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Segeberg "Ich möchte den Großen Karl kaufen"
Lokales Segeberg "Ich möchte den Großen Karl kaufen"
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19:04 12.07.2019
Von Klaus-Ulrich Tödter
"Es ist mein Traum, das Hochhaus Großer Karl zu kaufen und zu verschönern." Valeri Spady, Vorstandsvorsitzender Deutsche Finanzkontor AG Quelle: Klaus-Ulrich Tödter
Kaltenkirchen

Bürgermeister Hanno Krause hat dabei bereits spontan seine Hilfe zugesagt. „Ich unterstütze alle Aktivitäten, die zu einer Verbesserung der dortigen Wohnverhältnisse und der Optik führen.“ Vor allem die Außenfassade müsse nach seinen Worten dringend in Angriff genommen werden. Der Verwaltungschef glaubt allerdings, dass die Verhandlungen mit den derzeitigen Eigentümern sehr schwierig werden könnten.

Das 14-geschossige Hochhaus mit 126 Wohnungen im Flottmooring mit dem Spitznamen „Großer Karl“ gilt als Problemgebäude. Als es noch einem Geschäftsmann aus der Nähe von Elmshorn gehörte, verwahrloste es immer mehr, Sachbeschädigungen waren fast an der Tagesordnung. Und diverse Male wurde Feuer gelegt.

Iranische Eigentümer schwer erreichbar

Bürgermeister Krause hatte es sich zu einer seiner ersten Aufgaben nach seiner Amtsübernahme gemacht, die Verhältnisse dort zu verbessern. 2012 wurde das Hochhaus an eine Gesellschaft veräußert, hinter der zwei iranische Geschäftsleute stecken. Mit ihnen in Kontakt zu treten, sei nicht ganz einfach, erklärt Krause.

So blieb auch eine schriftliche Anfrage der Segeberger Zeitung, ob sich die Eigentümer einen Verkauf überhaupt vorstellen könnten, unbeantwortet.

Hinter dem möglichen Erwerber, dem Deutschen Finanzkontor, verbirgt sich ein Finanzdienstleiter mit 18 Filialen im ganzen Bundesgebiet, der auf Immobilieninvestments spezialisiert ist. Nach Spadys Angaben werden 350 Angestellte bundesweit beschäftigt, davon 100 in der Kaltenkirchener Hauptverwaltung. So habe das Immobilienumsatzvolumen 2018 bei rund 60 Millionen Euro gelegen. „Im nächsten Jahr wollen wir die 100-Millionen-Euro-Marke überschreiten“, so der Vorstandsvorsitzende selbstbewusst.

Prestigeprojekt am Krückaupark

Zum Unternehmen gehören eine Vielzahl von Tochterunternehmen, wie zum Beispiel die DFK Bau, die rund 150 Mitarbeiter beschäftigt und gerade neue Räume in der Borsigstraße in Kaltenkirchen bezogen hat. Sie ist zurzeit an vielen Stellen in Kaltenkirchen mit dem Bau von Eigentumswohnungen beschäftigt. Ihr Prestigeobjekt am Krückaupark, insgesamt neun Mehrfamilienhäuser, geht der Vollendung entgegen. Der erste Bauabschnitt mit drei Blocks und 83 Wohnungen ist fertig. Ebenfalls drei Blocks umfasst der zweite Bereich. Hier entstehen 63 Wohnungen, die alle bereits verkauft sind. Zwei Blocks davon sind ebenfalls fertig, die Arbeiten am letzten sollen in diesem Jahr abgeschlossen sein.

Gut 90 Wohnungen in drei Gebäuden gehören zum dritten Bauabschnitt, mit dem bereits begonnen wurde. „Im Sommer des kommenden Jahres soll dann alles fertig sein. Bis auf fünf Wohnungen sind alle anderen schon verkauft“, freut sich Spady, der von rund 40 Millionen Euro Investitionssumme spricht.

75 freie Wohnungen im Angebot

Begonnen hat die DFK Bau am Funkenberg 31. Dort befanden sich vor Jahren einmal eine Kohlenhandlung mit Sägewerk, später ein Bauunternehmen. Zuletzt war das Gebäude heruntergekommen und diente als Wohnhaus. Es wurde abgerissen und machte Platz für 26 Eigentumswohnungen. „Auch die haben wir bereits alle vermarktet“, sagt Spady: „Ebenfalls verkauft sind alle 24 Wohnungen Am Ehrenhain,“ Dort entsteht auch ein Mehrfamilienhaus.

Die DFK baut nicht nur Objekte und verkauft sie dann hauptsächlich an Investoren, sondern mietet sie von diesen bis zu zehn Jahren zurück. „Wir vermieten sie dann über eine eigene Gesellschaft weiter. So hat der Investor kein Risiko“, erklärt der DFK-Vorstandsvorsitzende. Zurzeit habe sein Unternehmen 75 freie Wohnungen in der Stadt im Angebot.

Bürgermeister achtet auf Umsetzung der Pläne

Und es sollen noch mehr werden, denn Spady plant ein weiteres großes Investment an der Süderstraße. Dort wollte der Kaltenkirchener Geschäftsmann Salih Cete mit seiner Firma Süd Living über 120 Wohnungen bauen. Ein erster Block, in dem auch Sozialwohnungen vorgesehen sind, ist im Bau. Die andere Hälfte des Grundstücks hat Cete inzwischen aber an die DFK verkauft. Auf dem Gelände waren ein viergeschossiger Bau mit Staffelgeschoss sowie ein siebengeschossiger Eckturm vorgesehen.

Der Kaufvertrag bedarf allerdings noch der Zustimmung durch die Stadt, die für einen solchen Fall ein Rückkaufsrecht hat. Für Krause ist wichtig, dass der neue Käufer auf dem Grundstück realisiert, was geplant und bereits genehmigt wurde. „Wir haben mit Herrn Spady deshalb ein Gespräch vereinbart, wo wir das alles klären werden“, kündigte der Bürgermeister an.

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