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Segeberg Prozess um blutige Schießerei beginnt
Lokales Segeberg Prozess um blutige Schießerei beginnt
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19:45 11.07.2018
Von Michael Stamp
Foto: Am Silvester-Tag 2017 spielte sich im Wahlstedter Gildeweg ein blutiges Drama ab.
Am Silvester-Tag 2017 spielte sich im Wahlstedter Gildeweg ein blutiges Drama ab. Quelle: Michael Stamp
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Wahlstedt

Die Tat hatte in Wahlstedt für erhebliche Aufregung gesorgt. Nach Mitteilung der Staatsanwaltschaft gehen die Ermittler aktuell davon aus, dass der 38-Jährige am Mittag des 31. Dezember 2017 auf einem Grundstück in der Industriestadt herumgelungert hat. „Ein Zeuge soll aufgrund des Verhaltens des Angeklagten vermutet haben, dass es sich um einen Wohnungseinbrecher handelt“, heißt es in der Ankündigung des Prozesses. Der Zeuge alarmierte die Polizei. Vier Ermittler – dem Vernehmen nach zivile Kräfte – erschienen am Einsatzort. Als sie sich als Gesetzeshüter zu erkennen gaben, ergriff der Verdächtige kurzerhand die Flucht. Sein Weg führte durch ein kleines Waldstück, das am Gildeweg endet.

Am Gildeweg spitzte sich die Lage zu

Versuche, den Mann mit der Aufforderung „Stehenbleiben! Polizei!“ zu stoppen, blieben ohne Erfolg. Am Gildeweg spitzte sich die Lage dann dramatisch zu, wie die Staatsanwaltschaft schildert: „Der Angeklagte soll eine Waffe gezogen und in Richtung der Beamten geschossen haben.“ Doch weder weitere Warnungen der Polizeibeamten noch mehrere Warnschüsse hätten ihn zum Aufgeben gebracht. „Schließlich soll der Angeklagte seine mitgeführte Waffe erneut auf die ihm folgenden Polizeibeamten gerichtet und geschossen haben.“ Die Polizisten gaben daraufhin Schüsse auf den Mann ab und trafen ihn am Bein.

Prozess am Montag ab 9.30 Uhr in Saal 132 des Kieler Landgerichts

Die Wunde blutete nach Informationen der Segeberger Zeitung so stark, dass das Leben des Verletzten nur durch das beherzte Eingreifen der Beamten gerettet wurde. Allerdings soll das verletzte Bein letztlich amputiert worden sein. Besonders tragisch: Der Angeklagte trug nur eine Schreckschusswaffe. Derartige Pistolen sehen aber selbst auf geringe Entfernung und sogar für Experten noch täuschend echt aus.

Der Prozess vor der 1. Strafkammer wird am Montag um 9.30 Uhr in Saal 132 des Landgerichts eröffnet. Die Fortsetzung folgt am Dienstag.

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