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Segeberg Die liebe Mühe mit dem Laub
Lokales Segeberg Die liebe Mühe mit dem Laub
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05:55 29.10.2013
Von Bernhard M. Domberg
Michael Lähn vom städtischen Bauhof saugt das Laub mit einem Riesenlaubsauger in ein Entsorgungsfahrzeug.
Bad Bramstedt

Die Rechtslage ist zwar eindeutig, doch wie meistens gibt es Ausnahmen, in einigen Straßen sogar eine „historisch gewachsene Regelung“, wie Bauamtsleiter Udo Reinbacher der SZ erklärte.

 Generell gilt in Bad Bramstedt die Straßenreinigungssatzung - und die besagt, dass jeder vor der eigenen Haustür zu kehren hat. Das gilt auch für das Laub. Da das jedoch häufig von stadteigenen Bäumen herabfällt, gibt es in Straßenzügen mit Alleebäumen ein Entgegenkommen des Bauamtes. Beispiel Unter der Lieth: Hier kehren die Anwohner das Laub zu Haufen zusammen. Die Bauhofmitarbeiter kommen dann mit ihrem großen Rüssel und saugen alles auf einen Anhänger. Dass mancher sein Laub auch aus dem eigenen Garten auf den Haufen wirft, wird toleriert.

 Seit Mitte Oktober ist der Bauhof im Laubeinsatz. „Wir setzen je nach Anfall zwei bis acht Mitarbeiter ein“, sagte der stellvertretende Betriebsleiter Torsten Sommerfeld. Je Fuhre können bis zu sechs Kubikmeter mitgenommen werden. „Bis zum Abschluss der Laubsaison Ende Dezember kommen vom gesamten Stadtgebiet locker 750 bis 800 Kubikmeter zusammen“, rechnet Sommerfeld vor. Die bunte Biomasse wird auf dem Strauchgutplatz am Fuhlendorfer Weg gesammelt, zerkleinert und aufbereitet. Dazu wird das zerkleinerte Laub mit gehäckseltem Strauchgut und Ästen sowie Erde vermischt. „Am Ende haben wir feine Komposterde, die wir in den städtischen Anlagen wieder einsetzen können“, erläuterte der stellvertretende Bauhofleiter.

 In anderen Straßen gilt das Entgegenkommen der Stadt nicht. Beispiel August-Kühl-Straße: Hier war es in den letzten Jahren ebenfalls zur Gewohnheit geworden, dass die Anwohner das Laub auf einen großen Haufen an dem Fußweg zwischen August-Kühl-Straße und Fuhlendorfer Weg warfen. Doch dem Bauhof wurde es irgendwann zu bunt. Nicht nur Laub, sondern auch abgeschnittenes Buschwerk wurde dort abgeladen. Mittlerweile steht dort ein Schild: „Gartenabfälle entsorgen verboten.“ Beachtet wird es aber offenbar nicht von allen.

 Bauamtsleiter Reinbacher sagt: „Laub aus Privatgärten muss auch privat entsorgt werden.“ Dabei sei es unerheblich, ob es von stadteigenen oder privaten Bäumen herabgefallen ist. „Das lässt sich ja nicht unterscheiden“, so der Behördenchef. Das Laub könne auf dem städtischen Sammelplatz hinter der Kleingartenkolonie abgegeben werden. Allerdings erhebt die Stadt dafür eine Gebühr von 6 Euro pro Kubikmeter. Der Platz ist zudem nur an einigen Sonnabenden geöffnet, in diesem Jahr noch am 9. und 23. November jeweils von 8 bis 12 Uhr. Weitere gebührenpflichtige Entsorgungsstellen sind der Recyclinghof des Wegezweckverbandes in Schmalfeld und der Entsorgungsbetrieb Ernst Krebs GmbH in Großenaspe.