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Segeberg Das sagt der Kreissportverband Segeberg
Lokales Segeberg Das sagt der Kreissportverband Segeberg
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14:10 08.09.2019
Von Jürgen Brumshagen
Holger Böhm, Vorsitzender des Kreissportverbandes Segeberg, will E-Sport keine generelle Absage erteilen, sieht aber den im Fall einer Anerkennung steigenden Bedarf an Fördermitteln kritisch. Quelle: Christian Detlof
Bad Segeberg

Dachverband des organisierten Sports im Kreis Segeberg ist der Kreissportverband (KSV). In Fragen der Sportförderung agiert er als Bindeglied zwischen seinen über 200 Mitgliedsvereinen sowie den Fachverbänden der Sportarten mit der Kreispolitik. Zugleich ist er ihr Lobbyist gegenüber Politik und Verwaltung. Zu der Frage, ob E-Sport eine förderungswürdige Sportart ist, hat der KSV-Vorsitzende Holger Böhm (SV Todesfelde) eine klare Haltung.

Frage: Wie ist die Haltung des KSV-Vorstands zu der Frage, ob E-Sport Sport und somit förderungsfähig ist?

Holger Böhm. Der KSV Segeberg steht hinter der Haltung von dem Deutschen Olympischen Sportbund und Landessportverband: Wir lehnen es ab, sogenannten E-Sport pauschal für förderungswürdig zu erachten. Die Verbände unterscheiden zwischen virtuellen Sportarten und Spielen aus dem Bereich E-Gaming, bei denen man zumindest Gewalt verherrlichende Elemente findet. Das widerspricht den im organisierten Sport geltenden Wertevorstellungen.

Also würden Sie Zuschussanträge pauschal abweisen?

Da hätte ich im Augenblick die Förderrichtlinien auf meiner Seite und die laufenden Maßnahmen. Derzeit liegen uns fast 90 Anträge aus dem Bereich Neubau und Sanierung von Sportstätten vor, die zum Teil bis 2022 finanziert werden müssen. Und das Ende der Fahnenstange ist noch nicht erreicht. Der Kreis Segeberg hat für den Zeitraum 2019 bis 2021 die Sportstättenfördermittel von 480 000 auf 1,08 Millionen Euro jährlich angehoben – selbst damit dürften wir nicht hinkommen.

Also würden Sie sich für eine Förderung gar nicht einsetzen, wenn nun ein erster Antrag auf Bezuschussung eines E-Sport-Raumes oder gar -Hauses mit entsprechenden technischen Grundvoraussetzungen käme?

Gleichzeitig stehen wir vor der Herausforderung, zukünftig Bewegungsräume für Seniorensport, Barrierefreiheit an den bestehenden Sportstätten und gute Voraussetzungen für inklusiven und Integrationssport zu fördern, um nur die soziale Komponente aufzuführen. Hinter E-Sport und E-Gaming sehe ich aber auch eine Industrie, die sich die günstigen Strukturen des Sports zu eigen machen will, obwohl sie es wirtschaftlich gar nicht nötig hätte. Das passt für mich nicht zusammen.

Aber das entspricht nicht der Meinung aller Mitgliedsvereine.

Das mag sein, allerdings hat bisher auch noch kein Antrag auf Förderung vorgelegen. Grundsätzlich sollen unsere Vereine tun und lassen, was sie wollen, sofern sie sich auf dem Boden der Legalität bewegen. Dass diejenigen, die sich im Bereich E-Sport engagieren möchten, ein waches Auge auf den Fortbestand ihrer Gemeinnützigkeit haben, ist für mich ein Zeichen, dass den Vereinen bewusst ist, dass dieses Neuland nur in besonderer Gründlichkeit betreten werden kann.

Vereine, die E-Sport und E-Gaming anbieten wollen, sollen das also tun, sofern sie dafür keine vom KSV verwalteten öffentlichen Gelder verlangen?

Das zeigt die Zeit. Nur weil wir zum jetzigen Zeitpunkt und vor dem Hintergrund bestehender Richtlinien eine ablehnende Haltung einnehmen, ist das keine endgültige Festlegung. Wofür wir gar nicht stehen, ist ein „das gab es früher nicht, das muss es auch heute nicht geben.“ Was zu fördern ist, bestimmt die Politik. Mit ihr, im Kreis Segeberg vertreten durch die Fraktionen im Kreistag, arbeiten wir ebenso eng zusammen wie mit der Kreisverwaltung. Natürlich auch bei der Überarbeitung von Förderrichtlinien. Aber das letzte Wort haben die Abgeordneten.

Ist E-Sport wirklich Sport? Die Debatte auf den großen Bühnen von Sport und Politik werden im Kreis Segeberg aufmerksam verfolgt. Die Vereine sind geteilter Auffassung, ob E-Sport Teil ihres Angebots und somit auch förderfähig werden sollte.

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