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Segeberg Wird Bad Bramstedt wieder abgehängt?
Lokales Segeberg Wird Bad Bramstedt wieder abgehängt?
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17:06 23.01.2019
Von Einar Behn
Die A7, hier in Höhe der Anschlussstelle Bad Bramstedt, ist eine der Entwicklungsachsen im Landesentwicklungsplan. Die geplante A20 wird ebensolche Achse. Quelle: Einar Behn
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Bad Bramstedt

Der Landesentwicklungsplan von 2010 soll ab 2020 für zehn weitere Jahre fortgeschrieben werden. Die Gemeinden aber auch Bürger können bis zum 17. April dazu Stellung nehmen.  Das Innenministerium hat dazu im Internet (www.bob-sh.de) einen Entwurf veröffentlicht, zu dem die Gemeinden aber auch einzelne Bürger bis zum 17. April Stellung nehmen können. Ein Blick auf die vom Ministerium veröffentlichte Karte zeigt: Für Bad Bramstedt bleibt alles beim Alten. Trotz der deutlich gestiegenen Einwohnerzahl – bei der jüngsten Erhebung Ende Juni 2018 waren es 14.323 – soll die Stadt ein Unterzentrum in der Region bleiben. Damit bekommt sie zwar Sonderzuweisungen vom Land, um Aufgaben für das Umland wahrzunehmen, jedoch könnten es deutlich mehr sein, wenn die Stadt als „Unterzentrum mit Teilfunktionen von Mittelzentren“ eingeordnet würde. 

Bad Bramstedt will Funktionen eines Mittelzentrums

SPD-Fraktionssprecher Jan-Uwe Schadendorf sagt: „Bad Bramstedt muss unbedingt auf diese höhere Einstufung bestehen.“ Dabei geht es nicht nur um Finanzzuweisungen, sondern auch um Entwicklungsmöglichkeiten. Das Designer-Outlet-Center in Neumünster hätten die Investoren ursprünglich in Bad Bramstedt an der Autobahn 7 geplant, erinnert sich Schadendorf. „Wir bekamen aber keine Genehmigung, weil solche Einrichtungen in Unterzentren nicht zulässig sind.“ 

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In der Mitte von Neumünster und Kaltenkirchen

Aber die höhere Einstufung durchzusetzen, wird schwierig. Bad Bramstedt liegt ziemlich genau in der Mitte vom Oberzentrum Neumünster und dem Mittelzentrum Kaltenkirchen. Beide Orte sind rund 15 Kilometer entfernt. Das Landesplanungsamt war schon bisher der Auffassung, dass die Region damit gut versorgt ist. 

Immerhin gibt es aber nicht mehr das in den Neunzigerjahren für Bad Bramstedt besonders ärgerliche Entwicklungsachsenkonzept entlang der Autobahn 7, das in Kaltenkirchen seinen Endpunkt fand. Der Landesentwicklungsplan sieht nunmehr die Autobahnen generell als Entwicklungsachsen. Bad Bramstedt liegt damit sogar an zwei solcher Achsen: der A7 und der geplanten A20. Jedoch Gewerbe direkt an den Autobahnen anzusiedeln, sieht die Landesplanung nicht vor. Hier sind vor allem erhaltenswerte Grüngürtel eingeplant. Und dass Bad Bramstedt nicht dem Ordnungsraum III, dem Hamburger Umland, zugeordnet wird, dürfte größere Gewerbeansiedlungen ebenfalls erschweren.

Schadendorf mahnt zur Eile: Die Anhörungsfrist läuft bereits seit dem 18. Dezember und bisher hat es noch keine Beratungen zu dem Thema gegeben. „Wir müssen aufpassen, dass wir für das nächste Jahrzehnt nicht wieder abgehängt werden“, so der SPD-Politiker.

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