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Segeberg Eine von Gottes geliebter Gurkentruppe
Lokales Segeberg Eine von Gottes geliebter Gurkentruppe
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09:49 03.07.2019
Von Gunnar Müller
Jannike Grosstück wurde in ihr Amt als Pastorin auf Lebenszeit eingeführt. Quelle: Gunnar Müller
Kaltenkirchen

„Bis Samstag dachte ich noch – warum soll ich nervös sein? Ich kenne ja alle.“ Und es kamen viele: Ihr Mann Lars mit Söhnchen Marten, ihr Chef, der Propst, hielt eine Rede; Susanne Steenbuck bedankte sich für die Stadt, aus der Gemeinde waren etliche gekommen, um bei „ihrer“ Pastorin zu sein. Genau deswegen aber der Vergleich mit ihrer Hochzeit. „Normal feiere ich Gottesdienst an Sonntagen oder zu bestimmten Festen. Dieses Mal aber ging es um mich“, sagt sie immer noch ein bisschen berührt. Und dennoch habe sie „Ja“ gesagt – lebenslang Pastorin.

Christen sind weiterhin hörbar

„Wer hört heute auf mich als Pastorin?“, fragte sie am Sonntag in ihrer Predigt. Wer höre noch heute die Christen? Austrittszahlen steigen, an Nachwuchs mangele es, die gesellschaftliche Relevanz scheine zu sinken, aber: „Ich glaube, es hören uns mehr, als wir manchmal denken.“ Auf dem Abschlussgottesdienst des Kirchentags wurde aus dem biblischen Dreiklang „Glaube, Liebe Hoffnung“ das moderne Motto von „Gottes geliebter Gurkentruppe und Glaube, Liebe, Currywurst“. Das aber bedeute: „Diese Gurkentruppe sind wird alle, nicht perfekt und trotzdem geliebt.“

Kirche als Hobby

Nichts zeichnete anfangs ab, dass die 32-Jährige einmal Pastorin sein würde – erst als Jugendliche ließ sie sich taufen: „Ich war mal Weihnachten in der Kirche, vielleicht auch mal Ostern.“ Das änderte sich dann mit der Konfirmation, „weil halt jeder andere in Hamburg Volksdorf das auch war“. Seitdem war Kirche ihr Hobby. Grosstück arbeitete mit bei Kindergruppen und Konfi-Camps: „Zehn Tage Zelten in Dänemark fand ich damals sehr überzeugend.“ Aber die Vorstellung, dieses Hobby auch zum Beruf zu machen, hatte sie da noch nicht: „Ich konnte in der Schule nicht mal ein Referat halten – und dann sollte ich auf eine Kanzel?“ Außerdem waren Pastoren in ihrer jugendlichen Vorstellung vor allem eines: alt und männlich.

Grosstück wollte Welt retten

Nach ihrem Abitur studierte Grosstück in Hamburg ein Semester lang Geographie. „Ich hatte bei ’Jugend forscht’ mitgemacht, wollte unbedingt so etwas machen wie der Klimaforscher Mojib Latif.“ Aber die Realität holte sie schnell auf den Boden. Statt die Welt zu retten, paukte sie nur Formeln. Über eine Freundin schließlich fand sie den Weg zur Theologie. „Mein Vikariat habe ich dann in Trittau absolviert“, so die 32-Jährige. Im Anschluss könne man sich an das Kirchenamt mit Ortswünschen wenden. „Da mein Mann in Hamburg arbeitet, war uns von vornherein klar, dass es nur in der Umgebung sein kann.“ Und so fiel die Wahl auf Kaltenkirchen.

Zustimmung auf beiden Seiten

„Nach dem Examen ist man dann im Probedienst und nach drei Jahren kann ein Kirchengemeinderat entscheiden, ob der Pastor oder die Pastorin bleiben sollen.“ – Im Fall von Jannike Grosstück sogar vier Jahre, da sie wegen ihres Sohnes durch Elternzeit und Mutterschutz ein Jahr pausiert hatte. Und auch wenn Grosstück bereits seit 2015 in Kaltenkirchen war, musste sich die Pastorin auf „ihre“ eigene Stelle bewerben, vom Kirchengemeinderat gewählt und diese Entscheidung dann bei einem Gottesdienst abgekündigt werden. Ein langes Verfahren für zwei Parteien (Kirche hier – Grosstück da) die sich längst füreinander entschieden hatten. „Mein Sohn geht hier in Kaltenkirchen in eine Kita, ich habe mich hier eingelebt und für meinen Mann ist das ideal zum Pendeln.“ Der hat einen komplett anderen Beruf in der Finanzbranche.

Auch eine Pastorin braucht Feierabend

„Zum Glück ist mein Mann kein Pastor! Ich brauche auch andere Perspektiven und selbst als Pastorin mal so etwas wie Feierabend“, sagt Grosstück mit einem Lächeln. In einigen Wochen erwarten Grosstücks weiteren Nachwuchs, dann wird sie als Pastorin wieder pausieren – und einfach mal nur Mama sein.

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