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Segeberg Florian Schiefer ist Vogelschützenkönig
Lokales Segeberg Florian Schiefer ist Vogelschützenkönig
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21:43 18.06.2019
Von Uwe Straehler-Pohl
Der neue König Florian Schiefer (3, von links) und seine Familie (von links) Tochter Lena, Ehefrau Andrea, Sohn Oscar auf dem Arm sowie die Töchter Lisa und Hanna neben Jörn-Teja Gerke. Quelle: Uwe Straehler-Pohl
Bad Bramstedt

Florian Schiefer hat drei Töchter und einen Sohn, alle waren bei dem großen Ereignis dabei und gratulierten ihrem Vater als erste. 

Den Königsschuss gab allerdings – nach den Statuten der Gilde – nicht der König selbst ab. Für ihn holte Ralf Krähmüller-Schöne um 17.20 Uhr den Corpus von der Vogelstange. 80 Schützen beteiligten sich und gaben insgesamt rund 1150 Schuss ab. 

Witze und Lieder beim Kommers

Doch einen Abend zuvor feierte die Vogelschützengilde von 1695 zunächst ihren Kommers – und bei dem wird es erfahrungsgemäß nie langweilig. Rund 300 Gäste waren am Montag zum Kommers der Traditionsgilde, die im kommenden Jahr 325 Jahre alt wird, gekommen. Sie hatten viel Anlass, über die teilweise wirklich witzigen Beiträge herzlich zu lachen. Auch bei den Rednern hatte sich herumgesprochen, dass in der Kürze die Würze liegt. Manche stimmten auch einfach nur ein Lied an. Und einen Heiratsantrages gab es bisher auch noch nicht bei dieser Veranstaltung.

Als Jürgen Schümann im vergangenen Jahr König wurde, hatte er seine Lebensgefährtin Angela Averhoff vor allen Anwesenden gefragt, ob sie den Rest des Lebens zusammen verbringen wollten. „Eine Antwort haben wir damals aber nicht bekommen“, bemerkte Hauptmann Clemens Moritz. Ohne langes Zögern ließ daraufhin Angela Averhoff laut und vernehmlich das vermisste „Ja“ hören. Allerdings hatte sie nicht ein Jahr Bedenkzeit benötigt. „Ich hatte Jürgen damals leise ins Ohr mit „Ja“ geantwortet, das ist wohl untergegangen“, verriet sie am Montagabend. Nach lautem Applaus erhielt sie dann aus der Hand von Bürgermeisterin Verena Jeske eine überdimensionalen Ehering.

Der Aufforderung des Publikums, sie könne als Bürgermeisterin ja auch gleich die Trauung vornehmen, kam Jeske allerdings dann doch nicht nach. Ganz pragmatisch sah das ein Anwesender, der bei einer sofortigen Trauung den Polterabend in Gefahr sah. 

Jürgen Schümann bedankte sich als "Bürgerking"

Jürgen Schümann bedankte sich mit kurzen, launigen Worten bei seinen „Untertanen“. „Als Bürgermeister von Fuhlendorf und gleichzeitiger König bin ich so eine Art Bürgerking“, witzelte er.

Eine nette Überraschung hatten sich Verena Jeske und Bürgervorsteherin Annegret Mißfeldt einfallen lassen. Statt wie üblich eine Rede zu halten, stimmten sie mit allen Anwesenden zur Melodie von „Marmor, Stein und Eisen bricht“ ein Lied auf den scheidenden König an. „Kerl wie ein Baum, der geht voran, dam, dam, dam, dam, pirscht durch Wald und Tannen dann, dam, dam, dam, dam, “, lautete eine der Strophen. Jeskes Ehemann Tilo, der auch den Text verfasst hatte, brachte den Saal mit Gitarrenbegleitung dazu, selbst ohne vorherige Probe einen passablen Gesang hinzulegen und die Stimmung schon am Anfang anzuheizen.

Ein Norweger machte Spaß op Platt

Viel Applaus erhielt auch wieder Achtmann Dag Meholm. Der Norweger, der seine Beiträge immer auf Plattdeutsch hält, erklärte den Zuhörern, dass er bei den Volkshochschulen sogar die Konjugation regelmäßiger Verben gelernt hat und gab gleich diverse Beispiele von „Ik bün“, dem Präsens über Imperfekt „Ik bün west“ bis hin zum Futur „Ik war ween“. Als Test an das Publikum stellte er die Frage was „Du schusst gor ni born sien“ grammatikalisch sei. „Präservativ defektum“ gab es dann zur Erheiterung des Publikums selbst die Antwort. Weiter unter die Gürtellinie ging es diesmal nicht. 

Karl Lagerfeld soll Ehrenmitglied werden

Reimer Fülscher, Gastredner von der Fleckensgilde, enttäuschte auch in diesem Jahr sein Publikum nicht. Seine Art, in Bad Bramstedts Historie zu stöbern und Verbesserungsvorschläge für das Fortkommen des Ortes als Kurort zu machen, sind einfach unnachahmlich – natürlich alles op Platt. So soll Bad Bramstedt zur Pilgerstätte für einen seiner berühmtesten Bürger, dem verstorbenen Modezaren Karl Lagerfeld, werden. Dazu werde „Kalli“ Lagerfeld post mortem Ehrenmitglied der Gilde werden. Unter anderem soll der lütte Lagerfeld nur in Ünnerbüx als Bronzefigur in der Nähe der Wiebke Kruse Bronze am Brunnen aufgestellt werden. „In Unnerbüx, da Wiebke Kruse ja juss sien Plünn wascht“, so Fülscher, der Besucherströme aus aller Welt prognostiziert.

Bad Segebergs Ex-Bürgermeister und Brunnenfan Jörg Nehter muss jetzt tapfer sein: Eventuell wird der Marktplatzbrunnen abgerissen. Bei der Neugestaltung der Fläche ist das Entfernen kein Tabu. Das wurde bei einem Anwohnertreffen deutlich. Protest gegen den drastischen Schritt gab es nicht.

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