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Segeberg Eine-Welt-Party soll Ängste abbauen
Lokales Segeberg Eine-Welt-Party soll Ängste abbauen
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08:00 28.03.2018
Von Sylvana Lublow
„Eine-Welt-Party“ auf Arabisch: Abdulraham Matar, Nathalie Schwolow und Hans Arns hoffen auf viele Besucher am Freitag nach Ostern. Quelle: Sylvana Lublow
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Bad Bramstedt

Abdulraham Matar ist vor zwei Jahren und drei Monaten mit seiner Frau und ihren zwei Kindern aus Syrien geflohen. Seitdem lebt die Familie in Bad Bramstedt. Seit Dezember hat Matar einen festen Job im Familien- und Integrationszentrum Mullewapp. Dort ist er für die Koordination in Integrationsdingen und als Dolmetscher tätig. Matar spricht sehr gut Deutsch, er hat sich eingelebt in seiner neuen Heimat. Was ihm fehlt, sind Freunde, deutsche Freunde.

„Es ist schwierig für uns Flüchtlinge, Kontakte zu knüpfen“, sagt er: „Die Menschen kennen uns nicht und haben vielleicht auch etwas Angst.“

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Dagegen möchten Hans Arns, Flüchtlingsbeauftragter im Amt Bad Bramstedt-Land, Nathalie Schwolow und Matar sowie Bad Bramstedts Flüchtlingskoordinatorin Steffanie Schärmann etwas tun. Ihr Projekt: die erste „Eine-Welt-Party“ in Bad Bramstedt. Starten soll das Event um 19 Uhr im Saal des Gemeindehauses Schlüskamp. „Willkommen sind alle Menschen aller Nationen ab 15 Jahren“, sagt Arns, der an diesem Abend den DJ geben wird. Alkoholfreie Getränke und Snacks gibt es auch – und das alles umsonst. „Das ist ein Versuch. Wenn es gut angenommen wird, wollen wir jeden Monat etwas in dieser Art veranstalten. Da sind wir auch offen für Ideen“, sagt Arns.

Rund 200 Flüchtlinge leben in den Dörfern rund um Bad Bramstedt und etwa nochmal so viele in der Stadt. „Viele von ihnen sind alleinstehende junge Männer“, sagt Arns. Gerade für sie sei es besonders schwierig, Kontakte zu Deutschen zu knüpfen, weil ihnen das soziale Umfeld der Familie fehle. „Die jungen Männer sitzen tagein tagaus alleine in ihren Flüchtlingswohnungen, sind traumatisiert, grübeln und bekommen Depressionen“, sagt Arns, der sich um viele dieser jungen Menschen kümmert. „Seit anderthalb Jahren mache ich diesen Job und bin auf so viel Gastfreundschaft und Zuneigung gestoßen. Ich kann mich vor Einladungen kaum retten“, erzählt er. „Ich wünsche mir, dass auch andere das erfahren.“

28.03.2018
Nicole Scholmann 28.03.2018
27.03.2018