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Segeberg Firmen stehen Schlange
Lokales Segeberg Firmen stehen Schlange
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17:11 21.08.2018
Von Einar Behn
Das Umspannwerk liegt mitten auf der Wiese, die Gewerbegebiet werden soll. Unter den Hochspannungsleitungen darf nicht gebaut werden. Quelle: Einar Behn
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Bad Bramstedt

Am Montagabend hatte der Planungs- und Umweltausschuss die Stellungnahmen von Behörden, Firmen und Verbänden erörtert. Stadtplaner Martin Stepany von der AC-Planergruppe Itzehoe hatte die Eingaben ausgewertet. Die größten Probleme bereiten ihm die Umweltauflagen. „Die Firmen müssen das Oberflächenwasser auf ihren Grundstücken reinigen und dosiert ableiten“, so Stepany. Die Auen seien nach längeren Regenfällen nicht mehr aufnahmefähig.

Da das Gewerbegebiet dicht bebaut werden soll, müssen alleine 50.000 Quadratmeter ökologische Ausgleichsflächen entstehen. 60 Prozent der einzelnen Grundstücke dürfen durch Gebäude ausgefüllt werden. Das Lager der Asklepios Kliniken soll sogar bis zu 18 Meter hoch und 100 Meter lang werden. Weil auf der Wiese das Grundwasser hoch steht, muss das Areal um einen Meter aufgeschüttet werden. Die Stadt übernimmt das jedoch nur für die öffentlichen Flächen, die Firmen müssen selbst für die Aufschüttung ihrer Grundstücke sorgen. Bauamtsleiter Erich Dorow sieht darin keinen Hinderungsgrund für Firmen, sich in Bad Bramstedt niederzulassen. Der Grundstückspreis soll sich dem Vernehmen nach auf rund 50 Euro pro Quadratmeter belaufen.

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Anwohner sind wenig begeistert

Als nächster Schritt wird der Plan nun öffentlich im Rathaus ausgelegt, sodass jeder Bürger auch Stellungnahmen dazu abgeben kann. Die Anwohner vom Siggenweg, der südlich an das geplante Gewerbegebiet grenzt, sind wenig begeistert. Einer davon, der frühere Ortsnaturschutzbeauftragte Dr. Maximilian Schäffler, kritisierte in der Einwohnerfragestunde die Informationspolitik der Stadt. Wichtige Unterlagen seien für die Bürger nicht auf der Internetseite der Stadt einsehbar. Die Anwohner wollen sich auch im weiteren Anhörungsverfahren äußern.

Nach der öffentlichen Auslegung könnte dann im Dezember der Aufstellungsbeschluss des Bebauungsplanes von der Stadtverordnetenversammlung gefällt werden. Dann kann mit den Erschließungsarbeiten begonnen werden.

Die Schleswig-Holstein Netz AG hat angekündigt, ihr Umspannwerk zu verlegen. Es stört vor allem wegen der Hochspannungsleitungen, die quer über das Gebiet verlaufen und unter denen aus Sicherheitsgründen nicht gebaut werden darf.

Klaus-Ulrich Tödter 21.08.2018
Gudrun Ehlers 20.08.2018
Sylvana Lublow 20.08.2018