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Segeberg 2020 wird endlich der Kirchturm saniert
Lokales Segeberg 2020 wird endlich der Kirchturm saniert
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09:59 04.01.2020
Von Einar Behn
Die Katharinenkirche in Großenaspe wurde 1772 fertiggestellt. Sie ist nach der Zarin Katharina die Große benannt, die als Herzögin von Holstein den Bau anordnete. Quelle: Einar Behn
Bad Bramstedt

Der Turm ist auf der Westseite stark vom Wetter angegriffen. Vor allem der Mörtel ist brüchig, weil bei einer früheren Sanierung nach heutigen Erkenntnissen unfachmännisch vorgegangen wurde. In den 1960er Jahren war der Turm schon mit Zement neu verfugt worden, was sich aber nicht mit dem darunter befindlichen Mörtel aus dem 18. Jahrhundert verträgt. Nun muss der Zement wieder weg und ein spezieller Mörtel nach alter Rezeptur in die Fugen. Außerdem müssen 1700 Ziegelsteine ausgetauscht werden. Der Turm war detailliert fotografiert worden, sodass genau analysiert werden konnte, welcher Stein schadhaft ist. 

Bund gab das Startsignal

Aber das Geld in der Kirchengemeinde und im Kirchenkreis ist knapp. Vor gut einem Jahr genehmigte aber der Bund 160.000 Euro aus einem Fonds für Kulturdenkmale. Das war für Pastor Dau-Schmidt und den Kirchengemeinderat die Initialzündung, die Turmsanierung in Angriff zu nehmen. Bei geschätzten Baukosten von rund 320.000 Euro war somit auf einen Schlag die Hälfte zusammen.

Flyer an alle Haushalte verteilt

 Der Kirchenkreis Altholstein genehmigte 48.000 Euro, der Kreis Segeberg 15.000 Euro in Aussicht und die Gemeindevertretung von Großenaspe beschloss, 10.000 Euro aus dem Haushalt zuzugeben. Doch das alles reichte nicht. Der Pastor verfasste im Frühjahr 2019 einen Flyer mit der Überschrift „Unser Turm ist aus den Fugen geraten“. Er wurde an alle Haushalte in den drei zur Kirchengemeinde gehörenden Dörfern – neben Großenaspe sind dies Heidmühlen und Latendorf – verteilt. Rund 4200 Menschen leben in den Dörfern. Sie wurden nach folgendem Prinzip um Spenden gebeten: Insgesamt muss auf der Westseite des Turms eine Fläche von 260 Quadratmetern saniert werden. Firmen und Privatleute können davon die Kosten für eine selbstgewählte Fläche übernehmen. Ein Quadratmeter kostet 150 Euro, es können aber auch mehr oder auch nur ein Drittel Quadratmeter sein, der dann 50 Euro kostet. 

10.000 Euro fehlen noch

Mittlerweile sind 30.000 Euro in der Kasse, einen Teil davon hatte die Stiftung Kiba (Kirchliche Baustiftung) beigesteuert. Ein Spendenbarometer im Eingangsraum der Kirche zeigt den aktuellen Spendenstand an.  Eine weitere Stiftung, die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, hat Dau-Schmidt noch angeschrieben. Vor ihr erhofft er sich die noch fehlenden 10.000 Euro. Eine Zusage gibt es bisher nicht. Doch die Ausschreibung ist bereits erfolgt. „Irgendwann muss man auch mal anfangen“, sagt der Pastor. „Notfalls müssen wir eben in die Finanzierung gehen“, einen Kredit über den fehlenden Betrag aufnehmen. Im März, so Dau-Schmidts Plan, wenn die Temperaturen wieder steigen, soll mit der Sanierung aller vier Turmseiten begonnen werden. „Im Juli könnte die Kirche dann fertig sein.“ 

Rund acht Jahre hat das Gerüst dann über dem Eingang des Gotteshauses gestanden. Entdeckt worden war der Schaden, als damals die Ziffernblätter der Turmuhr erneuert wurden. 

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