Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Segeberg Neue Ziegel für die Kirche der Zarin
Lokales Segeberg Neue Ziegel für die Kirche der Zarin
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:13 10.06.2019
Von Einar Behn
Schon seit sieben Jahren verunziert ein Gerüst den Eingang der Katharinenkirche. Quelle: Einar Behn
Großenaspe

„Das Gerüst ist eine Sicherheitsmaßnahme“, sagt Dau-Schmidt. „Es könnten Ziegelsteine herabfallen, das Gerüst soll sie abfangen.“ Der Turm ist auf der Westseite nämlich arg vom Wetter angegriffen. Es fehlte aber bisher das Geld für eine Sanierung.

Der Durchbruch kam im November letzten Jahres, als der Bund 160.000 Euro aus einem Fonds für Kulturdenkmale bewilligte. Damit waren die Hälfte der Kosten schon mal abgedeckt. Dau-Schmidt tat noch mehr Finanzquellen auf. Der Kirchenkreis Altholstein genehmigte 48.000 Euro, der Kreis Segeberg stellt 15.000 Euro in Aussicht und die Gemeindevertretung von Großenaspe beschloss, 10.000 Euro aus dem Haushalt zuzugeben. Verschiedene Stiftungen schrieb Dau-Schmidt ebenfalls an. 

260 Quadratmeter müssen saniert werden

Doch das Geld reichte immer noch nicht. Pastor Dau-Schmidt initiierte eine Spendensammlung in den drei Kommunen des Kirchspiels: Großenaspe, Heidmühlen und Latendorf. Rund 4200 Menschen leben in den drei Dörfern. Ein Achtel der Kosten will er über freiwillige Gaben finanzieren, und das nach folgendem Prinzip: Insgesamt muss auf der Westseite des Turms eine Fläche von 260 Quadratmetern saniert werden. Firmen und Privatleute können davon die Kosten für eine selbstgewählte Fläche übernehmen. Ein Quadratmeter kostet 150 Euro, es können aber auch mehr oder auch nur ein Drittel Quadratmeter sein, der dann 50 Euro kostet. Die Idee ging auf.

Spendenbarometer vom Vorraum

Ein „Spendenbarometer“ im Vorraum des Gotteshauses zeigt bereits einen hohen Spendenstand an. Von den gewünschten 40.000 Euro sind bisher gut 28.000 Euro zusammen gekommen.

Quelle: Einar Behn

„Das ist schon mal eine tolle Summe, für die ich sehr dankbar bin“, so Dau-Schmidt. Der Erfolg kam wohl auch zustande, weil jeder Haushalt einen Flyer in den Briefkasten gesteckt bekam, auf dem Spendenaktion genau erläutert wird. Nun hofft der Pastor, auch noch die fehlenden 12.000 Euro zusammen zu bekommen. „Dann können wir noch in diesem Jahr die Arbeiten ausschreiben und 2020 beginnen“, so Dau-Schmidt.

Nach der Zarin benannt

Die achteckige Katharinenkirche wurde 1772 fertig gestellt. Benannt wurde sie nach der russischen Zarin Katharina die Große (1729 – 1796), die den Bau in Auftrag gegeben hatte. Die Zarin war deutscher Herkunft, geboren als Sophie Auguste Friederike von Anhalt-Zerbst, Tochter der Fürstin Johanna Elisabeth von Schleswig-Holstein-Gottorf. Sie heiratete den Zaren Peter III., der in Personalunion auch Herzog von Holstein-Gottorf war und zu dessen Machtbereich wiederum Großenaspe gehörte. 

Katharina, der viele Liebschaften nachgesagt wurden, putschte im Jahr 1773 gegen ihren Mann und wurde schließlich selbst Zarin. Die Katharinenkirche war da schon fertig. 

Zum Glück kam die von Bürgermeister Stefan Bauer bei der Begrüßung des Gemeindefestes Henstedt-Ulzburg mögliche Option, Abbruch wegen angekündigten Sturmes, nicht zur Anwendung. Stattdessen wurde am Sonnabend im Bürgerpark kräftig gefeiert.

09.06.2019

Es dürfte faszinierend werden: In der 6136 Kilometer entfernten Metropolitan Opera in New York öffnet sich der Vorhang – und zeitgleich erleben die Besucher in Saal 3 des CinePlanet5 in Bad Segeberg denselben Musikgenuss. Das Kino startet eine Reihe mit Live-Übertragungen aus zwei Opernhäusern.

Michael Stamp 08.06.2019

Fußball-Dart, angeregte Gespräche und spielende Kinder. Beim Sommerfest in der Boostedter Landesunterkunft für Flüchtlinge ging es fröhlich zu. Das spiegele die aktuelle Stimmung sehr gut wider, sagte die stellvertretende Stationsleiterin der Polizei, Indra Laschkowski.

Susanne Wittorf 08.06.2019