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Segeberg "Feuerwehrübung wurde Vollkatastrophe"
Lokales Segeberg "Feuerwehrübung wurde Vollkatastrophe"
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12:48 28.05.2018
Mit schweren Herausforderungen sahen sich die Wehren des 1. Bereichs der Amtswehr Trave-Land während einer Großübung in Groß Rönnau konfrontiert. Fast alles ging schief. Quelle: Klaus J. Harm
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Groß Rönnau

Kai Schwettscher, Gruppenführer in Groß Rönnau und einer der Organisatoren der Übung, war auch einen Tag danach noch fassungslos. „Das war eine Vollkatastrophe. Ich wäre am liebsten im Erdboden versunken.“ Andererseits: Dafür seien Übungen ja da, um aus Fehlern zu lernen und im Ernstfall gewappnet zu sein.

Auf dem Brookhof von Bernd Reher-Westphal sollte die Werkstatt brennen und sich fünf Menschen im mit Theaternebel verrauchten Gebäude befinden.

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Problem: Kein Löschwasser verfügbar

Um 9.24 Uhr heulten die Sirenen. Nach und nach trafen die Wehren aus Groß Rönnau, Blunk, Hamdorf, Klein Rönnau, Negernbötel und Schackendorf ein. Olaf Schrum, stellvertretender Wehrführer Groß Rönnau, hatte die Einsatzleitung übernommen und sorgte sich zunächst um die Wasserversorgung, da der nächste Hydrant über drei Kilometer entfernt war.

Auf dem Hof gibt es zwei Löschteiche, die aber nach Meldung der dort eingesetzten Wehren verschlammt waren. Abhilfe sollte in 1,5 Kilometer entfernter Forellenteich schaffen. Dafür allerdings hätten lange Schlauchleitungen gelegt werden müssen. Doch einige Feuerwehrleute klagten bei der sommerlichen Hitze über Kreislaufprobleme. Stattdessen wurde eine Wehr eingeteilt, im Pendelverkehr mit ihrem Tanker Wasser aus einem Brunnen in Groß Rönnau an die Brandstelle zu bringen. Was allerdings viel Zeit gekostet hätte.

Vermisste aus Blick verloren

Über all die Sorge um das Löschwasser gerieten dann die „Opfer“ im Brandobjekt  aus dem Fokus. „Vier Vermisste sind tot!“, war der Kommentar von Christian Volck als Übungsbeobachter.

Die Angriffstrupps hatten bereit gestanden – nur keinen Einsatzbefehl erhalten. Um 10.23 Uhr beendete die Übungsleitung frustriert die Großübung.

„Wir sind auf viele Schwachpunkte gestoßen“, bilanzierte Kai Schwettscher. Er bedauerte auch, dass „nicht alle Kameraden so einsatzbereit waren“ wie gewünscht. "Wir werden viele Gespräche führen.“

Von Klaus J. Harm und Gerrit Sponholz

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