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Segeberg Gesundheitszentrum auf Kurs gebracht
Lokales Segeberg Gesundheitszentrum auf Kurs gebracht
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07:45 11.06.2019
Von Einar Behn
Die Bad Bramstedter können auf ein Ärztezentrum hoffen. Quelle: Waltraud Grubitzsch
Bad Bramstedt

Die Kommunalpolitiker waren überzeugt und gaben bei der Ärztegenossenschaft auch gleich einen Businessplan in Auftrag, um das finanzielle Risiko abzuschätzen.

In Bad Bramstedt ist die Lage prekär. In der Stadt gibt es 18 Ärzte, davon 13 Hausärzte. Drei weitere betreiben im Umland ihre Praxen. Die Hälfte der Mediziner ist über 60 Jahre alt, wird also in absehbarer Zeit aus dem Berufsleben aussteigen und Nachfolger sind für die Praxen kaum noch zu finden. Eine Praxis war 2018 geschlossen worden. Die nachwachsende Medizinergeneration will sich die Arbeitsbelastung in einer eigenen Arztpraxis nicht mehr zumuten. Die meisten jungen Ärzte bevorzugen eine Anstellung. 

Ärztegenossenschaft sieht gute Chancen

Laura Löffler von der Ärztegenossenschaft bewertete die Chancen für ein Ärztezentrum in Bad Bramstedt als gut. „Wir haben die niedergelassenen Ärzte gefragt. Von denen waren mehrere bereit, in das Ärztezentrum einzusteigen“, sagte Löffler, ohne allerdings Namen zu nennen. Vor allem ältere Ärzte hätten ihre Bereitschaft erklärt, ihre Praxis aufzugeben und ihr Berufsleben in einem Ärztezentrum langsam ausklingen zu lassen. Sie und ihr Kollege Harald Ständer, freiberuflicher Koordinator für die ärztliche Versorgung, schlugen als erste Phase ein Ärztezentrum vor, das zunächst mit den älteren Medizinern, eventuell auch einigen jüngeren in Betrieb geht. Dafür könnten Räume gemietet werden. Ständer hat im Klinikum Bad Bramstedt nachgefragt, Geschäftsführer Jens Ritter habe Interesse bekundet. Es seien aber auch andere Standorte denkbar, so Ständer. „Mit einer solchen Übergangslösung gewinnen wir Zeit, in drei Jahren ein komplettes Gesundheitszentrum zu bauen“, erklärte der Experte. Neben Ärzten könnten darin beispielsweise auch Physiotherapeuten und eine Apotheke unterkommen.

Ständer empfahl die Gründung einer gemeinnützigen GmbH, deren einzige Gesellschafterin die Stadt wird. Die Baukosten für das Zentrum sollen durch die Städtebauförderung abgedeckt werden, was bedeutet, dass die Stadt selbst ein Drittel aufbringen muss. Sie könnte damit zu günstigen Konditionen das Gebäude erreichten und an die gGmbH billig vermieten.

Ersten Jahre sind oft defizitär

Ganz ohne finanzielles Risiko sei der Betrieb einer solchen Versorgungseinrichtung nicht, betonte Laura Löffler. „Die ersten Jahre sind immer defizitär und auch danach wird es keine Goldgrube.“ In Büsum, das eine Vorreiterrolle in der kommunalen Ärzteversorgung eingenommen habe, sei das Ärztezentrum 2015 gegründet worden, erst in diesem Jahr schreibe es schwarze Zahlen, so Löffler.

Das Nähere soll ein Businessplan erläutern, mit dessen Aufstellung die in Bad Segeberg ansässige Ärztegenossenschaft Nord beauftragt wurde. Darin wird berechnet, mit welchen Kosten die Stadt zu rechnen hat.

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