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Segeberg Spätes Gedenken an Oskar Alexander
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21:15 14.09.2019
Von Anna Maria Persiehl
Oskar Alexander starb 1942 im KZ Sachsenhausen. Quelle: Archiv Klinikum Bad Bramstedt
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Bad Bramstedt

Stolpersteine sind zehn Zentimeter mal zehn Zentimeter groß und mit einer beschrifteten Messingtafel versehen. Sie werden vor dem zuletzt selbst gewählten Wohnsitz eines NS-Opfers in den Boden gelegt. Der Kölner Künstler Gunter Demnig hatte den ersten Stein 1992 gelegt, seitdem gibt es die Erinnerungstafeln in annähernd 2000 Orten in Deutschland. Hinzu kommen Stolpersteine in vielen europäischen Ländern.

Bredfeldt recherchiert seit einem Jahr

Mit einer privaten Stolperstein-Aktion befasst sich in Bad Bramstedt seit Herbst letzten Jahres Fritz Bredfeldt. Dass das Projekt des Grünen-Stadtverordneten konkrete Züge bekommt, wurde durch Zufall öffentlich. Denn in der Kurstadt liefen bereits ähnliche Bestrebungen: Der FDP-Vorsitzende Dennis Schröder hatte dem städtischen Ausschuss für Bildung, Kultur und Sport zur jüngsten Sitzung einen Antrag eingereicht, einen Stolperstein in Gedenken an Oskar Alexander vor dem Klinikum zu verlegen. Ein Gespräch Schröders mit Bredfeldt hatte dem Vorhaben vor den Beratungen dann eine neue Richtung gegeben. Bredfeldt bekam Gelegenheit, in der jüngsten Ausschusssitzung sein Projekt vorzustellen. Schröder und die Mitglieder des Gremiums dankten ihm, die FDP zog ihren Antrag zurück. „Vielleicht wird ja ein überparteiliches Vorhaben daraus“, so Dennis Schröder.

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Alexander gründete die Rheumaheilstätte

„Offensichtlich haben keine Bad Bramstedter vor 1945 hier gewohnt, die Opfer des Nationalsozialismus wurden“, berichtete Bredfeldt dem Kulturausschuss. Mit Ausnahme Oskar Alexanders. Für seine Aktion hat Bredfeldt seit dem Herbst vergangenen Jahres recherchiert. Dabei habe er vor allem aus dem Buch „Vom Kurhaus ins Konzentrationslager“ des 2015 im Alter von 92 Jahren verstorbenen Alvesloher Historikers Gerhard Hoch das meiste über Alexander erfahren können. „Es ist bedrückend, wie Bad Bramstedt mit Oskar Alexander umgegangen ist“, so Bredfeldt. Der 1881 in Visselhövede geborene Alexander hatte 1918 seine Kunstblumenfirma in Hamburg verkauft und war Pächter der bereits vorhandenen Kuranlagen in Bad Bramstedt geworden.

Auf der Fahrt nach Hamburg verhaftet

1929 wurde dann auf Betreiben Alexanders die Rheuma-Heilstätte Bad Bramstedt GmbH gegründet, deren Gesellschafter Krankenkassen und Landesversicherungsanstalten sowie die Stadt waren. Alexander wurde Kurhausdirektor. Die Gesellschaft baute das neue Kurhaus an seinem heutigen Platz, geriet aber schon bald in die Turbulenzen der Weltwirtschaftskrise. Alexander wurde Pächter des heute seinen Namen tragenden Hauses und führte es in die Erfolgsspur – bis 1936. Wegen seiner jüdischen Abstammung wurde der Vertrag mit ihm gekündigt. 1941 wurde er in der AKN auf der Fahrt nach Hamburg verhaftet, ein Jahr später kam er in Sachsenhausen um. Die Umstände sind nicht bekannt. 

Initiator Bredfeldt hat sich mit der Stadt abgestimmt, so dass der Platz für die Steine feststeht: An der Oskar-Alexander-Straße vor dem Haus Nummer 24, dem heutigen Wohnprojekt „Haus an den Auen“, einem genossenschaftlichen Modell nachbarschaftlichen Wohnens, sollen die beiden Steine in den Bürgersteig eingelassen werden. Bredfeldt wohnt auch selbst dort. Auf dem Grundstück stand vor dem Neubau das alte „Haus an den Auen“, das Oskar Alexander 1930 mit eigenen Mitteln hatte erbauen lassen als Einrichtung für Privatpatienten und in dem er auch selbst mit seiner Familie zuletzt gewohnt haben soll. An Oskar Alexanders ältesten Sohn Robert wird ebenfalls mit einem Stolperstein erinnert; der 24-Jährige war 1938 nach Kolumbien emigriert. Dort hatte er eine Familie gegründet und war in den 1990er Jahren verstorben.

Feierstunde am 21. November

Die feierliche Verlegung der Stolpersteine wird am Donnerstag, 21. November, ab 9 Uhr sein. Neben dem Künstler Gunter Demnig kommen auch Angehörige Osker Alexanders nach Bad Bramstedt, die Bredfeldt ausfindig gemacht hat. So werden zwei Töchter von Robert Alexander, die in Kolumbien geboren sind, heute aber in Deutschland leben, zu der Verlegung der Stolpersteine erscheinen. Das Klinikum Bad Bramstedt wird sowohl den Künstler als auch die Angehörigen kostenlos beherbergen.

Wie Bredfeldt sagte, stehe der Text für beide Stolpersteine bereits fest. Die Gestaltung und Verlegung eines Stolpersteins kostet 120 Euro. Der Bad Bramstedter ist zuversichtlich, dass die Kosten sich mit Spenden decken lassen.

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