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Segeberg WZV holt im Notfall gelbe Säcke ab
Lokales Segeberg WZV holt im Notfall gelbe Säcke ab
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09:00 21.09.2019
Von Gerrit Sponholz
Im Kreis Segeberg werden immer wieder an vielen Orten, wie hier in Schmalensee am 17. Mai 2019, die gelben Säcke nicht abgeholt. Quelle: Christian Detlof/Archiv
Kreis Segeberg

Immer wieder hagelt es Kritik von Bürgern zur Wertstoffsammlung. Gelbe Säcke mit dem Verpackungsmüll würden am Straßenrand liegen bleiben, wie jüngst in Itzstedt, hatte ein Anlieger der SZ berichtet. Ihren Ärger luden die Bürger meist beim Hausmüllentsorger ab, dem Wege-Zweckverband.

Der WZV ist aber gar nicht zuständig, sondern das Duale System von Industrie und Handel. Jetzt ist dem WZV der Geduldsfaden gerissen. In Notlagen will der Verband künftig die Wertstoffsäcke selbst abholen, und die Arbeit dem Dualen System in Rechnung stellen.

Eine Art Abholgarantie für Kreis Segeberg

Damit würde gewährleistet: Die gelben Säcke werden immer abgeholt! Der WZV hatte offenbar die Hoffnung auf Besserung verloren. Denn kürzlich wurde bekannt, dass das Duale System im Namen von Industrie und Handel  für die neue dreijährige Vertragslaufzeit ab 2020 erneut Remondis mit der Sammlung beauftragt hat. „Damit ändert sich für den WZV formal nichts in der Zusammenarbeit“, heißt es in einer WZV-Unterlage. 

Duales System hat Remondis beauftragt

Hinter dem Dualen System stecken Industrie und Handel. Sie sind gesetzlich verpflichtet, die Leichtverpackungen einzusammeln. Diese gehören nicht in den Hausmüll, den der Wege-Zweckverband (WZV) im Auftrag des Kreises entsorgt, sondern in die gelben Säcke. Sie werden als Leerrollen in Supermärkten und Amtsverwaltungen an die Bürger ausgegeben. Das Duale System hat den Marktführer Remondis mit der Sammlung der gefüllten Säcke beauftragt.

Immer wieder Beschwerden

Inhaltlich besorgt diese Perspektive den WZV aber offenbar. Denn immer wieder melden sich Bürger mit Beschwerden über die Wertstoffsammlung oder mangelnde Zahl leerer Beutel nicht bei Remondis (0800/1223255 oder service.segeberg@remondis.de), sondern beim WZV. „Die Telefone glühen im Kundencenter“, hatte WZV-Justiziar Nis Nissen erst im Sommer gestöhnt. Sauer war auch Kaltenkirchens Bürgermeister Hanno Krause, Vorsitzender der WZV-Versammlung mit den Vertretern der 94 WZV-Städte und -Gemeinden: „Wir müssen raus aus dem unberechtigten Beschuss!“

"Skandal, dass das nicht funktioniert"

Der neue WZV-Chef Peter Axmann hielt es ebenfalls für einen „Skandal, dass das nicht funktioniert und der schwarze Peter bei den Kommunen und beim WZV landet.“ Immerhin zahle der Kunde beim Kauf schon für die Entsorgung der Verpackungen mit. Jetzt wagt der WZV den Konflikt. „Die Geschäftsleitung hat entschieden, bei gravierenden Störungen der Sackabfuhr zukünftig konsequent eine sogenannte Ersatzvornahme durchzusetzen“, heißt es in einem internen Papier. Gegenüber der SZ sagt WZV-Justiziar Nis Nissen, es geht es auch darum, „beim Dienstleister ein Bewusstsein zu wecken“, dass dieser die Probleme „nicht aussitzen oder ignorieren kann.“ 

Duales System skeptisch bis ablehnend

Das Duale System Grüner Punkt, ab 2020 als Nachfolger von Landbell der zuständige Auftraggeber für Remondis, reagiert abwartend auf die SZ-Frage: „Wer wird die Kosten übernehmen: Grüner Punkt oder Remondis?“ Für Pressesprecher Norbert Völl vom Grünen Punkt komme es auf den Einzelfall an. „Sollten wider Erwarten Probleme entstehen und die rechtlichen Voraussetzungen einer Ersatzvornahme vorliegen, werden wir dies prüfen.“

Harsche Antwort

Harscher fällt die Antwort des Auftragnehmers Remondis aus. „Das ist nicht so einfach mit der Ersatzvornahme“, gibt Remondis-Pressesprecher Michael J. Schneider zu bedenken. In den äußerst seltenen Fällen, in denen es zu einer Ersatzvornahme komme, stelle der öffentlich-rechtliche Entsorgungsträger (hier: WZV) dies dem ausschreibenden Dualen System (hier: Landbell, ab 2020 Grüner Punkt) in Rechnung. Dieses wiederum müsse sich das Geld vom beauftragten Sammelunternehmen (hier: Remondis) zurückholen.

Diesen Fall sieht Schneider aber nicht gegeben. „Einzelne Bürgerbeschwerden, die es natürlich immer mal aus unterschiedlichen Gründen geben kann, rechtfertigen auf keinen Fall eine Ersatzvornahme.“ Nur wenn aufgrund flächendeckendem Ausfall der Abfuhr Gefahr im Verzug sei, wäre eine solche Ersatzvornahme überhaupt zu rechtfertigen. „Davon kann hier jedoch nicht die Rede sein."

Kreis will was ganz anderes: Die Wertstofftonne

Aber vielleicht hat sich das ganze Thema ohnehin bald erledigt. Denn der Kreis Segeberg möchte prinzipiell, dass gelbe Säcke künftig durch Wertstofftonnen ersetzt werden. Der Wege-Zweckverband (WZV) war aufgefordert worden, sich mit dem Dualen System entsprechend zu verständigen.

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