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15:45 26.04.2019
Von Sylvana Lublow
"Willkommen“ auf Arabisch und Deutsch: Nashwan Abdulwadod arbeitet als Dolmetscher bei der Stadt Kaltenkirchen. Quelle: Sylvana Lublow
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Kaltenkirchen

Nashwan Abdulwadod ist ein Paradebeispiel für gelungene Integration. Der Neu-Kaltenkirchener arbeitet seit September 2016 als Dolmetscher für die Stadt und unterstützt damit tatkräftig die Mitarbeiter der Flüchtlingsbetreuung – allerdings nur als geringfügig Beschäftigter, also auf 450-Euro-Basis.

 „Uns liegt sehr daran, dass Herr Abdulwadod permanent und verbindlich bei uns arbeitet, leider haben wir keine feste Stelle im Stellenplan“, erklärt Bürgermeister Hanno Krause. Gerade habe die Stadt Abdulwadods Vertrag bis Dezember 2020 verlängert.

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Brücke zwischen Flüchtling und deutscher Gesellschaft

Mittlerweile haben Abdulwadod und seine Familie, die auf drei Kinder angewachsen ist, einen anerkannten Flüchtlingsstatus. „2015 wurde er uns in Kaltenkirchen zugewiesen und stand uns gleich mit hohem Engagement zur Seite. Zunächst half er uns, Arabisch ins Englische zu übersetztem, später ins Deutsche“, erzählt Thies Behn, einer der in der Flüchtlingshilfe angestellten Sozialarbeiter der Stadt: „Er ist für uns unverzichtbar geworden, wir können ihn jederzeit anfordern.“ Und das nicht nur zum Übersetzen. Abdulwadod hilft auch bei Konflikten, Behördengängen, Arztbesuchen oder der Wohnungsbeschaffung. Im Bildungszentrum am Laakweg bietet der 40-jährige gelernte Buchhalter, der sich als „Brücke zwischen Flüchtlingen und der deutschen Gesellschaft“ betrachtet, wöchentlich eine offene Sprechstunde für Geflüchtete in arabischer Sprache an. 

Er ist als Muttersprachler bei jedem Erstkontakt dabei

„Wenn die Menschen die deutsche Sprache nicht können, helfe ich bei vielen Problemen“, erzählt Abdulwadod: „Das sind Briefe, die ich übersetze oder ich helfe bei Behörden, zum Beispiel wenn ein Baby geboren wurde, wissen sie ja nicht, wo sie die Geburtsurkunde herbekommen.“ Abdulwadod geht mit den Flüchtlingen auch zum Arzt oder kontaktiert Schulen und Kitas, wenn es dort Schwierigkeiten gibt und die Verständigung nicht funktioniert. Der Dolmetscher ist außerdem bei jedem Erstkontakt mit Neuankömmlingen dabei. „Es ist für jeden Geflüchteten toll, wenn sie gleich in ihrer Muttersprache begrüßt werden“, sagt Thies Behn: „Wir würden regelmäßig an unsere Grenzen stoßen, hätten wir Nashwan Abdulwadod nicht. Er ist von unschätzbaren für uns.“

Nebenbei handelt Abdulwadod mit arabischen Lebensmitteln

Auch Abdulwadod schätzt seine Arbeit für die Stadt sehr: „Ich bin dankbar für das Vertrauen“, sagte er. In Deutschland zu leben, finde er einfach nur „super“. Auch beruflich hat sich der 40-Jährige neben seiner Beschäftigung bei der Stadt schon orientiert. Er baut einen Großhandel für arabische Lebensmittel auf. Nachdem die Familienplanung nach drei Kindern abgeschlossen ist, so Abdulwadod, habe jetzt auch seine Ehefrau die Zeit, ihren Integrationskursus zu machen und Deutsch zu lernen. 

„Das ging vorher nicht, wegen der Kinder“, erklärt Abdulwadod. Seine Frau ist Lehrerin und möchte gerne in einem Kindergarten arbeiten.

In Kaltenkirchen gibt es drei hauptamtliche Flüchtlingsbetreuer, Nashwan Abdulwadod und viele ehrenamtliche Helfer.

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