Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Segeberg Dreirad-Schrauber sind startbereit
Lokales Segeberg Dreirad-Schrauber sind startbereit
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:45 08.08.2019
Von Gudrun Ehlers
Das Dreirad ist soweit fertig für das Rennen in Altengörs. Andreas Zug ölt und fettet nur noch einmal alles, damit es besser läuft. Quelle: Gudrun Ehlers
Schwissel

Regeln beim Bau der Dreiräder gibt es wenige. „Zwei Spuren im Schnee“ sollen sie hinterlassen. Drei Räder hintereinander zu bauen, ist also nicht gestattet. Das Kurvenfahren wäre dann zu einfach. Die Motoren dürfen bei Viertaktern höchstens einen Hubraum von bis zu 70 Kubikzentimetern haben.

Schwisseler Team "Neon" ist Titelverteidiger

„Alles andere wäre zu gefährlich, wir wollen ja keine schweren Unfälle. Es geht um den gemeinsamen Spaß, gewinnen ist eher Nebensache”, sagt Dietmar Willhöft aus Schwissel. Er fährt schon seit Jahren mit seinem selbstgebauten Dreirad für das Team Neon. 

Der 49-Jährige, der von allen bloß Willi genannt wird, ist ein „alter“ Hase auf den verschiedenen Parcours der Acker-Pisten und hat schon viele Siege für sein Team mit nach Schwissel gebracht. Angefangen mit dem Bau von Dreirädern und den Rennen hat irgendwann einmal der MC Mammuts aus Bad Bramstedt.

Lesen Sie auch:Werner-Rennen 2019 - Andi und Konny wollen es kesseln lassen

Das hat dann weitere Kreise zu befreundeten Clubs gezogen. Das Siegerteam richtet stets das Rennen im nächsten Jahr aus. Als Titelverteidiger sind Willhöft und seine drei Neon-Mitfahrer die Ausrichter des nächsten Rennens am Wochenende in Altengörs auf dem Acker eines befreundeten Landwirts.

Beim Dreiradbau ist fast alles erlaubt

Ihre Dreiräder sind schon startbereit. Beim Bau der Gefährte ist alles erlaubt, was geht und was sich zusammenschweißen, -löten oder -schrauben lässt. Alles was Räder hat, hat eine gute Chance, mal ein Dreirad zu werden. „Die einfachste Möglichkeit ist, an einen Roller ein Stützrad anzuschweißen“, sagt Team-Kollege Andreas Zug. Fertig ist das Dreirad.

„Aber es bringt viel mehr Spaß, so lange zu tüfteln und Teile zu suchen, bis man sein ganz individuell ausgestattetes Dreirad fertig hat. Da können schon Monate vergehen. Das Schöne ist, wir helfen uns alle untereinander mit Ideen, Werkzeug, Bauteilen und handwerklichem Können”, erzählt der Werkzeugmacher. 

Sein Kumpel Dietmar Willhöft ist im Metallbau tätig, Niels Stührwohldt ist gelernter Gas- und Wasserinstallateur und dessen Sohn Ole, einer der Nachwuchsfahrer, arbeitet als Kfz-Mechatroniker. „Für uns ist es einfach, wenn wir etwas passend haben müssen, bauen wir das selbst. Dafür auch ein dickes Lob für unsere Chefs, sie lassen uns freie Hand in ihren Werkstätten, wir dürfen alles an Ausrüstung mitbenutzen und sie stehen voll hinter uns. Das ist keine Selbstverständlichkeit”, meint Willi. 

Verbaut wird alles, was sich irgendwie eignet: als Tank ein umgebauter Autofeuerlöscher, Fußrasten aus alten Handgranaten, ein Sitz von einem Drill-Gefährt aus der Landwirtschaft. Baustellenscheinwerfer und Nebelschlussleuchten vom Auto, ein feuerfester Wasserschlauch für die Abgase, der zu einem Trichterauspuff führt, damit es schön röhrt.

Ein Koffer für die Schaltpläne

Eine Verteilerdose für die Elektrik im Hausbau aus dem Baumarkt wird für die ganzen Kabel genutzt. „Die hat den Vorteil, dass sie wasserdicht ist. Das ist wichtig, weil wir bei den Rennen auch durch Wasserkuhlen fahren. Das ist ein richtiger Spaß, wenn der Matsch so schön spritzt”, finden irgendwie alle. 

Um den Kabelsalat der Dreiräder kümmert sich Willi. Es gibt einen schwarzen Koffer, der zu allen Rennen immer mit muss. „Da haben wir für alle Gefährte die Schaltpläne drin, die ich geschrieben habe. Sollte mal irgendwas durchbrennen bei der Elektrik, wissen wir gleich, was gemacht werden muss, denn das ist bei allen Dreirädern anders. Ohne diesen Koffer sind wir dumm dran, dann dauert das alles länger”, erklärt er. Wirklich lange gedauert hat es auch, bis die passenden Öffnungen in den Feuerlöscher-Tank eingebaut waren. „Das hat zusammengerechnet ganze vier Tage gedauert”, erinnert sich Willi. 

Das Rennen in Altengörs

Alle freuen sich schon auf das Rennen am Sonnabend, 10. August, ab 12 Uhr auf einem Acker in Altengörs, einem Ortsteil von Neuengörs. Um die 30 Teams gehen an den Start, da ist dann wieder voller Körpereinsatz gefragt beim Fahren der dreirädrigen Kisten.

„Blasen an den Händen und blaue Flecken gibt es dann wieder zuhauf, aber der Spaß überwiegt”, findet Niels Stührwohldt. Zu finden ist das Gelände an der Straße von Neuengörs nach Altengörs auf der zweiten Koppel auf der rechten Seite. Zuschauer sind willkommen.

Weitere Nachrichten aus dem Kreis Segeberg lesen Sie hier.

Das Dreirad-Team Neon aus Schwissel ist als Titelverteidiger Ausrichter des nächsten Dreirad-Rennens in Altengörs. Die motorisierten Maschinen sind selbstgebaut.
Kommentare 0 Nutzungsbedingungen
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Nicht nur Immobilien und Mieten werden teuer im Kreis Segeberg. Auch die Quadratmeterpreise für Bauland sind weiter angezogen – vor allem in den Städten und umliegenden Dörfern. Am teuersten ist es Norderstedt und Henstedt-Ulzburg, aber auch im Ostkreis sind Grundstücke teilweise deutlich teurer.

Nadine Materne 08.08.2019

Der Jahrmarkt Kaltenkirchen wird am Freitag, 6. September, um 15 Uhr eröffnet. Bis Montag, 9. September, sind Besucher auf dem Festplatz an der Norderstraße in Kaltenkirchen willkommen. 88 Schausteller werden laut Jahrmarktmeister Werner Finnern ihre Fahrgeschäfte und Leckereienbuden aufstellen.

Nicole Scholmann 08.08.2019

Nachdem die Stiftung Naturschutz vor zwei Wochen in Hasenkrug neuen Lebensraum für die Zauneidechsen geschaffen hat, ist sie in Bad Bramstedt schon ein Stück weiter. In dieser Woche wurden 17 kleine Echsen auf einer Waldschneise in die Freiheit entlassen. Mit etwas Glück werden sie wieder heimisch.

Einar Behn 07.08.2019