Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Segeberg Storch terrorisiert Autos
Lokales Segeberg Storch terrorisiert Autos
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:41 24.05.2019
Von Birgit Panten
Immer wieder gibt zu "Problemstörche", die Autos und Häuser attackierten. Quelle: Paul Zinken/dpa
Hartenholm

Auf dem großen Anwesen mit Wiesen und Teichen, das Uwe Erfurth mit seiner Familie bewohnt, macht sich der Partner der im Horst nistenden Storchendame gerade unbeliebt. „Aber von Terror spreche ich nicht“, sagt der passionierte Jäger Uwe Erfurth.

Rüpelhaftes Benehmen

In Steinbeck führte das rüpelhafte Benehmen von Adebar zu nicht unerheblichen Blessuren in Form von Dellen und Kratzern an den Fahrzeugen. Der Landesstorchenbeauftragte des Naturschutzbundes (Nabu) bestätigte damals einen auffälligen Charakter des Tieres. Das Storchenmännchen vermute in der Spiegelung einen Rivalen und attackiere diesen. So ist es auch bei Familie Erfurth. Die etwa 50 Meter von Horst abgestellten Autos werden mit Schnabelhieben bearbeitet. „Der Storch ist hier sehr erwünscht, soll sich aber benehmen“, sagte Uwe Erfurth mit einem Schmunzeln. Als erste Gegenwehr hat er eine Gummilitze ohne Stromführung in Sichthöhe des Storches rund um seinen Wagen gespannt. Ein ständiges Verhängen des Fahrzeuges sei sehr aufwendig, da er das Auto mehrmals täglich nutze.

Ein gemachtes Nest

35 wildlebende Storchenpaar haben sich laut Holger Möckelmann von der Nabu-Arbeitsgruppe Storchenschutz im Kreis Segeberg niedergelassen. Dazu kommen 30 Paare im Storchendorf Hitzhusen und vier fütterungsabhängige im Wildpark Eekholt. Da das Paar am Vossbarg unberingt ist, vermuten Erfurth und Möckelmann, dass das Männchen aus einem früheren Bruterfolg in dem Nest stammt. „Schon beim Warten auf seine Frau hat es sich sehr aggressiv verhalten“, sagt Uwe Erfurth. Er hatte damals ein Video gedreht, in dem sich bis zu fünf andere anfliegende Störche um das Nest des „Platzhirschen“ bemüht hatten. Das Storchenmännchen wehrte sich erfolgreich gegen die Besetzungsversuche und konnte seiner Frau ein gemachtes Nest bieten, in dem jetzt gebrütet wird.

Nest ruht auf Autoreifen

„Vor vier Jahren haben hier schon einmal beringte Storche gelebt und gebrütet. Letztes Jahr war wieder ein Paar hier, hatte aber kein Nachwuchs“, erzählt der Hausherr. Mit seinem Sohn Ralf ist er Jäger und freut sich, dass das Nest wieder angenommen wurde. Denn der Mast mit Halterung war während eines Sturmes bereits umgekippt. Man habe ihn um einen guten Meter gekürzt und wieder aufgestellt. Das Nest ruht jetzt auf einem Autoreifen und hat nach unten hin einen guten Abfluss, falls es regnet. So liegen die Küken immer im Trockenen.

Große Tiervielfalt

„Wir haben eine große Vielfalt an Tieren hier auf dem Gelände“, erzählt Jäger Erfurth. Vögel, Fische und Wild erfreuen sich ebenso an der ungestörten Natur zwischen den weiten Wiesen, alten Bäumen und Gehölzansammlungen wie seine Familie. „Wenn unser Enkel mit seinen Freunden auf dem Hof tobt, akzeptiert das der Storch ohne Probleme und Scheu. Aber mein Auto mag er gar nicht“, betont der Hartenholmer.

Mehr Nachrichten aus dem Kreis Segeberg lesen Sie hier.

Kommentare 0 Nutzungsbedingungen
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der neue Winnetou-Darsteller Alexander Klaws steht im Mittelpunkt des Plakats, mit dem die Karl-May-Spiele Bad Segeberg in der Saison 2019 für ihre neue Inszenierung „Unter Geiern – Der Sohn des Bärenjägers“ werben. Am Freitag wurde es offiziell vorgestellt.

Thorsten Beck 24.05.2019

Das Verhältnis von SPD Bad Bramstedt und Jürgen-Fuhlendorf-Schule ist auf einem Tiefpunkt angelangt. Erst lehnt die SPD die Umgestaltung der Außenanlagen der Schule ab, dann wirft SPD-Ortsvereinsvorsitzender Klaus-Dieter Hinck Schulleiter Dr. Holger Oertel eine Falschaussage vor.

Einar Behn 24.05.2019

Der Streit um Drohungen vor der Stadtvertretersitzung in Bad Segeberg scheint zu einem versöhnlichen Ende zu kommen. Lennart Stahl von Fridays For Future hat bei der FDP und der eigenen Gruppe für seine WhatsApp-Nachrichten um Entschuldigung gebeten. Er habe keine Meinung beschneiden wollen.

Michael Stamp 23.05.2019