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Segeberg Wirbel um Flugplatz Hartenholm: Was steckt dahinter?
Lokales Segeberg Wirbel um Flugplatz Hartenholm: Was steckt dahinter?
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15:56 23.09.2019
Von Sylvana Lublow
Massoud Abdzadeh, hier vor seiner Cessna 150, im März 2018 auf dem Flugplatz Hartenholm. Damals hatte er gerade eine schwere Zeit hinter sich. Quelle: Archiv
Hasenmoor

Abdzadeh hatte sich an KN-online gewandt, weil ihm der Zutritt zu seinem Flugplatz nicht mehr erlaubt sei. Er sagte außerdem, dass die Fluglizenz für den Platz aufgehoben wurde, „weil auf der Landebahn eine Werner-Figur steht.“ Der Iraner Abdzadeh spricht von einem „riesigen Skandal, wie ihn Schleswig-Holstein seit Jahrzehnten nicht erlebt hat.“

Pachtvertrag ist längst aufgelöst

Die Tatsachen sehen allerdings etwas anders aus. Auf Anfrage bei der HoHa Hanseatic GmbH, der Firma, die hinter den Werner-Rennen-Veranstaltungen steht, erfuhr KN-online, dass Abdzadeh seit dem 30. Juni 2019 nicht mehr Pächter des Flugplatzes ist.

Die HoHa Hanseatic hat den Platz bis auf Weiteres gepachtet. „Wir sahen das Werner-Rennen in Gefahr und dachten, bevor uns jemand einen Strich durch die Rechnung macht, pachten wir das Gelände lieber selbst“, sagte Bastian Orthmann, Projektleiter bei HoHa Hanseatic. Also habe man die Gelegenheit beim Schopfe gepackt.

Da der Pachtvertrag mindestens bis Ende 2019 geschlossen werden musste, sind die Werner-Veranstalter nach wie vor die einzigen Nutzungsberechtigten des Flugplatzes. Wie lange die HoHa Pächter bleibt, dazu wollte Orthmann sich nicht äußern. Der Pachtvertrag beinhalte aber die Option auf Verlängerung.

Flugplatz Hartenholm: Fluggenehmigung liegt noch nicht vor

Einen Wermutstropfen gibt es in der Geschichte jedoch: Der Flugbetrieb wurde von der HoHa zunächst stillgelegt. Das Unternehmen hat keine Betriebsgenehmigung für die Anlage, die notwendigen Anträge seien aber bei der Luftfahrtbehörde eingereicht worden.

„Wir wollen den Flugplatzbetrieb gerne wieder ermöglichen“, so Orthmann. Auch deshalb habe die HoHa Hanseatic dem ehemaligen Pächter Abdzadeh eine Zusammenarbeit angeboten. „Er hätte den Flugbetrieb weiterführen können, aber mit uns als Pächter“, erklärte Orthmann. Abdzadeh habe auf dieses Angebot nicht reagiert, über dritte habe die HoHa erfahren, dass der Iraner nicht an einer Zusammenarbeit interessiert sei. 

Flugplatz Hartenholm wird seit 2011 zwangsverwaltet

„Herr Abdzadeh hat die helfenden Hände nicht ergriffen“, sagt Rechtsanwalt Sören Winkler aus Neumünster. Er ist seit 2011 der Zwangsverwalter des Flugplatz-Grundstücks. Winkler erklärte KN-online die Zusammenhänge: Das Grundstück gehört einer Personenbezogenen GbR, einer der Eigentümer ist Massoud Abdzadeh, der auch der Geschäftsführer der Flugplatz Hartenholm GmbH ist.

2011 wurde von der Bank jedoch der Antrag auf Zwangsverwaltung des Grundstücks gestellt. Zwangsverwalter Winkler hatte damit den Pachtvertrag geerbt. Da Abdzadeh den Flugplatz schon viele Jahre führte, wurde er abermals als Pächter eingesetzt. Bis er seine Pacht nicht mehr zahlte.

„Der Vertrag wurde Anfang des Jahres beendet, es gab einen Vergleich vor Gericht“, sagt Winkler. Das Amtsgericht Neumünster hatte beschlossen, dass Abdzadeh den Flugplatz bis zum 30. Juni 2019 räumen muss. „Das hat er aber bis heute nicht getan“, so Winkler, der bestätigt: „Abdzadeh wurde die Benutzung und Verwaltung seines Eigentums entzogen.“

Schon 2017 Fluggenehmigung entzogen

Dass Abdzadeh Pachtschulden hat, hängt sicherlich auch mit den Problemen zusammen, die der Iraner vor zwei Jahren hatte. 2017 hatte die Luftfahrtbehörde ein Start- und Landeverbot ausgesprochen, weil zu hohe Bäume in einem angrenzenden Waldstück den Luftverkehr gefährdeten. Massoud Abdzadeh musste monatelang mit den Waldbesitzern verhandeln, bis diese endlich die zehn Meter hohen Tannen gesetzeskonform herunterschnitten.

Erst im März 2018 wurde das Nutzungsverbot für den Flugplatz wieder aufgehoben. Damals schon erklärte Abdzadeh KN-online: „Die Verfügung der Luftfahrtbehörde hat mich an den Rand des Ruins getrieben.“ Mehr als drei Dutzend Privatpiloten hätten in der Zeit ihre Flugzeuge ausgelagert. Sie wieder zurückzugewinnen, sei ein „sehr schwieriges Unterfangen“.

Der Iraner sprach im März 2018 von einem Schaden in einem einstelligen Millionenbetrag. Seine größte Hoffnung damals: das Werner Rennen, von dessen Einnahmen er sich versprach, den Schaden teilweise zu beheben. Doch laut Orthmann bekam Abdzadeh 2018 von der HoHa Hanseatic eine Pacht im Zehntausender-Bereich.

Albatros darf noch Fallschirm springen

Für die am Flugplatz Hartenholm ansässige Firma Albatros Fallschirmsport GmbH gibt es derzeit eine Sondergenehmigung. Die hatte HoHa Hanseatic am 12. September 2019 mit Albatros getroffen.

Albatros darf Flüge und Fallschirmsprünge durchführen, zunächst bis Ende des Jahres 2019, Gespräche um eine Fortsetzung gebe es bereits, so Orthmann.

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