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Segeberg Gemeinsames Verständnis im Mittelpunkt
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20:58 02.09.2019
Frauenpower hoch drei: Yonya Sunel, Genralkonsulin der Türkei für Hamburg und Schleswig-Holstein, Bürgermeisterin Verena Jeske und Dilek Agdan, Vorsitzende des Kulturvereins der islamischen Religionsgemeinschaft Bad Bramstedt (von links).  Quelle: Uwe Straehler-Pohl
Bad Bramstedt

Für Dilek Agdan ist dies der eigentliche Erfolg des Festes. Der einzigen weiblichen Vorsitzenden von 36 Moschee-Gemeinden in Hamburg und Schleswig-Holstein und ihren Mitstreitern ist es schon lange ein besonderes Anliegen, das Miteinander von Muslimen und Nicht-Muslimen und das gegenseitige Verständnis stetig zu verbessern.

Besuchern der Kermes wird das leicht gemacht: Kaum betritt jemand das Gelände der Gemeinde am Butendoor, kommt in der Regel ein Mitglied auf den Betreffenden zu und kümmert sich um ihn. Tee oder Kaffee und ein Smalltalk sind das Mindeste, was die türkische Gastfreundlichkeit zu bieten hat.

Was bedeuten die Muster auf dem Gebetsteppich?

Gut angenommen wird auch die Möglichkeit, in einer überschaubaren Gruppe die Moschee zu besichtigen, sich die Abläufe und Hintergründe beim Fasten erklären zu lassen oder sogar bei einem der mehrfach am Tag stattfindenden Gebete dabei zu sein. Was ist eine Lobpreisungskette, wie und warum wird sie nach den Gebeten genutzt? Warum beten Männer und Frauen getrennt voneinander? Was bedeuten die Muster der Teppiche? Und warum liegen sie in Richtung Quibla, den meisten eher als Richtung Mekka geläufig? Was ist Kürsi, Mihrab oder Minber? All diese Fragen wurden den Gästen beantwortet – (es sind ein Lesepult, Gebetsnische und die Kanzel) und so ein wenig das Fremde genommen.

Kulturfahrten nur für Frauen

Dilek Agdan bietet auch andere Aktivitäten an: zum Beispiel Kulturfahrten durch die Türkei, ausschließlich für Frauen. Auch Konfirmanden erhalten die Gelegenheit, die türkische Gemeinde kennenzulernen. Ahmet Uya, Vorsitzender des Elternbeirates der Koranschule, sucht den Kontakt zur evangelischen Kirchengemeinde, damit seine 24 Koranschüler, davon elf Mädchen, auch etwas über die christliche Kirche erfahren. Gemeinsame Fahrten mit Konfirmanden und Koranschülern könne er sich künftig gut vorstellen.

Frauenpower hoch drei

Unterstützung erfährt die muslimische Gemeinde auch von Yonca Sunel, Generalkonsulin der Republik Türkei für Hamburg und Schleswig-Holstein. Bei ihrem ersten Besuch in der Bad Bramstedter Gemeinde machte sie am Sonntag deutlich, wie wichtig die deutsche Bildung für türkische Kinder sei. „Dafür ist es wichtig, dass deren Eltern den Kontakt zu den Schulen halten und das Bildungssystem verstehen“, erklärte sie. Auch liege es ihr am Herzen, dass Deutsche und Türken zusammenkommen und dass andere Gemeinden die Bad Bramstedter Gemeinde als Vorbild für das Miteinander nehmen, so die Konsulin, die in Schleswig-Holstein als Tochter eines Arztes und einer Krankenschwester geboren wurde.

Sich für andere Kulturen interessieren

Verena Jeske, erste weibliche Bürgermeisterin in Bad Bramstedt, nutzte die Gelegenheit zu einem Austausch mit Sunel und Agdan, die als Frauen eine besondere Funktion wahrnehmen. Mit nur einem Satz schaffte es Jeske, einen beachtlichen Applaus von den vielen türkischen Menschen zu erhalten. Mit „Tesekur Ederim – vielen Dank“ schloss sie ihre spontan gehaltene Dankesrede für die Einladung.

Auch wenn das tolle Essen von den Gästen immer wieder gelobt wird, ist es doch nicht das Einzige, was sie dort hinzieht. „Man lebt ja schließlich miteinander. Dann muss man sich ja auch für die andere Kultur interessieren“, meinte beispielsweise Erika Timmermann aus Hitzhusen. Ähnliches war auch von einer Reihe anderer Gäste zu hören.

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Von Uwe Streahler-Pohl

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