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Segeberg Föhrden-Barl will keine Windkraftrotoren
Lokales Segeberg Föhrden-Barl will keine Windkraftrotoren
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16:48 01.11.2018
Von Einar Behn
Das Thema Windkraft erzürnt erneut die Gemüter in Föhrden-Barl. Quelle: Monika Skolimowska
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Föhrden-Barl

Die Gemeindevertretung musste zu einer Sondersitzung zusammenkommen, weil das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) die Gemeinde aufgefordert hatte, Stellung zu einem Bauantrag der EnBW Windkraft Projekte GmbH zu beziehen. Sie will auf Föhrden-Barler Gebiet zunächst eine Windkraftanlage bauen, im Steinburger Nachbarort Hingstheide eine weitere. Bis zum 31. Oktober sollte Föhrden-Barl das sogenannte gemeindeliche Einvernehmen erteilen. Die beiden geplanten Rotoren gelten als privilegierte Bauvorhaben, die nach Einschätzung des LLUR alle Genehmigungskriterien erfüllen. Später sollen auf der Vorrangfläche weitere Rotoren folgen, dies jedoch erst, wenn der Regionalplan rechtskräftig wird. Bis Mitte nächsten Jahres gilt landesweit eine Sperre für die Genehmigung auf nicht privilegierten Flächen.

Die Einflussmöglichkeiten der Gemeinden sind nach einem Urteil des Oberverwaltungsgerichts nur nochgering. Solange nämlich die Windkraftanlage auf einer privilegierten Fläche gebaut werden soll, ist die Ablehnung nur noch möglich, wenn die Gemeinde nachweist, dass gegen von der Landesregierung festgesetzte Kriterien verstoßen wird.

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Föhrden-Barl hatte bereits im Vorwege zusammen mit Bad Bramstedt, Weddelbrook und weiteren Gemeinden, die ebenfalls von privilegierten Bauanträgen betroffen sind, eine Kieler Anwaltskanzlei ins Boot geholt. Gestützt auf deren Sachverstand, beschlossen die sechs stimmberechtigten Gemeindevertreter, das Einvernehmen zu versagen. Drei Gemeindevertreter durften an der Abstimmung nicht teilnehmen, weil sie als Landeigentümer in der Vorrangfläche befangen sind.

Hauptargument der Gemeindevertreter gegen den Bau ist, dass die Anlage nicht vollständig in der Vorrangfläche steht. „Im zweiten Entwurf der Teilfortschreibung des Regionalplanes wurde das Gebiet verkleinert“, erklärte der stellvertretende Vorsitzende des Planungs- und Maßnahmenausschusses, Michael Möller. Ursprünglich waren als Eignungsfläche 29 Hektar vorgesehen. Davon verblieben als Vorrangfläche nur noch 22 Hektar, so Möller. Die Folge: Die beantragte Windkraftanlage ragt mit ihren Rotoren über die Grenze der Vorrangfläche hinaus, was nicht zulässig sei.

Thorsten Beck 01.11.2018
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