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Segeberg Die Moorbahn fährt wieder
Lokales Segeberg Die Moorbahn fährt wieder
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05:55 24.06.2013
Von Uwe Straehler-Pohl
Anastasia Schlegel, Tochter Isabella (5), Eduard Gecht und Söhnchen David (9 Monate) genossen die Fahrt mit der wiederbelebten Moorbahn.
Bad Bramstedt

Nun sollen wieder alle zwei bis drei Wochen Touren angeboten werden. Die neue Fahrsaison startete am Wochenende. Der Verein hofft auf viele Gäste - und auch auf Sponsoren, um dieses Kleinod deutscher Eisenbahngeschichte finanzieren zu können.

 Seit 13 Jahren saniert der Fördervein die über 80 Jahre alte Moorbahn. Sie ist in dem Moor beheimatet, das dem Klinikum in der Vergangenheit dazu diente, das heilende Naturprodukt für Anwendungen zu liefern. Für die Eisenbahnfreunde ist die Umsetzung ihrer Pläne schwierig. Denn das Projekt verschlingt viel Geld, zum Beispiel für den Kauf diverser Materialien.

 So mussten nicht nur Schienen und Schwellen beschafft werden, sondern auch Sand, um den Bohlen genügend Halt im Untergrund zu geben. Ganz zu schweigen vom Treibstoff, den Waggons und der Lok. Von fünf Loks, die der Verein im Schuppen stehen hat, ist nur eine betriebsbereit. Ersatzteile sind auf dem Markt kaum zu bekommen. Eine neue, modernere Feldbahnlok kostet etwa 160000 Euro - und bleibt wohl nur ein Traum.

 „Wir brauchen außerdem noch mehr Mitglieder, und zwar solche, die anpacken können“, sagt Vereinschef Andreas Knopf. Zum Beispiel jene, die mit Schaufel und Hacke den Boden für das Schienenbett vorbereiten können. Gut 50 Zentimeter Aushub sind für die Bohlen notwendig - wenn der Boden darunter nicht morastig ist. Denn dann muss noch mehr gebuddelt werden, um sogenannte Moorbrücken, bestehend aus zusätzlichen, parallel verlaufenden Schienen, verlegen zu können. Sie bewirken, dass der Bodendruck der Lok von rund zwei Tonnen besser verteilt wird. Eine schweißtreibende Arbeit.

 „Wir haben jetzt rund zwei Kilometer Schienen verlegt, in dreizehn Jahren“, sagt Knopf. Als nächstes soll ein Bahnhof in der Nähe der Mooraufbereitungsanlage in Angriff genommen werden, so dass der Veranstaltungsort noch dichter an der Straße liegt. Das sei schon deshalb wichtig, um die Besucher möglichst frühzeitig im Blick zu haben. Denn neben der Romantik, die dieses Gelände bietet, birgt es auch Gefahren für den, der vom Weg abkommt - versinken im Moor ist lebensgefährlich. Aus diesem Grund ist das Betreten des Geländes außerhalb der Öffnungszeiten streng verboten. Erst kürzlich musste Knopf einen Mann retten, der die heilende Wirkung des Moores auf eigene Faust anwenden wollte. „Noch drei Meter weiter und er wäre versunken“, ist er sich sicher.

 Wer an einer Fahrt mit der Moorbahn teilnimmt, hat jedoch die Chance unterwegs auszusteigen und die besondere Landschaft unter Führung zu erkunden. Das Moor ist Lebensraum für viele Tiere, wie Frösche und Libellen. Zum Saisonstart kamen zwar noch nicht so viele Fahrgäste. Doch die wenigen zeigten sich begeistert von der Tour. „Wir sind durch Zufall auf diese einmalige Attraktion gestoßen“, erzählen Marion und Peter Worms aus Neubrandenburg, die in Bad Bramstedt zu Besuch waren. Fahrkarten müssen für die Moorbahn nicht gekauft werden - die Fahrten sind kostenlos. Doch über Spenden, die vor Ort in eine Laterne geworfen werden können, freut sich der Verein. Andreas Knopf hofft auf Sponsoren, die zum Beispiel den Sand liefern oder anderweitig behilflich sein können. „Man kann auch eine Patenschaft für einen Waggon übernehmen“, schlägt Knopf vor.

 Wer Interesse an der Mitarbeit im Verein hat oder Näheres über die geplanten Aktivitäten erfahren möchte, kann sich mit Andreas Knopf (0171/5351572) in Verbindung setzen oder sich unter http://www.kurbahn-bad-bramstedt.de informieren.

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