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Segeberg Freiheitsstrafe auf Bewährung
Lokales Segeberg Freiheitsstrafe auf Bewährung
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19:46 25.05.2018
Das Amtsgericht in Bad Segeberg sprach im Prozess um sexuellen Missbrauch an Siebenjähriger ein Urteil. Quelle: Archiv
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Bad Segeberg

Wegen sexuellen Missbrauchs einer Siebenjährigen wurde der Angeklagte zu zehn Monaten Freiheitsstrafe, ausgesetzt zur Bewährung, verurteilt. Laut Anklage soll er dem Mädchen zunächst die Innenseite der Schenkel gestreichelt, ihm dann in die Hose gegriffen und den nackten Intimbereich berührt haben.

Angeklagter spricht von einem Versehen

Die Tat stritt der arbeitslose Handwerker am Freitag nicht ab in der Hauptverhandlung. Allerdings stellte der Angeklagte den Vorfall als ein Versehen dar. Es war Sonntag, der 22. Januar 2017. Er sollte auf das gemeinsame Kind und die damals siebenjährige Lea (Name geändert) aufpassen. Es sei morgens 6 Uhr gewesen, erinnert sich der Angeklagte. „Wir lagen alle auf dem Schlafsofa, die Kinder guckten Fernsehen.“ Er sei dann eingeschlafen. Am Abend zuvor habe er eine ganze Flasche Wodka getrunken. „Im Halbschlaf“ habe er dann das Mädchen neben ihm angefasst – „unbewusst“.  „Ich muss gedacht haben, das ist meine Ex-Freundin“

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Videovernehmung des siebenjährige Opfers wurde gezeigt 

Um dem Mädchen eine Aussage vor Gericht zu ersparen, wurde die 25-minütige Videovernehmung des Kindes bei der Polizei im Gerichtssaal vorgespielt. Leo schildert darin, wie der Angeklagte zunächst seine Hand auf der Innenseite ihrer Schenkel zwischen die Beine glitt. Dann habe er die Hand in die Hose geschoben. „Ich weiß nicht, was er da wollte“, sagt Lea im Video.  Lea schildert zudem, dass sie gefragt wurde, „wie das war“ für sie. 

Dass er diese Frage gestellt hat, bestreitet der Angeklagte. Für das Leid, „dass er der Familie zugefügt“ habe, entschuldigte er sich im Gerichtssaal.

Anklage fordert zehn Monate Freiheitsstrafe zur Bewährung

Für Staatsanwaltschaft, Nebenklage und Gericht ist nach dem Video klar, dass die sexuelle Berührung der Siebenjährigen kein Versehen gewesen sein kann. „Sie haben sich des sexuellen Missbrauchs eines Kindes schuldig gemacht“, so die Staatsanwältin und beantragte eine Freiheitsstrafe von zehn Monaten. Dem folgte das Gericht. Die Strafe wird zur Bewährung ausgesetzt. 

„Auf jeden Fall waren Sie sich der Tat bewusst“, begründete die Richterin das Urteil. Auch im Halbschlaf hätte der Angeklagte an der Anatomie erkennen müssen, dass er keine erwachsene Frau vor sich hat.

Von Nadine Materne

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