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Segeberg Gericht entscheidet im Herbst über A20
Lokales Segeberg Gericht entscheidet im Herbst über A20
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00:18 20.05.2013
Von Gerrit Sponholz
Von Lübeck kommend, endet die A20 bislang bei Weede am östlichen Ortseingang von Bad Segeberg.
Kreis Segeberg

Zwölf Klagen waren vor einem Jahr gegen die Baugenehmigung des Landes eingegangen. Proteste gibt es auch gegen die noch laufende Bauplanung für den nächsten A20-Abschnitt von Wittenborn bis zur A7 bei Bad Bramstedt. Diese Einwände hört das Land am 4. Juni in Bad Segeberg an.

 Mündlich verhandelt das Bundesverwaltungsgericht über die Klagen zur Südumgehung am Dienstag, 22. Oktober, bei Bedarf auch noch tags darauf, teilte es der SZ mit. Am Ende dieser Sitzungen werde das Gericht wohl erläutern, wann es seine Entscheidung bekanntgeben wird, sagte eine Sprecherin. Das Urteil falle meist zeitnah, in der Regel zwei bis drei Wochen nach der Verhandlung.

 Beklagt wird der Planfeststellungsbeschluss einer schleswig-holsteinischen Landesfachbehörde. Sie hatte im April 2012 den Bau der Südumgehung Bad Segeberg genehmigt. Die A20 führt demnach von Weede über Bad Segeberg und Klein Gladebrügge nach Wittenborn, unter anderem auf zwei mächtigen Brücken. Eine quert das naturgeschützte Travetal. Dort soll die A20 die A21 (Bargteheide-Kiel) kreuzen.

 Gegen die Südumgehung waren zwölf Klagen eingegangen. Drei Anwaltskanzleien vertreten Naturschutzverbände, Gemeinden und Privatanlieger. Auch Möbel Kraft wehrt sich. Die Firma fordert eine bessere Anbindung ihres Geländes in Bad Segeberg an das Straßennetz rund um die A20.

 Klägerseite und Land hatten sich angesichts der ausstehenden Gerichtsentscheidung verständigt, dass das Land - trotz vorliegender Genehmigung - nicht zu bauen beginnt. Allerdings darf es Vorbereitungen treffen. So wird derzeit eine A21-Brücke bei Schackendorf saniert. Sie wäre für die Anbindung der A20 an Bad Segeberg wichtig.

 Ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes hat Gewicht, muss aber nicht das letzte Wort sein. Privatleute und wohl auch Klein Gladebrügge könnten, falls sie unterliegen, vor das Bundesverfassungsgericht ziehen. Eventuell käme sogar ein EU-Gericht ins Spiel. Die A20-Trasse berührt EU-Schutzgebiete.

 Das Land plant die zehn Kilometer lange Strecke seit über zehn Jahren. Das Geld, rund 150 Millionen Euro, hat der Bund als Bauherr bereits zugesagt. Das gilt aber nicht für den nächsten A20-Abschnitt von Wittenborn bis zur A7. Er würde 130 Millionen Euro kosten. Das Land hat seine Planung dafür überarbeitet, weil es bei Verkehrsprognose und Naturschutz nachbessern musste. Dagegen sind Anfang 2013 rund 50 Einwände eingegangen. Sie werden am Dienstag, 4. Juni, ab 9 Uhr im Amt Trave-Land in Bad Segeberg mit der Landesfachbehörde erörtert. Zugelassen sind nur Einwänder, nicht die Öffentlichkeit.