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Segeberg Seit drei Jahren wird dauersaniert
Lokales Segeberg Seit drei Jahren wird dauersaniert
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17:36 10.08.2019
Von Nadine Materne
2016 hat Dietger Bernot das Herrenhaus Seedorf mit einigen Nebengebäuden ersteigert. Seitdem läuft die Grundsanierung. Quelle: Nadine Materne
Seedorf

Bei den Investitionen gehe es "auf die drei Millionen zu", sagt der 76-Jährige. Ideen für eine Nutzung hat Bernot viele. Aber ein Pächter fehlt bisher. 

Sanierung des Herrenhauses weitgehend abgeschlossen

Die Initialen „HB“ sind in die Steine vor dem Eingang zum Herrenhaus eingraviert. „Hartmut Bernot“, scherzt der Hausherr, der mit vollem Namen Dietger Hartmut Bernot heißt. Die Buchstaben stehen natürlich für Hans Blome, dessen Familie die Gutsanlage im 15. und 16. Jahrhundert gebaut hatte.

Die Sanierung im Herrenhaus selbst ist weitgehend abgeschlossen, vor allem im Gewölbe war einiges zu tun und es gab Probleme mit Feuchtigkeit. Auch Fenster und Türen wurden ausgetauscht nach den Vorgaben des Denkmalschutzes, erzählt Bernot beim Rundgang. Es geht durch verspielte Räume mit meterhohen Stuckdecken und antiken Möbeln. 

Der Besucher sieht in Gedanken schon die feiernde Hochzeitsgesellschaft, doch Bernot bremst. „Wenn man hier feiern will braucht man auch Zimmer“, sagt er. Die könnten im alten Pferdestall entstehen, aber das dauere noch. 

Bernot hat es offenbar nicht eilig. Das Gesamtensemble soll erst fertig sein. Und nach einer ausgeuferten Party im Obergeschoss mit über 100 zu Rockklängen springenden Gästen und dadurch entstandenen Rissen im Putz an den Wänden eine Etage tiefer hat Bernot keine Lust auf Schnellschüsse, wie er erzählt. Als Kulisse für einige Klassik-Konzerte diente das Haus inzwischen bereits wieder.

Als nächstes sollen sich Planer mit der Küche im Gewölbekeller beschäftigen. Die Vorbesitzer betrieben hier ein Restaurant. Das kann sich auch Bernot hier wieder vorstellen – wie so vieles. 

Aufwändige Sanierung der Nebengebäude: Altes muss erhalten bleiben

Ein fertiges Gesamtkonzept fehlt noch für das Herrenhaus und die Nebengebäude: eine alte Försterei, ein alter Pferdestall und das Fachwerkhaus, das einst als Kornspeicher diente. In das Mauerwerk haben Bernots Handwerker eine Horizontalsperre zur Abdichtung eingebaut. Das Gebälk und Dach mit den Gauben wurde denkmalgerecht saniert, auch das Fachwerk – in mosaikartiger Feinarbeit. „Das Alte musste erhalten bleiben“, erklärt Bernot. Bei den Fenstern suche er mit dem Denkmalschutz noch nach einem Kompromiss. 

In der alten Försterei könnte eine Wohnung entstehen, nebenan stellt sich Bernot Tagungsräume vor. Im alten Pferdestall, der unter den Vorbesitzern auch schon als Gastrobetrieb mit Tanzfläche genutzt wurde, kann er sich eine Taverne vorstellen oder einen großen Veranstaltungssaal für Konzerte. Auch das Fachwerkhaus sei vielfach nutzbar, es könnte sogar dreigeteilt werden mit den vorhandenen Eingängen, erzählt Bernot. 

Für Kunsthandwerker etwa. Das habe er auch schon bei anderen Gütern gesehen. Alles ist noch offen. Zunächst wolle er die Gebäude „auf einen Stand bringen“, sagt Bernot. Dann könne er sie Interessenten und möglichen Investoren vorstellen. Auf keinen Fall wolle er voreilig Geld versenken für einen fehlgeplanten Innenausbau.

Bernot: "Um Geld geht es mir nicht"

Dass die Sanierung solange dauern würde, hatte Bernot nicht gedacht, als er am 8. März 2016 sein Gebot für das Gebäudeensemble im Zuge der Zwangsversteigerung abgegeben hatte: 527 000 Euro. Von innen hatte er die Gebäude da noch nicht gesehen. Trotz aller Überraschungen, die das Gut für ihn bereit hielt, bereut habe er den Kauf bisher nicht, sagt Bernot. „Ich freue mich jeden Tag herzufahren“, sagt er. Bernot lebt in Bosau (Kreis Plön), im Herrenhaus hat er sich ein Büro eingerichtet. „Es ist schön zu sehen, wie es jeden Tag ein bisschen voran geht.“

Um Geld gehe es ihm bei dem Projekt nicht. „Ich habe genug Geld gemacht in meinem Leben“, sagt Bernot, der 45 Jahre im In- und Ausland für die Firma Minimax im Einsatz gewesen war, ein Anbieter von Brandschutzeinrichtungen. Dass er aus seinen Kontakten aus damaliger Zeit einen Nutzer finden könnte, hält Bernot auch noch für möglich. „Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.“

Mehrere Millionen Euro hat die Sanierung des Herrenhauses und seiner Nebengebäude in Seedorf gekostet. Nach drei Jahren gibt es deutliche Fortschritte. Ein kleiner Rundgang in Bildern.

Die Kommunalpolitik war sich einig: Das Jugendzentrum von Bad Bramstedt soll um ein Jugendcafé erweitert werden. Nun hat CDU-Fraktionschef Stefan Brumm Bedenken: Damit werde das Juz nicht barrierefrei, was für ein öffentliches Haus inakzeptabel sei. Der Anbau muss möglicherweise verschoben werden.

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