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Segeberg Blutbeutel statt Küchentüren
Lokales Segeberg Blutbeutel statt Küchentüren
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17:30 15.11.2015
Von Patricia König
Hatem Gugur aus Uetersen (vorne) ließ sich zwischen dem Bummel mit seiner Frau im Möbelhaus Blut abnehmen. Kraft-Mitarbeiter Harald Mika aus Todesfelde ist regelmäßiger Blutspender und nutzte die Gelegenheit zur dritten Spende in diesem Jahr. Quelle: Patricia König
Bad Segeberg

Wo sonst Muster von Küchentüren und Beschlägen ausgestellt sind, hatten die Mitarbeiter des Unternehmens einen großen Bereich für die Aktion freigeräumt, die bis 17 Uhr angesetzt worden war. Im vorderen Teil wurden die Blutspender von den DRK-Mitarbeiterinnen aufgenommen und nach der Spende auch beköstigt; im hinteren Teil standen acht Liegen für die eigentliche Blutabnahme.

 Schon am Eingang des Gebäudes verteilten Helfer des DRK-Blutspendedienstes Nord-Ost Zettel mit entsprechenden Hinweisen, die gleichzeitig auch als Einkaufsgutscheine für jeden galten, der später zur Ader gelassenn wurde. Zudem lief das „Tröpfli“ alias Johannes Trotzki durch die einzelnen Etagen des Hauses, um Werbung für das Blutspenden zu machen. „Dieses Angebot wendet sich ja in erster Linie an unsere Kunden“, erklärte Hausleiter Kruse der Segeberger Zeitung. Deswegen habe es für jeden Sender einen 20-Euro-Gutschein bei einem Einkaufswert ab 50 Euro gegeben – neben dem guten Gefühl, etwas wirklich Sinnvolles getan zu haben.

 Das war auch für Hatem Gugur aus Uetersen (Kreis Pinneberg) der Hauptgrund, den Bummel mit seiner Frau zu unterbrechen und sich zur Abwechslung einmal im Möbelhaus Blut abnehmen zu lassen. Den Gutschein betrachtete er dabei als netten Nebeneffekt. „Ich habe früher regelmäßig Blut gespendet und wollte sowieso wieder damit anfangen“, erklärte er der SZ. Harald Mika aus Todesfelde wiederum arbeitet bei Möbel Kraft und spendet ohnehin regelmäßig Blut. „Das ist heute das dritte Mal in diesem Jahr“, berichtete er. Auch seine Kollegin Margreth Striegel aus Fahrenkrug ist eine erfahrene Blutspenderin, die schon ihre 45. Spende vorweisen kann.

 Für Florian Schwarck war es allerdings absolutes Neuland. „Ich bin heute zum ersten Mal bei so etwas dabei“, gab der 33-jährige Bad Segeberger zu. Ein bisschen nervös sei er schon gewesen, denn er habe ja nicht gewusst, was genau auf ihn zukomme. „Aber es war halb so wild“, versicherte er nach der Blutabnahme durch Schwester Sigrid. Bevor sich die edlen Spender wieder in das Getümmel des Möbelhauses stürzten, stärkten sie sich erst einmal mit belegten Brötchen und Getränken, die das Möbelhaus vorbereitet hatte.

 „Die Aktion ist sehr gut angenommen worden, und wir haben beschlossen, sie im nächsten Jahr gleich fortzusetzen“, erklärten Kruse und von Rabenau. Für den 19. November ist die nächste DRK-Blutspendeaktion bei Möbel Kraft fest eingeplant, kündigte die DRK-Referentin an. Darüber hinaus werde auch das DRK-Blutspendemobil am 27. Juli dort Station machen.

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