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Segeberg Vorbildliche Aktion im "Da Franco"
Lokales Segeberg Vorbildliche Aktion im "Da Franco"
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10:49 03.09.2019
Von Heinrich Pantel
Francesco Pioppo (Mitte) hatte im „Da Franco“ zu italienischem Essen eingeladen. Bürgervorsteher Hans-Jürgen Scheiwe (links) und Bürgermeister Hanno Krause übernahmen als Servicekräfte die Bedienung. Quelle: Heinrich Pantel
Kaltenkirchen

26 Personen folgten der Einladung. Sie ließen sich ein klassische Nudelgericht aus der italienischen Küche schmecken. Bürgervorsteher Scheiwe und Bürgermeister Krause guckten zwischendurch an den Tischen vorbei und erkundigten sich ganz professionell, ob es schmecke, ob alles in Ordnung sei oder ob noch etwas zu trinken gewünscht werde. Nicht alle Gäste wussten sofort, dass zwei prominente Vertreter der Stadt ihnen das Essen und die Getränke brachten. Nachdem es sich aber doch herumgesprochen hatte, wurde voller Anerkennung kommentiert: „Toll!“ oder „Das machen die super.“

Grundsicherung reicht für das Nötigste

Viel Lob bekam auch der Wirt. Eine Rentnerin bemerkte: „Das ist eine super Idee. Ich kann mir sonst keinen Restaurantbesuch leisten.“ Der Tenor der Gespräche war stets der gleiche, wenn es darum ging, mit staatlicher Hilfe über die Runden zu kommen. Die Grundsicherung reiche für das Nötigste. Für Spielraum sorge die Tafel, wenn mit deren Angebot zu Hause der überwiegende Bedarf an Verpflegung abgedeckt werden könne. Ein Gast sagte: „Wir müssen alles wegen der immer sehr begrenzten Haltbarkeit schnell verarbeiten, aber das machen wir natürlich gerne, wenn man die Ware schon geschenkt bekommt.“ Dass die stets von guter Qualität sei, wurde besonders hervorgehoben. Dankbar waren alle dafür, dass über die Tafel ein leckeres und kostenfreies Essen in gepflegter Atmosphäre spendiert wurde.

Armut kann jeden treffen

Schnell wurde mehr erzählt. Einige berichteten, wie sie erst krank geworden waren, dann ihre Arbeit verloren hatten und anschließend ohne familiäre Hilfe in Not gerieten. Eine Seniorin verriet: „Ich war über 40 Jahre verheiratet. Dann ließ ich mich scheiden.“ Wegen des Kindes habe sie vieles lange erduldet, sogar häusliche Gewalt. Am Ende war zu hören: „Jetzt bin ich alleine und arm – aber glücklich.“ An den falschen Partner geraten, Pech gehabt oder auch Fehler gemacht – die genannten Gründe drängten den Schluss auf, Armut könne jeden treffen, und das schneller als vielleicht gedacht.

Francesco Pioppo meinte dazu: „Auf der Welt leben viele Menschen in großer Not. Wenn ich etwas spende, weiß ich nicht, ob diejenigen es auch bekommen, für die das Geld gedacht ist.“ Bei den eingeladenen Gästen sehe er, dass er den Leuten eine Freude bereitet habe. Und das freue auch ihn.

Signalwirkung für andere Aktionen

Bürgervorsteher Scheiwe kommentierte: „Ich würde mir wünschen, dass das Nachahmer findet.“ Bürgermeister Krause pflichtete ihm bei: „Wenn diese Aktion eine Signalwirkung hat und andere Wirte ihr folgen, wäre es schön.“ 

Für den Vorstand des Tafel-Vereins begleiteten Karla Röttger und Ingrid Lamaack das Essen im „Da Franco“. Sie freuten sich: „Das ist eine tolle Sache; alle sind zufrieden.“ Beide Frauen sind regelmäßig mehrere Stunden in der Woche im ehrenamtlichen Einsatz, um bedürftigen Menschen aus Kaltenkirchen und den umliegenden Ortschaften zu helfen. Beide betonten, dass die Tafel dringend weitere Unterstützung benötige. „Wir brauchen gerade Männer, um Ware abzuholen.“

Ausgegeben werden die Lebensmittel in der Werner-von- Siemens-Straße 6. Telefonische Auskunft gibt es unter Telefon 04191/955474

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