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Segeberg Frau lag halbnackt in der Feldmark
Lokales Segeberg Frau lag halbnackt in der Feldmark
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17:08 03.11.2017
Von Thorsten Beck
Die Polizei hat den Birkenweg in Schackendorf gestern kurz hinter der Autobahn-Unterführung voll gesperrt. Die Spurensuche dauerte bis in den Abend. Quelle: Thorsten Beck
Schackendorf

Erst die Obduktion in der Kieler Gerichtsmedizin dürfte für Aufschluss sorgen. Nach Informationen der Segeberger Zeitung war der Ehemann am Mittwoch bei der Polizei in Bad Segeberg erschienen, um seine Frau als vermisst zu melden. Die Beamten reagierten aber noch entspannt, da die Frau erst wenige Stunden verschwunden war. Offenbar hatte sie ihren Hund ausgeführt und war von diesem Spaziergang nicht zurückgekehrt. Bei der Polizei schrillen die Alarmsirenen aber erst, wenn ein Erwachsener länger als 24 Stunden ausbleibt. Oft genug hat sich ein vermeintliches Verbrechen als Reaktion auf einen Beziehungsstreit oder anderweitigen Ärger herausgestellt. So wurde auch in diesem Fall nichts unternommen. Ob die Frau zu diesem Zeitpunkt überhaupt noch am Leben war, werden nun auch die Pathologen beantworten müssen.

Als seine Frau auch über Nacht nicht nach Hause kam, ging er Ehemann – wie die SZ erfuhr – auf eigene Faust die Feldwege ab, die zu den bevorzugten Gassi-Routen gehörten. Und um die Mittagszeit wurde er, wie er zu Protokoll gab, in der Nähe der Gemeinde fündig: Er entdeckte seine Frau, die reglos und mit entblößtem Unterkörper am Boden lag.

„Loch im Kopf“ der Toten?

„Unklare Bewusstlosigkeit“ – mit diesen Worten wurde der Rettungsdienst wenige Minuten später zum Fundort gerufen. Später sickerte dann durch, die Kriminalpolizei ermittle wegen eines Tötungsdeliktes. Von einem „Loch im Kopf“ bei der Toten war die Rede. Ob dieses Loch aber durch einen versehentlichen Sturz, einen Schlag oder gar durch einen Schuss entstanden ist, gehört ebenfalls zu den Punkten, die medizinisch abgeklärt werden müssen. Auch warum die Tote nicht vollständig bekleidet war, gibt den Beamten noch Rätsel auf.

Polizei bestätigt lediglich einen Einsatz

Undurchsichtig ist der ganze Fall an der Straße Birkenweg, die dort parallel zur A21 verläuft, allemal: Sowohl die vor Ort eingesetzten Beamten als auch der Sprecher der Polizeidirektion Segeberg, Polizeihauptkommissar Nico Möller, verweigerten jegliche inhaltliche Stellungnahme. Möller wollte der SZ auf Anfrage nur bestätigen, dass es einen Einsatz gegeben habe. „Weitere Angaben werden zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht gemacht.“ Das ist bei Todesermittlungen dieser Art allerdings nicht ungewöhnlich.

Dass es sich bei der gefundenen Toten nicht um einen einfachen Routinefall handelt, etwa um einen Krankheitsfall oder offensichtlichen Suizid, zeigte wohl nicht zuletzt der beträchtliche Aufwand, den die Ermittler betrieben haben und offenbar noch betreiben wollen. Die Feuerwehr wurde am Nachmittag jedenfalls gebeten, das mit rot-weißem Flatterband weiträumig abgesperrte Areal zur weiteren Spurensuche am Abend noch einmal auszuleuchten.

In dem besagten Gebiet gibt es keine Wohnbebauung, lediglich eine Straße, die irgendwann endet, und zwei Regenrückhaltebecken.

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