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Segeberg Bau von fünf Windkraftanlagen beantragt
Lokales Segeberg Bau von fünf Windkraftanlagen beantragt
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17:36 09.08.2019
Von Einar Behn
Auch südlich von Bad Bramstedt werden wohl bald Windräder drehen. Quelle: Ulf Dahl
Weddelbrook

Der Antragsteller kann sich auf ein privilegiertes Baurecht berufen, das es ihm ermöglicht, Windkraftanlagen schon zu bauen, bevor der in Arbeit befindliche Regionalplan rechtskräftig wird. Windkraftanlagen werden von der Landesregierung dann als privilegiert eingestuft, wenn sie in den vorgesehenen Eignungsräumen liegen und keine Konflikte mit zu nahe gelegener Bebauung und Naturschutzbelangen zu erwarten sind, oder auch bei bereits geprüften Altanträgen. Durch diese Umgehung der aufwendigen Regionalplanung soll erreicht werden, dass die Energiewende nicht ins Stocken gerät. 

Das Verfahren hatte schon Ende letzten Jahres für erheblichen Unmut in Weddelbrook und Hitzhusen aber auch in Föhrden-Barl gesorgt, weil auch dort privilegierte Bauanträge gestellt wurden. Allerdings wurden sie wieder zurückgezogen, weil einige der beantragten Standorte außerhalb der in der Regionalplanung vorgesehenen Eignungsräume lagen. Auch in Bad Bramstedt hagelte es Proteste, vor allem aus dem Wohnpark Bissenmoor, der rund einen Kilometer entfernt von den geplante Rotoren liegt. Die Abstandsvorschrift wird damit gerade eingehalten. 

Bis 200 Meter Nabenhöhe

Nun liegen neue Bauanträge für die Flächen an der geplanten A20 vor. Drei Windräder sollen auf Weddelbrooker Gebiet errichtet werden, zwei auf Lentföhrdener. „Nach dem Bauantrag haben sie unterschiedliche Nabenhöhen, zwischen 180 und 200 Metern“, berichtet der Weddelbrooker Bürgermeister Stefan Gärtner. Weddelbrook hat nun die Möglichkeit, bis zum 16. September eine Stellungnahme zu formulieren. Genehmigungsbehörde ist das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR), das die Gemeinden anhört, aber nicht an deren Beschlüsse gebunden ist. 

„Wir werden die Windkraftanlagen ablehnen“, sagte Gärtner. Weddelbrook habe sich ja schon mehrfach so geäußert, auch gestützt auf Bürgerentscheide. Zunächst allerdings sollen der Bauausschuss (19. August) und die Gemeindevertretung (28. August) über die Anträge beraten. Gärtner will sich zuvor von einem Fachanwalt beraten lassen. Zur Begründung wird die Gemeinde voraussichtlich viele Argumente anführen, die sie auch schon Ende letzten Jahres in ihrer Stellungnahme zur Fortschreibung des Regionalplanes genannt hatte. Sie reichten von geschützten Biotopen in der Nähe, dem großen Storchenvorkommen im Raum Bad Bramstedt bis zum Roten Milan, der in der Nähe seinen Horst hat. Gärtner, selbst Jäger, sagt: „Ich kann ihnen eine ganze Reihe von geschützten Arten in der Umgebung aufzählen“. 

Lentföhrden hat keine Bedenken

Vom Nachbarort Lentföhrden können die Weddelbrooker keine Solidarität erwarten. Die Gemeindevertretung hatte sich schon im letzten Jahr für den Windpark im Norden der Gemeinde ausgesprochen.

 In Bad Bramstedt ist die Haltung in der Kommunalpolitik uneinheitlich, die Stadt wird vom LLUR zu den konkreten Bauanträgen aber auch gar nicht gefragt. Sie kann sich lediglich zur Regionalplanung äußern. Bürgermeisterin Verena Jeske hatte im letzten Jahr im Bürgermeisterwahlkampf den Einwohnern im Bissenmoor versprochen, sich gegen den Windpark südlich der Stadt einzusetzen.

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