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Segeberg Dank an die Neudeutschen
Lokales Segeberg Dank an die Neudeutschen
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19:30 21.12.2016
Von Gerrit Sponholz
Susan und Stephen Coverly leben lange hier, wollen sich wegen des Brexits absichern und wieder wählen dürfen. Quelle: Gerrit Sponholz
Kreis Segeberg

Zwei Briten entschieden sich wegen des Brexits, des nahenden Austritts Großbritanniens aus der Europäischen Union, zu diesem Schritt. „Sicherheitsgründe“ bewogen Stephen Coverly aus Norderstedt. Mit deutschem Pass hat er Bleiberecht in Deutschland. Seine Frau Susan, die zugleich Deutsche wurde, wollte endlich wieder wählen dürfen. Denn Briten verlören nach 15 Jahren im Ausland das Wahlrecht in der Heimat. Die Coverlys sind schon 28 Jahre in Deutschland. Ihre britische Staatsbürgerschaft dürfen sie behalten.

 Gleich zu fünft erschien die bulgarische Familie Piperkov. Die Eltern und ihre drei Kinder wohnen in Norderstedt, sind schon zehn Jahre in Deutschland. Sie fühlen sich hier wohl, wollen weiter arbeiten können. Sie verdienen ihr Geld unter anderem in der Windkraftbranche. Die sei in Deutschland viel größer als in Bulgarien, sagen sie. Die Eltern freuen sich, dass ihre Kinder weiter zweisprachig aufwachsen können. „Dreisprachig“, korrigiert Sohn Andrey (8) sofort. In der Schule lerne er ja auch schon Englisch.

 Die Türkin Celine Akcay (18) aus Wahlstedt wurde von Landrat Schröder als Neudeutsche besonders begrüßt. Sie kennen einander, weil Akcay in der Kreisverwaltung einen Bundesfreiwilligendienst ableistet und unter anderem Asylbewerber betreut. Auch aus Marokko, Griechenland, Kuba, Indien und Pakistan stammten die Eingebürgerten. Sie zählen zu 232 Menschen, denen der Kreis bislang in diesem Jahr die deutsche Staatsbürgerschaft verlieh. 2015 waren es 241.

 Das Anrecht, Deutsche zu werden, haben mehrere Gruppen, erklärt Sandra Fait-Böhme von der Kreisausländerbehörde. Beispielsweise wer mindestens acht Jahre in Deutschland lebe, oder mindestens drei Jahre als Ehepartner eines oder einer Deutschen. Es gebe auch Ermessenseinbürgerungen nach besonderer Integrationsleistung. Dies könnten Flüchtlinge sein oder Kinder, die sich rasch eingelebt haben.

 Ein höheres Gut als die Staatsbürgerschaft könnte das Land nicht vergeben, erinnerte Landrat Schröder. Damit verbunden seien Rechte und Pflichten. „Danke, dass Sie sich für uns entschieden haben“, begrüßte er die Neudeutschen. Sie bereicherten das Land. Ihre Anträge seien ein Vertrauensbeweis für Deutschland. So schlecht könne es um das Land also nicht bestellt sein, meinte er an die Einheimischen gewandt und ermunterte sie, das „wertzuschätzen, was wir hier Positives haben.“

 Die Neubürger hielt er dazu an, sich einzubringen, und wünschte ihnen, dass sie es nie bereuen würden, „in den schönsten Landkreis der Welt“ gezogen zu sein.

 Vor der Einbürgerung hatte sich jeder mündlich und schriftlich zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung bekennen müssen, also zu freien Wahlen, Gewaltenteilung des Staates, Wahrung der Menschenrechte und Ablehnung einer Gewaltherrschaft.

 Mit launigen Worten und im Beisein der Bürgermeister Matthias Bonse (Wahlstedt) und Stefan Bauer (Henstedt-Ulzburg) überreichte Schröder dann die Urkunden. Den Briten wünschte er, sie mögen im Fußball irgendwann mal wieder eine Fußballweltmeisterschaft gewinnen. Der Kubanerin Zaimy Rivero Falcon aus Norderstedt unterstellte er schmunzelnd, den Einbürgerungsantrag habe sie sicherlich nicht wegen des Wetters in Segeberg gestellt.

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