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Segeberg Im Januar ziehen die ersten Mieter ein
Lokales Segeberg Im Januar ziehen die ersten Mieter ein
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19:22 26.12.2018
Lange hat es gedauert, aber nach vielen Schwierigkeiten, dürfen die ersten Mieter im Januar einziehen in die barrierefreie Wohnanlage in Garbek. Quelle: Nadine Materne
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Garbek

Noch ist das Gebäude eingerüstet, am Dach sind noch die Zimmerleute dabei, die letzten Dachleisten anzubringen. Die Geräusche einer Schleifmaschine hallen über das Gelände am Ortsrand. Drinnen werden die ersten Wohnungen bezugsfertig gemacht, Küchen eingebaut, tapeziert. Der Elektriker bringt die Steckdosen und Lichtschalter an. Am Fenster im Flur steht ein kleiner Weihnachtsbaum. Eigentlich war geplant, dass die ersten Mieter ihr Weihnachtsfest im neuen Gebäude feiern können. Das hat nicht ganz geklappt, die Abnahme ist erst im Januar, berichtet Projektleiterin Almut Wardin vom Architekturbüro Moss und Meier bei der Begehung der Baustelle. Die Betroffenen kommen solange in einer Ferienwohnung unter.

Manche Mieter sitzen seit Jahren auf gepackten Kisten

Einer von ihnen ist Rolf Rösch. Der 65-Jährige hat seine Wohnung in Bad Segeberg zum Jahresende gekündigt und freut sich auf den Umzug nach Garbek. „Ich bin Ur-Garbeker“, erzählt er. 2014 hörte er von dem Genossenschaftsprojekt, inzwischen kann er es kaum noch abwarten zurück aufs Land zu ziehen. Bei einem spotanen Besuch auf der Baustelle löchert er Wardin mit Fragen: Die Küche kommt noch? Steckdosen auch? Wie lang muss die Gardinenstange sein? Wird die Terrasse noch zum Einzug fertig? Mit der Terrasse wird es nichts mehr bis zum Einzug Mitte Januar, aber der Rest wird klappen, versichert Wardin ihm.

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14 Wohnungen – zwischen 48 und 78 Quadratmetern Größe – sind in Garbek entstanden auf drei Geschossen. Und während einige zukünftige Bewohner seit einigen Jahren auf gepackten Kartons sitzen und immer an die Idee geglaubt haben, haben doch viele Garbeker dem Projekt den Rücken zugekehrt. „Im Dorf haben wir über die Zeit viel Rückhalt verloren“, bilanziert Almut Wardin. Immerhin ist die Idee, im Dorf alt werden zu können in einer seniorengerechten Wohnanlage schon von 2009. Enthusiastisch wurde damals eine Wohnungsbaugenossenschaft gegründet. Doch irgendwann ging es nicht weiter. Zwischendurch seien zwei Drittel der Genossenschaftsmitglieder abgesprungen, erinnert sich Wardin

Das Problem sei die Finanzierung gewesen. „Den Banken war das Risiko zu hoch“, sagt Wardin. Zu ländlich sei die Gegend für das einst mit 1,95 Millionen Euro geplante Projekt. Durch Preissteigerungen liegen die Baukosten nun bei 2,3 Millionen. Auch die Hürden für eine Förderung seien zu hoch gewesen. Verlangt wurde eine zu hohe Eigenkapitalquote und eine 100-prozentige Vermietung. Das konnte die kleine Genossenschaft nicht bieten. „Wir zeigen nun aber allen, dass wir es doch geschafft haben“, betont Wardin. Die Anzahl der Genossenschaftsmitglieder sei wieder gestiegen. Man sei gut aufgestellt. Aber es sind auch noch sieben Wohnungen frei.

Wohnen nur für Genossenschaftsmitglieder

Jeder, der in der Wohnanlage leben möchte, muss 15 Anteile zu je 1000 Euro halten. Dazu kommt eine Miete von 9,50 Euro pro Quadratmeter. „Wir wissen, dass das relativ viel ist für Garbek“, sagt Wardin. Wegen des geringen Eigenkapitals habe sich die Genossenschaft für höhere Mieten zur Finanzierung des Bauwerks entschieden. Dafür gebe es in jeder der barrierefreien Wohnungen aber eine Einbauküche, Fußbodenheizung, einen Balkon und Glasfaseranschluss. Zu jeder Wohnung gehört ein Keller, es gibt einen Fahrstuhl im Haus, zählt Wardin auf. Außerdem gehören zwei Terrassen zum Gemeinschaftsbereich. Das Gebäude mit Blick ins Grüne auf zwei Seiten steht fußläufig zum Gemeindehaus, es gibt auch einen Laden im Dorf.

Wer Interesse hat an der Genossenschaft und mit dem Gedanken spielt, dort einzuziehen, kann sich bei den Vorstandsmitgliedern Walter Höfs (Telefon: 04559/1359) oder Wolfgang Hagen (04559/287) informieren oder auf der Internetseite www.wohnpark-lindenstrasse1.de.

2009 wurde die Idee einer barrierefreien Wohnanlage für Senioren in Garbek geboren. Viele Hürden verzögerten die Umsetzung. Im Januar soll der Bau endlich fertig werden.

Von Nadine Materne

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