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Segeberg So kam Eintracht Segeberg in Not
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17:59 14.02.2020
Von Jürgen Brumshagen
Eintracht Segeberg ist angeschlagen. Den Sportverein belasten ungeklärte finanzielle Unregelmäßigkeiten sowie ein Mitgliederschwund.  Quelle: Christian Detlof
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Bad Segeberg

Die Scheidung zwischen dem Sportverein Eintracht Segeberg und dem SC Rönnau 74 wurde zum 30. Juni 2018 vollzogen. Die Fußball-Spielgemeinschaft hatte sechs Jahre im Nachwuchsbereich und drei Spielzeiten bei den Männern sportlich erfolgreich zusammengearbeitet. Dann kündigte der Rönnauer Vorstand den Vertrag. Aus Partnern, die vertrauensvoll miteinander umgingen, waren zu diesem Zeitpunkt Rivalen geworden, die sich gegenseitig misstrauisch beäugten.

SCR 74 stellte Strafanzeige

Um einer möglichen Beschädigung des eigenen Vereins vorzubeugen, ging der SCR 74 so weit, die Segeberger anzuzeigen. Der Vorwurf: Es sollen der Stadt Bad Segeberg und dem Kreis gefälschte oder überhöhte Abrechnungen von Übungsleiter-Entschädigungen vorgelegt worden sein. Auf Initiative eines Vorstandsmitglieds der Eintracht wären Trainerstunden mit dem Namen eines lizenzierten Coaches abgezeichnet worden, die dieser gar nicht geleitet hätte. Dafür wären bei der Eintracht entsprechende Zuschüsse eingegangen.

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Akten von Eintracht Segeberg beschlagnahmt

Ende Oktober 2018 waren Polizei und Staatsanwaltschaft Kiel unterwegs, um sowohl im Rathaus von Bad Segeberg, beim Kreis, dem Kreissportverband, im Büro der Eintracht und beim SC Rönnau Akten aus dem Zeitraum Juli 2015 bis Juni 2018 zu beschlagnahmen. Als Begründung nannte die Staatsanwaltschaft „einen Anfangsverdacht auf Betrug“. Die Ermittlungsbehörden gingen damals von einem möglichen Vermögensschaden zum Nachteil des Kreises Segeberg und der Stadt Bad Segeberg im unteren vierstelligen Bereich aus.

Eintracht Segeberg muss Fördergeld zurückerstatten

Bis heute sind die Untersuchungen nicht abgeschlossen. Aber es zeichnet sich ab, dass die Vorwürfe teilweise begründet sein dürften. Das wird vom Vorstand des auf 300 Mitglieder geschrumpften Sportvereins eingeräumt, der quasi „freiwillig“ insgesamt 5 000 Euro zurückgezahlt hat. Eine Summe, die bei weitem nicht reicht. Weil bei einer einzigen Verfehlung innerhalb eines Abrechnungszeitraums das komplette Fördergeld rückerstattet werden muss, hat Eintracht Segeberg vom Kreis eine Zahlungsaufforderung in Höhe von 20 400 Euro erhalten. Die identische Summe wird die Stadt dem Verein demnächst in Rechnung stellen.

Lesen Sie auch: Eintracht Segeberg - Angeschlagen, aber nicht am Ende

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