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Segeberg Henstedt-Ulzburgs Politiker erstaunt
Lokales Segeberg Henstedt-Ulzburgs Politiker erstaunt
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08:27 06.11.2019
Von Nicole Scholmann
Im Rathaus Henstedt-Ulzburg wird zum 1. Juni der Posten des Bürgermeisters neu besetzt. Ein Schreiben des Amtsinhabers Stefan Bauer sorgt für Unruhe in Politik und Verwaltung. Quelle: Gunnar Müller
Henstedt-Ulzburg

Bürgermeister Stefan Bauer hatte am Montag die Kommunalpolitiker angeschrieben und um Unterstützung für seine Wiederwahl gebeten. Auch wenn nicht alle Gemeindevertreter bis Dienstagmittag den Brief vorliegen hatten, war er Gesprächsthema – zumal Stefan Bauer ihn in den sozialen Medien veröffentlichte und damit für eine breite Streuung gesorgt hatte. Bis Anfang Dezember möchte der Amtsinhaber eine Rückmeldung der Kommunalpolitik haben. Stefan Bauer sieht in der Abfrage eine große Chance auf ein Miteinander von Bürgermeister und Politik in Henstedt-Ulzburg.

CDU: Keine Rückmeldung von uns

Die Fraktionen reagierten verhalten auf den Brief des Verwaltungschefs. „Wir waren überrascht“, erklärte Dr. Dietmar Kahle, CDU-Fraktionsvorsitzender. Bauer habe Zeit genug gehabt, um auf die CDU rechtzeitig zuzukommen und über eine Kooperation zu sprechen. „Wir lassen uns jetzt nicht unter Druck setzen“, meinte Kahle. Die Christdemokraten suchen noch einen Gegenkandidaten und werden nach Auskunft von Kahle den vorgenommenen Zeitplan einhalten. „Wir werden Herrn Bauer nicht die Rückmeldung geben, die er sich vorstellt.“

WHU: So läuft es nicht

Karin Honerlah, Chefin der WHU-Fraktion, sieht in dem Schreiben von Bauer einen ungewöhnlichen Schritt. „Aber so läuft es nicht in der Politik“, sagte sie klar und deutlich. Die Frist für Bewerber sei noch lange nicht abgelaufen. Der Forderung von Bürgermeister Bauer sieht die langjährige Kommunalpolitikerin gelassen entgegen. Auch die Wählergemeinschaft WHU sei auf der Suche nach einem Gegenkandidaten. Man habe eine mögliche Bewerberin bereits fast überzeugen können, die habe dann allerdings doch von Henstedt-Ulzburg Abstand genommen. Sauer stößt Honerlah auf, dass Bauer das offizielle Briefpapier des Bürgermeisters für sein persönliches Anliegen genutzt habe.

Bündnis 90/Die Grünen: Er soll die Bürger fragen

Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen war überrascht über den Brief, zumal der Bürgermeister ja nicht von der Politik gewählt werde, sondern von den wahlberechtigten Bürgern. „Soll er doch die Henstedt-Ulzburger fragen“, forderte Fraktionsvorsitzender Kurt Göttsch. Schließlich habe Stefan Bauer doch auch bei seiner ersten Wahl vor fünfeinhalb Jahren keine Partei hinter sich gehabt. „Wir sehen das gelassen.“ Bauer müsse wissen, was er wolle. Die Grünen waren irritiert über den Brief, zumal er ja auch schnell durch die sozialen Medien gegeistert war. „Wir lassen uns nicht unter Druck setzen“, betonte auch Göttsch. Die Grünen suchen laut Göttsch ebenfalls einen Kandidaten. Wenn man keinen finde, werde man Anfang Januar alle Bewerber fürs Bürgermeisteramt ansehen und dann entscheiden, wen die Grünen unterstützen können und wollen – oder eben auch nicht.

BFB: "Zwischenzeugnis" kann es geben

Jens Iversen, Chef der BFB-Fraktion, wurde im Urlaub von der Nachricht überrascht. Vielleicht hätte Bauer schon vor zwei Jahren mit der Kommunalpolitik über seine geleistete Arbeit sprechen können, meinte Iversen. Den Wunsch des Bürgermeisters auf ein Feedback bis Anfang Dezember könne die BFB nicht erfüllen. „Das kann er von uns nicht kriegen“, machte Iversen deutlich. Das Schreiben findet Iversen überraschend, aber auch mutig. Schließlich laufe Stefan Bauer Gefahr, überwiegend negative Stimmen zu hören. Ein Art „Zwischenzeugnis“ könne Bauer von der BFB bekommen, eine Zusage zur Unterstützung zu diesem Zeitpunkt nicht.

FDP: Schreiben ist sehr offensiv

Klaus-Peter Eberhard von der FDP hätte gerne Vorgespräche geführt, der Stil des Schreibens von Bauer nun an die Gemeindevertreter sei „sehr offensiv“. Die Bewerberliste für den Bürgermeisterposten werde erst Anfang Januar geschlossen – und auch erst dann wollen die Liberalen sich dazu äußern. Die FDP habe am Donnerstag Fraktionssitzung und wolle dann über das Thema und die Personalie Stefan Bauer sprechen.

SPD: Fraktion in anderer Situation

Ganz gelassen zurücklehnen kann sich die SPD. Mit Ulrike Schmidt aus Eutin stellte der Ortsverein vor Kurzem eine Bewerberin vor. „An unserer Zusammenarbeit mit Bürgermeister Bauer wird auch das Schreiben zunächst nichts ändern“, erklärte Fraktionschef Horst Ostwald. Die Sozialdemokraten seien aber durch Ulrike Schmidt in einer anderen Situation als die weiteren Fraktionen.

Wahlvorschläge müssen bis Anfang Januar beim Gemeindewahlleiter im Rathaus eingehen. Der Bürgermeister wird am 1. März gewählt. Antreten wird der Verwaltungschef seinen Dienst am 1. Juni.

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