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Segeberg Finanzierung für weitere Sanierung steht
Lokales Segeberg Finanzierung für weitere Sanierung steht
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10:16 30.07.2019
Von Nadine Materne
Für die Sanierung der Jakobi-Kirche in Bornhöved spendet die Stiftung Denkmalschutz 25.000 Euro. Pastorinnen Annett Weinbrenner und Ulrike Egener (von links) sowie Jochen Hildebrandt vom Kirchengemeinderat (rechts) zeigen Wolfgang von Ancken (Ortskurator Kiel der Deutschen Stiftung Denkmalschutz) und Claudia Kerlen von Nordwest-Lotto die Schäden.   Quelle: Nadine Materne
Bornhöved

„Die Finanzierung für den nächsten Bauabschnitt steht“, sagt Jochen Hildebrandt vom Kirchengemeinderat. An der Nord- und Ostseite der 900 Jahre alten Kirche soll der schädliche Muschelkalk entfernt und das Mauerwerk mit einem aufwändigen Verfahren wieder eingebaut werden. 560.000 Euro wird diese Maßnahme schätzungsweise kosten. 

Erste Pobleme bereits Mitte der 80er Jahre

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz und ihr Partner Nordwest-Lotto steuern 25.000 Euro zur Sanierung bei und übergaben jüngst symbolisch einen Scheck an Hildebrandt sowie die Pastorinnen Ulrike Egener und Annett Weinbrenner.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Stiftung das Bauwerk unterstützt, bereits 2017 gab sie 60.000 Euro dazu, um alte Sanierungsschäden zu beseitigen. „Die Kirche ist eine der wichtigsten Kulturdenkmäler in Deutschland“, betonte der Kieler Kurator der Stiftung, Wolfgang von Ancken.

Seit bald 40 Jahren ist die Kirche ein Sorgenkind für die Gemeinde. 1985 wurde Hildebrandt in den Kirchengemeinderat gewählt. „Damals fing der Ärger an“, erinnerte er sich. Salzausblühungen machten sich an den Wänden breit. Es wurde diskutiert und schließlich mit Hilfe der Nordkirche ein erfahrender Architekt gesucht. „1990 haben wir mit der Sanierung angefangen“, berichtete Hildebrandt. Damals war er im Bauausschuss tätig gewesen.

Schon damals machte der Mörtel aus zurückliegenden Sanierungen Ärger. Ein Kalkmörtel sollte nun die Lösung sein. Rundherum wurde der Kirchenwand in den folgenden Jahren bis in 30 Zentimeter Tiefe ein Kalkmörtel „verpasst“. 

Erste Risse schon ein Jahr nach der Sanierung

Und zunächst habe auch alles schick ausgesehen. „Doch nach einem Jahr bildeten sich feine Haarrisse auf der Südseite“, erzählte Hildebrandt. Wie sich herausstellte, hatte der Mörtel reagiert mit Wasser in den Wänden und drohte diese zu sprengen.

Dicke Beulen sind heute rundherum im unteren Teil des Maumerwerks zu sehen, dicke Risse durchziehen die Wände im Kircheninnern. Stahlanker und starke Holzbalken stützen die Wände an den schlimmsten Stellen. Zeitweise war gar der Kirchenraum gesperrt, Einsturzgefahr war befürchtet worden. Denn auch 20 Jahren nach der letzten Sanierung ist der Mörtel in der Kirchenwand „weich wie Frischkäse“. 

Ein Gerichtsverfahren gegen den Architekten habe man inzwischen gewonnen, sagte Hildebrandt, stellvertretender Kirchengemeinderatsvorsitzender. Allerdings sei der Architekt unterversichert gewesen. Die Kredite für die 1,3 Millionen Euro teuren Sanierung damals zahle man noch heute ab.

Deshalb wollte und will die Kirchengemeinde dieses Mal kein Risiko eingehen bei der nötigen Sanierung. An einer Modellwand wurde 2011 ein Gipsbrandmörtel und der Aufbau der Feldsteinmauer mit einer Schalentechnik getestet. 2017 wurde dann das Verfahren auf 15 Metern Breite an der Nordseite erprobt.

Neues Verfahren scheint sich zu Bewähren

Über ein Jahr nach der Fertigstellung sehe das Ergebnis sehr gut aus. „Der Mörtel ist bombenfest“, so Hildebrandt. Das einzige Problem, das man noch habe, sei die richtige Tünche zu finden, die auf der Mauer hält. Hier experimentiere man noch.

Nun kann die Sanierung des nächsten Abschnittes begonnen werden an der restlichen Nordwand sowie der Ostseite der Kirche. Allerdings sei die Arbeit lediglich im Sommer möglich. Eine Ausschreibung werde gerade vorbereitet. 560.000 Euro soll dieser Sanierungsteil kosten. Eine Viertelmillion steuert allein der Bundestag dazu.

Der erste Abschnitt hatte bereits 180.000 Euro gekostet. Und das Projekt wird die Kirchengemeinde noch weitere Jahre beschäftigen. Weitere 600.000 Euro werde voraussichtlich die weitere Sanierung kosten bis etwa 2025: Südwand, Innenraum und auch der Turm.

Sanierung wird noch Jahre dauern

Dabei wird die Kirche auch in Zukunft auf Hilfe von außen angewiesen sein. Mit verschiedenen Aktionen sammelt zwar auch ein Förderverein Geld für die Sanierung. So verkauft die Kirchengemeinde einen Wein, den „Rissling“, von dem 5 Euro pro Flasche in die Sanierung gehen.

Bei einer Wortwunsch-Predigt und einem Krimi-Dinner wurde Geld gesammelt. „Bisher haben wir etwa 30.000 Euro zusammen“, sagt Hildebrandt. Diese Aktionen werde man auch wiederholen, kündigt Pastorin Weinbrenner an. Eine Million wird damit jedoch nicht generiert. 

Auf weitere Unterstützung durch die Stiftung Denkmalschutz kann die Kirchengemeinde zumindest hoffen. „Ich kann nichts versprechen“, sagte von Ancken. Aber es mache nur Sinn, das Vorhaben auch zu Ende zu bringen, wenn man damit begonnen habe.

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