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Segeberg Gartenmesse verzauberte Besucher
Lokales Segeberg Gartenmesse verzauberte Besucher
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17:24 08.09.2019
Von Jann Roolfs
Gartenmesse Herbstzauber: Sabrina Witt (links) und ihre Mutter Jutta Voß aus Itzehoe suchen Schattenpflanzen und Farne aus. Quelle: Jann Roolfs
Großenaspe

Kaffeepause am Stehtisch. „Jetzt ist kein Platz mehr“, stellt Birgit Adam aus Rickling mit Blick auf den Bollerwagen fest, aus dem viele Pflanzen ragen. Astern sind da drin, Bartblumen, Alpenveilchen, Heidekraut, Clematis und Lavendelblumen. „Koriandersauce und Mettwurst“, ergänzt Adams Nachbarin Bea Fischer. Tochter Maike Adam führt die Aufzählung fort: „Irgendwo ist da noch ein Kerzenglas“, außerdem sind zwei rostige Deko-Ständer dabei. Nach dem Kaffee werden die drei weiter ziehen über den Gartenzauber und weiter einkaufen, auch wenn der Wagen voll ist: „Wir haben ja noch Rucksäcke“, erzählt Birgit Adam: „Und Taschen haben wir auch.“

Beim Herbstzauber herrlich bummeln ohne Ziel

Die drei Frauen kommen regelmäßig zur Gartenmesse auf Großenaspes Hof Bissenbrook, die zwei Mal pro Jahr stattfindet. „Das ganze Ambiente lockt uns an“, sagt Birgit Adam. Maike Adam gefallen „die Aufmachung und die Auswahl, Bea Fischer lobt die Preise. Birgit Adam fasst zusammen: „Man kann schön bummeln gehen“. Gezielt suchen die Ricklingerinnen nichts, das Einkaufsprinzip der Frauen: „Es findet einen dann so.“

Gartenzauber, das ist eine Großveranstaltung mit rund 10 000 Besuchern an zwei Tagen, in diesem Herbst rund 130 Ausstellern und viel Platz. In der alten Reithalle, unterm Dach, auf den Wiesen, auf dem Hof: Überall sind Stände aufgebaut. In der Scheune ist das große Café untergebracht, hinten auf dem großzügigen Gelände steht die Kletterburg aus Strohklappen. Pflanzen in allen Variationen gibt es hier, Gartendeko in großer Vielfalt, Lebensmittel, Bekleidung, Schmuck, Seife und Werkzeug. Elf neue Stände bieten Naturkosmetik, Leuchtkugeln, Ölgemälde, italienische Mode und ein Zelt, in dem Märchen erzählt werden.

Cousinen leben vom Kränzeflechten

Gleich neben dem Informationstresen haben die Cousinen Navinia Lehrmann und Elena Aagard ihren Stand aufgebaut. Sie verkaufen Kränze, die sie selbst flechten. „Das macht meine ganze Familie“, erzählt Lehrmann. Ihre Mutter habe Kränze im Akkord gebunden, „wir Kinder sind alle groß geworden damit.“ Aagard erklärt: „Die Blumen stammen aus dem Garten unserer Oma. Wenn man ein schönes Landhaus hat, dann hat man einen schönen Garten“. Schöne Landhäuser mit Reetdach bewohnen sie in Rosenhof bei Kellenhusen; Häuser, die mit Holzöfen beheizt werden. Und mitten im Wohnzimmer flicht Navinia Lehrmann ihre Kränze. Drei Mal pro Jahr besucht sie Märkte, zwei Mal in Bissenbrook und ein Mal in Cismar, ansonsten gibt sie Kurse und lebt damit von ihren Kränzen. In Großenaspe ist die Nachfrage am Sonnabend „wahnsinnig gut“, freut sie sich.

Wein und Flammkuchen gehören beim Herbstzauber in Großenaspe dazu

Die weiße Dose hat Martina Wendland aus Tornesch wieder hingestellt; aber die Karte mit dem Igel drauf: „Ich musste die mitnehmen!“ Wendland kommt mindestens ein Mal pro Jahr nach Bissenbrook: „Die ganze Atmosphäre mitten auf dem Land, die Stände, das gefällt mir.“ Pflanzen und Deko, das Angebot trifft genau ihren Bedarf. Dazu die passende Gastronomie für ihren Geschmack: „Wein und Flammkuchen gehören immer dazu.“ Damit ist sie nicht die einzige, mittags hat sich eine lange Schlange beim Flammkuchen gebildet.

Ein Stand bietet Sonnenschirme und Heizstrahler an, es gibt Räucherfisch und eine Chocolaterie, massive Holzbänke und lustige Figuren zu kaufen, Honig und Olivenöl, Liköre und Gemüse, Gießkannen und Blumenzwiebeln. 

Selbst Bollerwagen laufen über

Andrea Liegmann aus Kiel prüft verschiedene Duftrosen, dann geht sie ohne Einkauf weiter. „Die haben wunderbar gerochen“, erzählt sie: „aber man kann sich schwer entscheiden.“ Liegmann ist sich bei der Farbe unschlüssig: Champagner, rosa oder weiß? Sie zieht mit ihrer Freundin weiter: „aber auf dem Rückweg wird dann eingekauft.“ Nicht dass Liegmann noch nichts hätte: Ein paar Sachen liegen im Depot, „ein Kürbis ist hier schon drin“, sie klopft auf ihre Handtasche. Liegmanns Methode: „Wir lassen uns inspirieren und sammeln dabei viele Ideen ein.“

Die Schwestern Katja Spielhagen und Alexandra Dieckhoff aus Haseldorf sind mit einem vollen Bollerwagen unterwegs. „Letztes Mal hatten wir einen Hackenporsche, das hat nicht gereicht“, erklärt Spielhagen. Oben auf dem Wagen liegt ein alter emaillierter weißer Kochtopf. „Da kommt eine Pflanze rein“, erklärt Dieckhoff. Spielhagen sammelt Antiquitäten, ein paar Pflanzen sind auch im Wagen: Herbstanemonen, Lampionpflanzen, eine Sonnenblume. Was sie alles gekauft haben, wissen die beiden gar nicht so genau. „Das gibt eine Überraschung beim Auspacken“, meint Dieckhoff. Ihre Einkaufsstrategie beschreibt sie so: „Man nimmt sich was vor, und man kommt mit Tausend anderen Sachen nach Hause.“

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