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Segeberg Hinter den Kulissen des Circus Krone
Lokales Segeberg Hinter den Kulissen des Circus Krone
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19:06 22.08.2019
Von Michael Stamp
Tiertrainer Martin Lacey jr. ist der einzige Mensch, der in die Gehege der Raubtiere geht. Hier schmust er auf der Rennkoppel mit dem weißen Löwen "Beluga", der sich im saftigen Gras des Landesturnierplatzes räkelt. Quelle: Michael Stamp
Bad Segeberg

Bis Montag gastiert der größte reisende Circus der Welt in Bad Segeberg. Der Tross kommt gerade aus Kiel – und dort ist es (wie in vielen Großstädten) eher eng. „Manchmal müssen wir Spielstadt und Wohnstadt trennen“, sagt Kielbassa. „Aber hier ist alles zusammen.“ Die 260 Wagen sind auf dem gesamten Gelände an der Eutiner Straße aufgebaut. Dass das Mekka der Pferdefreunde Schleswig-Holsteins auch Rasen- und Sandflächen bietet, ist für Mensch und Tier erfreulich.

Von der Raiffeisenbank in die Zirkuswelt

Kielbassa hat mittlerweile Routine darin, Besucher hinter die Kulissen der Zirkuswelt zu führen. Seit vier Jahren reist der Mann, der aus Erdingen bei München stammt und auch so klingt, mit dem Zirkus durch die Lande. Ohne große Hoffnungen hatte er sich auf eigene Initiative bei Krone beworben. Er durfte bei der (mittlerweile verstorbenen) Grand Dame des Zirkus, Christel Sembach-Krone, vorsprechen – und bekam zur eigenen Verblüffung den Job. Er verließ die Werbeabteilung der Raiffeisenbank und ist jetzt mit Löwen und Tigern auf Tour.

Der "Bürgermeister" ist schon 82 Jahre alt

Bis er so lange dabei ist wie Claus Lehnert, hat Kielbassa aber noch ein paar Jahrzehnte vor sich. Der 82-jährige Lehnert ist der „Bürgermeister“ der Zeltstadt. „Er legt den Mittelpunkt des Zeltes fest – und dann gruppiert sich alles Andere drum herum“, berichtet der Pressesprecher. Die Raubtiere haben ihre Unterkunft dicht an der Manege, damit sie keine weiten Wege zurücklegen müssen. Die Pferde sind weiter hinten zu Hause. 

Köchin muss über 200 hungrige Mägen füllen

Kielbassa hat sich den Blick für die kuriosen Besonderheiten bewahrt – zum Beispiel die Briefkästen an einem der vordersten Wagen. Jeder Artist erhält dort seine Post wie in einem Mehrfamilienhaus. „Das sind so kleine Details, die wichtig sind.“ Nicht allzu weit entfernt befindet sich das Reich von Jonela Denk. Sie lässt gerade den Kochlöffel durch einen gewaltigen Topf mit Rahmgulasch kreisen. Mit ihrem Team hat die Küchenchefin immerhin 200 hungrige Mägen zu füllen – und das zweimal am Tag. Der Speiseplan hängt vor der Tür.

Die Wäsche wird strikt nach Wochenplan gewaschen

Terminlich geregelt werden muss auch das Säubern der Wäsche. Zwar hat Krone einen eigenen Waschsalon dabei, aber würde jeder Mitarbeiter dann waschen, wenn es ihm gerade einfällt, gäbe es ein heilloses Durcheinander. „Man denkt immer, Zirkus sei ein großes Chaos – aber das Gegenteil ist der Fall.“

Auch Kielbassa selbst muss vieles planen. Der Circus Krone macht in diesem Jahr in 27 Städten Station – und überall müssen Kontakte geknüpft, Absprachen getroffen und die Werbung gestartet werden. Auch die Proteste der Tierschützer von Peta sind allgegenwärtig. Auch bei der Segeberger Zeitung klagten die Aktivisten über Tierleid im Zirkus. „Wir setzen auf Transparenz, Transparenz, Transparenz!“, sagt Kielbassa. „Bei uns darf jeder alles ganz genau anschauen.“ Inzwischen vertritt ein Aktionsbündnis namens „Tiere gehören zum Circus“ die Krone-Position und hat diese auch in einem Schreiben an die Stadt Bad Segeberg zum Ausdruck gebracht.

Die Hauptmasten und alle Tierstallungen gibt es doppelt

Zwei Elemente des Circus Krone gibt es doppelt: die vier 22-Meter-Hauptmasten des Chapiteaus und alle Stallzelte. Sie werden stets schon am nächsten Gastspielort aufgestellt, um a) Zeit zu sparen und b) den Tieren ein sofortiges Umsteigen vom Transporter in ihre Unterkunft zu ermöglichen. „Am Vormittag gehört die Manege den Pferden“, sagt Kielbassa. Während dort das Training läuft, rattert draußen eine Nähmaschine – und zwar eine historische. Sie stammt ungefähr aus dem Jahr 1900, arbeitet tadellos und wird unter anderem zum Reparieren von Zeltplanen verwendet. Niesciov Genek ist ein Experte auf diesem Gebiet. Ohnehin sind viele echte Könner im Krone-Team – und zwar längst nicht nur auf der Bühne. Eine eigene Sattlerei ist dabei, ein Privatlehrer für die vier schulpflichtigen Kinder in der Truppe und Handwerker aller Art.

Neue Show hat 2,5 Millionen Euro gekostet

2,5 Millionen Euro hat die Produktion der neuen Show „Mandana“ gekostet – benannt nach Zirkuschefin Jana Mandana Lacey-Krone. Vier Jahre lang soll die fantasievolle Inszenierung um die „Pferdeprinzessin“ und den „Löwenmann“ auf Tour sein. Andreas Kielbassa lässt den Blick zufrieden über die Rennkoppel schweifen und lächelt. „Eine Stadt in der Stadt.“

Tickets kosten zwischen 16 und 55 Euro

Der Circus Krone spielt seit Donnerstag in Bad Segeberg und bleibt bis Montag, 26. August. Die „Mandana“-Vorstellungen beginnen am Freitag und Sonnabend um 16 und 20 Uhr sowie am Sonntag um 14 und 18 Uhr. Am Montag gibt es zum Abschied nur noch um 16 Uhr eine Show auf der Rennkoppel. Tickets können vor Ort oder über die Kassen-Hotline des Circus Krone unter 01805/247287 (14 Cent pro Minute aus dem Festnetz und maximal 42 Cent per Mobilfunk). Kinder zahlen zwischen 16 und 49 Euro, Erwachsene sind für 19 bis 55 Euro dabei.

Die Segeberger Zeitung wirft einen ausführlichen Blick hinter die Kulissen des Circus Krone.
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