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Segeberg Feuerwehr rudert zurück
Lokales Segeberg Feuerwehr rudert zurück
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14:42 05.12.2019
Von Sylvana Lublow
Knatsch um die Feuerwehr gab es in Sülfeld. Die Wehrführung wollte einen Appell der Gemeinden gegen Extremismus nicht unterschrieben - jetzt haben die Wehren ihr eigenens Bekenntins formuliert. Quelle: Christian Detlof
Sülfeld

 Ausschlaggebend für diesen Appell waren die Übergriffe dreier im Dorf lebender Neonazis, die einige Wochen lang für Angst und Schrecken in Sülfeld sorgten, von denen zwei aber mittlerweile nicht mehr im Ort wohnen. 

„Ich bin froh, die Kuh nun vom Eis zu haben“, sagte Sülfelds Bürgermeister Karl-Heinz Wegner gegenüber KN-online. Noch am späten Mittwochabend gegen 23 Uhr versandte der Kreisfeuerwehrverband Segeberg die Stellungnahme der Sülfelder Gemeindewehr. Darin wird nochmals betont, dass die Ortswehren die Resolution der Gemeinde auf Grund der Brandschutzbestimmungen des Landes Schleswig-Holstein nicht unterzeichnet hatten. „Seinerzeit ist diese Entscheidung bewusst gefallen, aufgrund der rechtlichen Vorgabe für die Feuerwehren, sich parteipolitisch neutral zu verhalten“, heißt es in der Stellungnahme. Auch das Bedrohungspotential habe die Wehren davon abgehalten, ebenso die Sorge um die jugendlichen und erwachsenen Kameraden.

Auch Innenministerium gab grünes Licht

Und weiter heißt es: „Die Kompetenz des Wehrführers wird auch vom Bürgermeister als Dienstherr der Wehrführer nicht in Zweifel gezogen.“ Der Bürgermeister selbst hatte im Vorfeld jedoch mit Befremden auf die Entscheidung der Feuerwehr reagiert. Wegner war durchaus der Meinung, dass sich Feuerwehren gegen Extremismus aussprechen dürfen.

Jetzt haben sie es nach langer Diskussion und eingehender Prüfung getan. Die Sachlage sei aufgrund von Gesprächen mit dem Landes- und Kreisfeuerwehrverband neu bewertet worden. Sogar vom Innenministerium habe sich die Feuerwehr grünes Licht geholt.

Bekenntnis zur Demokratie

Und so unterzeichneten alle Beteiligten am Ende folgendes Statement, das auch vom Landesfeuerwehrverband getragen wird:

„Wir müssen parteipolitisch neutral sein – aber dennoch ein klares Bekenntnis für unsere Demokratie vertreten, deren Bestandteil und Stütze die Feuerwehren sind. Die Feuerwehren sind eine entscheidende Stütze unserer demokratischen Gesellschaft. Es ist ein großer Verdienst des Landesfeuerwehrverbandes hier deutlich zu wirken. Öffentliche Bekenntnisse gegen Extremismus sind wichtig. Jedoch: Wir setzen darauf, Extremismus nicht einfach anzuprangern, sondern uns alle inhaltlich stark zu machen gegen Intoleranz, gegen Rassismus, gegen Fremdenhass und für eine bunte Gesellschaft und eine bunte Feuerwehr ohne Diskriminierung. Wir stehen in einer klaren Tradition, denn die Feuerwehr hilft allen Menschen, unabhängig von Herkunft, Hautfarbe, Geschlecht oder Gesinnung. Die Feuerwehren der Gemeinde Sülfeld stehen an der Seite und im Schulterschluss im Kampf gegen jegliche Gefahren für die Demokratie und Gewalttätigkeiten.“

Große Mehrheit stimmte für das Statement

Das Bekenntnis sei fast identisch mit dem Appell der Gemeinde, betonte Kreisfeuerwehrsprecher Sönke Möller gegenüber der SZ: „Doch bevor so etwas unterschrieben wird, muss es eingehend rechtlich überprüft werden.“

Laut Wegner stimmten mehr als 90 Prozent der Sülfelder Kameraden für die Unterzeichnung dieses Bekenntnisses. Der Bürgermeister ist zufrieden mit dem Ergebnis und hofft, dass das neu formulierte Bekenntnis, das er ebenfalls unterschrieben hat, als Signal auch andere Feuerwehren erreicht. Wegner: „Es ist wichtig, dass jetzt wieder Ruhe einkehrt.“

Das Statement  der Gemeindefeuerwehr, die aus den Ortswehren Sülfeld, Borstel und Tönningstedt besteht,  soll jetzt laut Bürgermeister im Schaukasten der Gemeinde ausgehängt werden.

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