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Segeberg Schulleiter warnt vor AfD-Panikmache
Lokales Segeberg Schulleiter warnt vor AfD-Panikmache
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20:27 22.08.2018
Grundschulleiter Arend Scharf hat nichts gegen eine Begegnungsstätte für Flüchtlinge neben der Schule. Quelle: Klaus-Ulrich Tödter
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Kaltenkirchen

Entsetzen und große Empörung herrscht in der Lakwegschule über die Anfrage der Alternative für Deutschland (AfD) für die Stadtvertretersitzung zur geplanten Flüchtlingsbegegnungsstätte neben der Lehranstalt. „Der Standort in unmittelbarer Nähe zu einer Schule macht uns Sorgen und scheint uns ungeeignet“, meint AfD-Fraktionschef Marco Werner.

Übereinstimmung in allen Gremien

Doch es ist nicht nur diese Aussage, die Arend Scharf, Direktor der Grundschule, auf die Palme bringt, sondern die Fragen, die Werner an die Stadtverwaltung stellte. So wollte die AfD unter anderem wissen, wie viele Flüchtlinge in der Stadt ein Bleiberecht hätten, ob es in der Stadt auch sogenannte Gefährder gebe und ob unter den hier lebenden Asylbewerbern welche seien, die bereits mehrfach straffällig geworden seien. Alles Fragen, die Bürgermeister Hanno Krause mangels Zuständigkeit nicht beantworten konnte. Er habe sie aber an die zuständigen Stellen weitergeleitet, hatte er bereits mitgeteilt. Aber Krause betonte auch, dass ihm von Gefährdern und auffälligen Asylbewerbern nichts bekannt sei. Im übrigen sei die Entscheidung, im Ex-Hausmeisterhaus einen Treff mit Bildungsangeboten und Betreuung einzurichten, in allen Gremien in voller Übereinstimmung gefallen.

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Noch nie ist etwas passiert

„Ich bin entsetzt, tief erschüttert, und es ist eine Unverschämtheit, was hier von der AfD angerichtet wurde“, meint Scharf, weil mit den Fragen gezielt auf Ängste und Vorurteile bei der Bevölkerung und den Eltern gesetzt werde. Und das sei völlig aus der Luft gegriffen. Das Hausmeisterhaus habe lange als Asylbewerberunterkunft gedient, sowohl für Einzelpersonen als auch für Familien. „Und in all der Zeit ist nicht das Geringste passiert

Auch AWO-Kinderhortleiterin Ruth Josties bestätigt das problemlose Miteinander. Es habe zwischen den Flüchtlings- und den Hort-Kindern gelebte Integration stattgefunden.

Amtierender Bürgermeister Bracke hat Bedenken

Etwas zurückhaltender gibt sich der amtierende Bürgermeister Dieter Bracke (CDU), der gerade Amtsinhaber Hanno Krause vertritt. „Ich bin über die Standortentscheidung nicht so glücklich“, sagt er. „Wir haben darüber wohl nicht weiter nachgedacht und nicht mit Probleme gerechnet."

Von Klaus-Ulrich Tödter

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