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Segeberg Jung und Alt demonstrieren gemeinsam
Lokales Segeberg Jung und Alt demonstrieren gemeinsam
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17:54 25.08.2019
Von Heinrich Pantel
Jung und Alt marschierten am vergangenen Freitag gemeinsam für mehr Klimaschutz durch Henstedt-Ulzburg. Quelle: Heinrich Pantel
Henstedt-Ulzburg

Organisiert wurde die Demonstration von einer Ortsgruppe, die sich sowohl bei „Fridays for Future“ als auch bei „Parents for Future“ engagiert. Bevor die Demo sich in Bewegung setzte, umriss Kaatje Dürrfeld für das Organisationsteam den Hintergrund des gemeinsamen Anliegens. Dabei fragte sie: „Was haben die Menschen in den letzten 50 Jahren erreicht?“ Zu ihrer umgehend gelieferten Antwort gehörte, dass bei allem technischen Fortschritt gleichzeitig viel von der Natur zerstört worden sei. Die Henstedt-Ulzburgerin klagte an: „Immer regiert das Geld!“ Geld aber könne nicht atmen. Die 41-jährige Mutter von zwei Kindern kündigte an: „Heute werden wir unbequem.“ Es werde nicht die letzte Demonstration zum Schutz der Natur sein. Dann bat sie alle, die sich zum Mitgehen eingefunden hatten, freundlich und friedlich zu bleiben.

Mit lauten Parolen durch die Straßen

Vom Alstergymnasium zog der Tross der Demonstranten über die Beckersberg-, Jahn-, und Reumannstraße bis zur Hamburger Straße. Weiter ging es über Bahnbogen und Kirchweg ein zweites Mal durch die Hamburger Straße, bis das Ziel erreicht war: der Rathausplatz. Unterwegs stimmte Kaatje Dürrfeld über ihr Megaphon Schlachtrufe an. Jung und Alt stimmten ein: „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut!“ Andere Parolen lauteten: „Ohne Bäume keine Träume“ – „Beschütz’ mit uns die Welt, dann bist du unser Held!“ – „Rettet mit uns die Pole, dann ist nicht nur dem Eisbär wohle!“ Das Anliegen des Protestzuges unterstrichen auf Plakate geschriebene Parolen: „Ich will kein Plastik-Meer“ – „Wir sind jung und brauchen die Welt“ – „Kinder haften für ihre Eltern“ – „Keep the sea plasticfree“ – „Stoffwindel, eine Tonne Müll pro Kind vermeidbar“.

Autofahrer gab sich entspannt

Als die Polizei zum ersten Mal in der Hamburger Straße den Fahrzeugverkehr stoppte, wartete Uwe Eimers in seinem Auto an der Spitze einer langen Schlange auf die Weiterfahrt. Um einen Kommentar gebeten, meinte der Henstedt-Ulzburger: „Ich bin entspannt, habe Feierabend. Aber ein paar Minuten wegen einer guten Sache zu warten, das ist okay. Brasilien – mit der Brandrodung des Regenwaldes - zeigt ja, dass wir dabei sind, gegen die Wand zu fahren.“

Im Kirchweg legte der Demonstrationszug einen Stopp ein. Kaatje Dürrfeld reichte dem 14-jährigen Marten Gegalski und der drei Jahre jüngeren Melina Adler ihr Megaphon. Die Jugendlichen trugen vorbereitete Texte vor, deren Tenor der gleiche war. Das Mädchen betonte: „Das Klima ist an einem Kipppunkt. Wir müssen versuchen, schnell etwas zu ändern, um die weitere Klimaerwärmung aufzuhalten.“ An praktischen Ratschlägen fehlte es nicht. Die Schülerin appellierte daran, öfter Fahrrad zu fahren, anstatt das Auto zu benutzen. Es gelte, auf umweltfreundliche Energien zu setzen und Verpackungsmüll zu vermeiden. Nicole Adler, die Mama, gehörte zu denjenigen, die in vordersten Reihe den Demonstrationszug anführten. Auch Monika Adler, die Oma, ging vorne mit. Zur Forderung der Enkelin, jeder könne einen Beitrag zum Schutz des Klimas leisten, bekräftigte sie: „Das muss mehr werden.“

Bürgermeister verschlug es die Sprache

Von der geplanten Demonstration in Henstedt-Ulzburg hatte auch der Ellerauer Dieter Möller erfahren. Der 76-Jährige bot seine Hilfe an, machte bei der Vorbereitung mit, begleitete als Ordner den Gang durch die Straßen und ergriff bei der abschließenden Kundgebung das Wort. Dabei prangerte er an, dass für Stromerzeugung durch Kohle Tausende Menschen umgesiedelt und zu Flüchtlingen gemacht wurden. Der Senior sagte, umweltfreundlicher Strom sei im Überfluss vorhanden. Der müsse nur sinnvoller genutzt werden. Sehr deutlich wurde Möller bei der Macht des Geldes: „Globaler Kapitalismus funktioniert für eine wohlhabende Elite.“ Er funktioniere nicht für Skavenarbeiterinnen in Indien oder Bangladesch, nicht für Umwelt und verseuchte Böden. Es müsse Schluss sein mit ungehemmtem Konsum und grenzenlosem Wachstum.

Am Ende gesellte sich auch Bürgermeister Stefan Bauer zu den Demonstranten. Anlässlich der Größe der Kundgebung und der einfallsreichen Ideen der Teilnehmer räumte er bewundernd ein: „Es hat mir die Sprache verschlagen.“ Kaatje Dürrfeld stellte zufrieden fest: „Es hat viel Arbeit gemacht, aber es hat sich gelohnt.“ Die Demo für den Schutz des Klimas in Henstedt-Ulzburg solle nicht die letzte gewesen sein.

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