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Segeberg Wankendorfer investiert 50 Mio. Euro
Lokales Segeberg Wankendorfer investiert 50 Mio. Euro
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19:00 12.03.2020
Von Nadine Materne
Die Gustav-Böhm-Siedlung in der Südstadt Bad Segeberg wird in den nächsten Jahren abgerissen. Die Wankendorfer baut ein komplett neues Quartier für 50 bis 60 Millionen Euro. Quelle: Nadine Materne
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Bad Segeberg

„Wir wollen den dortigen Bewohnern wieder eine neue Heimat geben“, sagt Dr. Ulrik Schlenz, Vorstandsmitglied der Wankendorfer Baugenossenschaft. Alle Bewohner seien bereits angeschrieben worden, um auch Hilfe anzubieten bei der Suche nach einer Wohnung während der Bauzeit.

Die ersten Häuser, die abgerissen werden sollen, seien die im Vogtkamp am Ende der Siedlung. Das Großbauprojekt ist nur in Phasen zu realisieren wegen der Größe und des Investitionsvolumens.

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Statt Zeilenbauten gruppieren sich neue Häuser um einen Park

Statt der Zeilenbebauung mit schmalen Straßen dazwischen sollen die neuen Häuser in einem Rechteck zwischen Ostlandstraße und Kuhkamp angeordnet werden – mit nur noch zwei Verbindungsstraßen an den Seiten. Dazwischen ist ein Park geplant.

Statt langer Blöcke sind Häuser mit jeweils 14 bis maximal 20 Wohnungen geplant. Die Wohnfläche wird sich dadurch deutlich vergrößern. Statt bisher 200 sollen am Ende 240 Wohnungen neu entstehen – für eine bis fünf Personen. „Deshalb werden die Häuser zum Teil höher werden als die bisherige Bebauung“, erklärte Architektin und Stadtplanerin Marie-Luise Zastrow die Planung. 

Zwei bis vier Geschosse

An der Ostlandstraße, gegenüber den bestehenden Einfamilienhäusern, könnte die Bebauung zwei- bis dreigeschossig ausfallen, gegenüber am Kuhkamp wären es bis zu vier Geschosse. Durch den Einbau von Rücksprüngen und Nischen in der Architektur ergibt sich Platz für Gärten und Terrassen. Zudem ist am Eckgrundstück der Ostlandstraße Platz für eine Kindertagesstätte.

Zwei Varianten stellte die Architektin vor – je nachdem, ob der schmale Kuhkamp im Süden der Fläche als Erschließungsstraße nutzbar ist für das neue Wohngebiet oder nicht. Im Zweifel müsste parallel zum Kuhkamp eine zweite Straße gebaut werden – wie es auf der Seite der Ostlandstraße vorgesehen ist, um dort auch Stellflächen für Autos unterzubringen.

Dadurch rücken dann die Mehrfamilienhäuser weiter in das Zentrum des Parks. „Wir favorisieren aber Variante A“, so Zastrow – also mit der Nutzung des Kuhkamps. Ein Nachteil der neuen Anordnung der Gebäude: 31 alte Bäume zwischen den alten Häusern müssten gefällt werden. „Wir pflanzen aber auch neue Bäume“, betont Zastrow.

Gründächer, Carsharing, E-Ladestationen

Erneuerbare Energien und der Klimagedanke soll im neuen Quartier eine große Rolle spielen. Gründächer sind geplant und Photovoltaikanlagen. Außerdem soll es E-Ladestationen für Autos und Fahrräder geben. Überhaupt soll die Bauweise das Radfahren fördern.

Jedes Haus werde einen beheizten, abschließbaren Raum für Fahrräder haben, erklärt Zastrow, die zudem die gute Busanbindung in die Stadt betont. Zudem könnte im Quartier Carsharing zur Anwendung kommen. Also Autos, die sich mehrere Menschen teilen. Deshalb wird es auch nicht für jede Wohnung einen Stellplatz geben.

Viel Grün ist vorgesehen in der neuen Siedlung. Hecken rund um jedes Gebäude, Vor- und Rückgärten, und der große Gemeinschaftsbereich in der Mitte zur Begegnung. Hier sollen auf den Grundrissen der alten, dann abgerissenen Blöcken Plateaus und Minigärten entstehen – als Erinnerung an die alte Siedlung, schildert Landschaftsarchitekt Andreas Werning.

Mindestens 30 Prozent der Wohnungen werden gefördert

„Mindestens 30 Prozent der Wohnungen werden gefördert sein“, sagt Dr. Ulrik Schlenz von der Wankendorfer. Wohnungen im ersten Förderweg sollen hinterher einen Quadratmetermietpreis von 5,95 Euro kosten. Aktuell kostet die Miete in den Wohnungen 5,38 Euro. „Das hat mit der Bausubstanz zu tun.“ Die Wohnungen sind nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden, sie sind relativ klein, die Decken niedrig. 

Doch nicht alle Wohnungen im neuen Quartier werden so günstig sein, Wohnungen aus freier Finanzierung werden ein Kaltmietpreis von 10 bis 11 Euro haben, so Schlenz. Man werde den aktuellen Mietern aber dabei helfen, etwas Neues zu ähnlichen Konditionen zu finden in Bad Segeberg, bekräftigte Schlenz.

Und wer wieder dort wohnen möchte, auch das werde möglich sein, beruhigte Schlenz Anwohnerin Marianne Krengel. Die 65-Jährige lebt seit 20 Jahren in der Gustav-Böhm-Siedlung. „Und ich würde dort schon gerne wieder zurück“, sagte sie bei der Informationsveranstaltung im Rathaus. Erfahrungsgemäß blieben Menschen, die einmal umgezogen sind, dann auch in der neuen Wohnung, weil sie dort heimisch geworden sind, sagt Schlenz.

Ausschüsse beraten ab Mai

Der Entwurf wird nun ab Mai in den städtischen Ausschüssen besprochen. 2021 wird voraussichtlich die Planung umfassen. Ab 2022, hofft Schlenz, mit dem Abbruch der ersten Häuser beginnen zu können.

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