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Segeberg Erste Flüchtlinge kommen im April
Lokales Segeberg Erste Flüchtlinge kommen im April
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19:00 24.02.2015
Von Patricia König
Von der Neumüsterstraße führt die Panzerstraße zur neuen Landesunterkunft für Asylsuchende auf dem Gelände der Rantzau-Kaserne. Quelle: König
Boostedt

Bürgermeister Hartmut König (CDU) hatte sogar einen Wachdienst in Erwartung einer turbulenten Sitzung engagiert. Es kamen aber nur zehn Interessierte. Dafür hatte der Bürgermeister hochkarätige Ministeriumsvertreter am Tisch im Hof Lübbe, darunter den stellvertretenden Staatssekretär aus dem Landesministerium für Bundesangelegenheiten, Norbert Scharbach.

Mit dem Bauantrag, der die Umwidmung der Kaserne zur Asylunterkunft regelt, ist gesichert, dass für die nächsten fünf Jahre höchstens 500 Asylsuchende und Geduldete in einem Teil der Rantzau-Kaserne untergebracht werden. Das Land verpflichtet sich, die Unterkunft über eine vorhandene Panzerstraße zu erschließen, eine keimfreie Trinkwasserversorgung sicherzustellen und den Lärmschutzvorgaben Rechnung zu tragen. Und: Sollte sich wider Erwarten in fünf Jahren ein weiterer Bedarf für die Unterbringung von Flüchtlingen in Boostedt stellen, muss die Landesregierung einen neuen Antrag bei der Gemeinde stellen.

Ministeriumsvertreter Scharbach versprach: „Auch wenn im Vorfeld schon spekuliert wurde, ob wir nicht doch mehr als 500 Flüchtlinge in Boostedt unterbringen, kann ich ihnen ganz eindeutig versichern, dass wir das nicht tun werden.“ Außerdem betonte er, die Befristung der Asylunterkunft auf fünf Jahre und dass die einzelnen Flüchtlinge maximal sechs Wochen in Boostedt blieben.

Gemeindevertreter Wolfgang Brückner (CDU) fragte, ob Boostedt „die Quote an Flüchtlingen“ erfüllt habe und ob das Amt Booostedt-Rickling aus der Weiterverteilung der Flüchtlinge ausgenommen wird. Scharbach versprach, darüber mit der Kreisverwaltung zu sprechen. Der Leiter des Landesamtes für Ausländerangelegenheiten, Ulf Döhring, bestätigte Dienstag der Segeberger Zeitung, dass Boostedt selbst keine weiteren Flüchtlinge zugewiesen bekomme.

Auf Nachfragen von Gemeindevertretern erklärte Döhring, dass das Deutsche Rote Kreuz die Betreuung der Flüchtlinge übernehmen werde, der ärztliche Dienst allerdings erst ab dem Sommer aufgestellt sei. „Dazu fehlen noch die baulichen Voraussetzungen“, erläuterte er. Solange werden zwei Arzthelferinnen in einer Servicestelle von montags bis freitags anwesend sein und ein Shuttle-Dienst zu den Fachärzten in Neumünster eingerichtet. Die medizinischen Eingangsuntersuchungen der neuen Flüchtlinge erfolgten zunächst in der Einrichtung in Neumünster. Zudem seien die Bestimmungen des Brandschutzes noch nicht alle erfüllt, es fehle noch eine Brandmeldeanlage, erläuterte Döhring. „Die oberen Etagen der Unterkünfte können wir deswegen noch nicht benutzen.“

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