 21 Jahre. Junge Ausländer sind unter den Tatverdächtigen weiterhin überrepräsentiert.

 Zugenommen haben die Straftaten gegen das Leben, also unter anderem Mord, Totschlag und fahrlässige Tötung. 15 Fälle registrierten die Statistiker. Dagegen bearbeiteten die Beamten 5 Prozent weniger Rohheitsdelikte, wozu Raub, räuberische Erpressung, Bedrohung und Körperverletzung zählen. Insgesamt wurden 2209 dieser Taten begangen. Die Polizei kann den „subjektiven Eindruck einer immer gewalttätigeren Gesellschaft“ durch ihre Angaben nicht belegen. So sank auch die Zahl der Opfer um 5 Prozent, von 3022 auf 2879.

 Sorgen bereiten den Beamten die Angriffe gegen Kollegen. 73 Fälle (2011: 66) von Widerstand gegen Polizeivollzugsbeamte gab es im Kreis Segeberg.

 Um die Sicherheitslage zu verdeutlichen, zieht die Polizei in ihren Satistiken die so genannte „Häufigkeitszahl“ heran. Der statistische Wert macht die Kriminalitätsbelastung bundesweit vergleichbar, durch die Anzahl der hochgerechneten Straftaten auf 100000 Einwohner. Mit 7500 Straftaten auf 100000 Einwohner befinde sich Schleswig-Holstein „auf dem Weg ins Mittelfeld der Länder“, hatte Innenminister Andreas Breitner von einem Monat gesagt. Mit 6300 liegt der Kreis Segeberg deutlich darunter und auch unter den Werten der Vorjahre. „Es lohnt sich also auch aus diesem Grunde, im Kreis Segeberg zu leben, zu arbeiten oder ein Gewerbe zu betreiben“, heißt es geradezu blumig in der Kriminalstatistik.

 Allerdings ist das kriminelle Geschehen regional sehr unterschiedlich verteilt. Spitzenreiter bleibt wie seit Jahren Bad Segeberg. In der Kreisstadt ist die Gefahr, Opfer einer Straftat zu werden, doppelt so hoch wie im übrigen Kreisgebiet. Mit einer Häufigkeitszahl von 12353 liegt Bad Segeberg weit vor Bad Bramstedt (7575), Kaltenkirchen (8953), Norderstedt (6952) und Henstedt-Ulzburg 6074), hängt sogar die Großstädte Kiel (10756) und Lübeck (12109) ab. Die Erklärung der Polzei: Bad Segeberg sei attraktiv und schnell zu erreichen, eben auch für Kriminelle.