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Segeberg Klimanotstand in Henstedt-Ulzburg?
Lokales Segeberg Klimanotstand in Henstedt-Ulzburg?
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09:50 29.06.2019
Von Nicole Scholmann
Das wurde bei der Jahreskonferenz des Rates für Nachhaltige Entwicklung gefordert - und auch die Grünen in Henstedt-Ulzburg wollen den Klimanotstand für ihre Gemeinde ausrufen. Quelle: Michael Kappeler
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Henstedt-Ulzburg

Ziel sei es, dass Henstedt-Ulzburg eine klimaneutrale Gemeinde werde. Zudem solle ein Klimaschutzmanager eingestellt werden. Dr. Danja Klüver, für die Grünen im Naturausschuss, hat sich intensiv mit dem Thema beschäftigt. Sie bedauert, dass ein SPD-/Grünen-Antrag, ein kommunales Klimaschutzkonzept von einem Fachbüro erstellen zu lassen, von der Mehrheit im Fachausschuss abgelehnt worden sei. Es hätte Fördermittel gegeben, der Eigenanteil der Kommune hätte bei 33 000 Euro gelegen. 

Die SPD mit Fraktionschef Horst Ostwald an der Spitze kann sich gut vorstellen, den Anträgen der Grünen zuzustimmen. Allerdings brauche die Gemeinde keine neue Stelle des Klimaschutzmanagers, denn der jetzige Energieberater könnte einen erweiterten Aufgabenbereich bekommen. Ostwald weist im Übrigen darauf hin, dass die SPD ein Klimaschutzkonzept beantragt hatte – es aber nicht durchgesetzt bekommen hat.

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CDU will Argumente abwarten

Die Christdemokraten wollen in Sachen Klimaschutzmanager abwarten, „ob eine solche Stelle mit dem damit verbundenen Aufwand mehr bringt, als wenn das Geld direkt in entsprechende Projekte investiert wird. Da sind wir gespannt, wie die Argumente und Berechnungen aussehen werden“, teile Fraktionsvorsitzender Dr. Dietmar Kahle mit.

Jens Iversen, Fraktionsvorsitzender der Wählergemeinschaft BFB, teilte mit, dass die BFB sich im Juli in einer gesonderten, nur auf Umwelt- und Naturschutzthemen konzipierten Klausurtagung ihre Meinung zu den beiden Anträgen und weiteren Themenkomplexen im Rahmen des Klimawandels bilden will. 

FDP spricht von "Showveranstaltung"

Die FDP hingegen lehnt bereits jetzt die geforderte Ausrufung des Klimanotstandes sowie die Einstellung eines Klimaschutzmanagers in der Gemeinde ab. „Der Antrag von Bündnis 90/die Grünen ist purer populistischer Alarmismus und beinhaltet lediglich eine Aufblähung und eine weitere Belastung der Verwaltung und ist deshalb eine reine Showveranstaltung“, erklärte Fraktionsvorsitzender Klaus-Peter Eberhard. Auch die geforderte Einstellung eines Klimaschutzmanagers sei ein Musterbeispiel für einen rein populistischen Antrag.

Die Wählergemeinschaft WHU gab gegenüber der Segeberger Zeitung keine Stellungnahme zu den Grünen-Anträgen ab. 

Bürgermeister Stefan Bauer (parteilos) ist auf der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung in die Bütt gestiegen und hat den Kommunalpolitikern mitgeteilt, dass er und seine Verwaltung sich verstärkt um Klimaschutz kümmern wollen. Das sehr gute Abschneiden der Grünen bei der Europawahl habe gezeigt, dass die Henstedt-Ulzburger das Thema Klimaschutz ernst nehmen. Bauer hält ein Klimaschutzkonzept für erforderlich. Er wolle auch ohne Beschluss der politischen Gremien Fördermittel beantragen, um keine Zeit zu verlieren.

Sylvana Lublow 28.06.2019
Sylvana Lublow 28.06.2019
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