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Segeberg Zu viel Arbeit: Kita-Eltern geben auf
Lokales Segeberg Zu viel Arbeit: Kita-Eltern geben auf
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19:13 25.01.2019
Rund 27 Prozent der rund 160 Einrichtungen zur Tagesbetreuung von Kindern (Krippen, Kindergärten, Horte und kindergartenähnliche Einrichtungen) im Kreis Segeberg werden von Elterninitiativen, Vereinen oder privat getragen. Quelle: Monika Skolimowska / Symboldbild
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Der Vorstand des Trägervereins „Kita Fredesdorfer Mäusekinder“ kündigte seinen Rücktritt für das kommende Jahr an. Auf ehrenamtlicher Basis sei die Arbeit nicht mehr zu leisten.

Zu viele Gesetze und Auflagen

„Die zu beachtenden Vorschriften, neue Gesetze sowie die vielen notwendigen Gespräche mit Eltern und Mitarbeitern können zu unserer eigenen Zufriedenheit nicht mehr ehrenamtlich bewältigt werden“, erklärte Vereinsvorsitzende Kirsten Jungblut. Sie sprach auch für ihre Vorstandskolleginnen Carola Kaufmann und Ronny Körting. „Der zeitliche Aufwand ist enorm und nicht mehr zu leisten.“ Jungblut kündigte an, sich während der Jahresversammlung des Vereins im April noch für ein Jahr wählen zu lassen. 2020 aber wollen alle drei Vorstandsmitglieder von ihren Posten zurücktreten.

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Als Berater bestätigte der 56-jährige Torsten Thormählen, früherer Bürgermeister von Henstedt-Ulzburg und seit fünf Jahren Geschäftsführer der Beratungsgesellschaft Primalux, die Aussagen: „Das Ehrenamt ist mittlerweile bei der Trägerschaft für einen Kindergarten an der Belastungsgrenze.“ 

Eine externe Trägerschaft oder eine hauptamtliche Geschäftsführung würde jedoch Kosten verursachen und dazu führen, die Kitabeiträge zu erhöhen, machte Thormählen die Konsequenzen deutlich.

Arbeitsgruppe eingerichtet

„Unseren Kindergarten wollen wir auf jeden Fall behalten“, betonte Bürgermeister Klaus-Peter Waldheuer. Er bedankte sich beim Vorstand des 40 Mitglieder zählenden Kita-Vereins für das Engagement. „Wir haben jetzt Zeit genug, uns über die Zukunft des Kindergartens Gedanken zu machen.“ Seine Anregung, eine Arbeitsgruppe einzurichten, wurde von den Kommunalpolitikern begrüßt.

Dass sich neue Vorstandsmitglieder für einen ehrenamtlichen Trägerverein finden lassen, bezweifelten die Beteiligten. „Auch andere Gemeinden standen vor der gleichen Herausforderung und haben keinen Vorstand mehr für ihre Elternvereine gefunden, die als Träger fungieren“, gab Waldheuer zu bedenken.

Im Fredesdorfer Kindergarten werden derzeit 30 Kinder in einer Elementar- und einer Krippengruppe von sieben pädagogischen Mitarbeitern betreut.

Von Gerrit Harald; und Sponholz Becker

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