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Segeberg SPD-Chef Rönsch hört auf
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09:27 01.02.2020
Von Klaus-Ulrich Tödter
Nach zehn Jahren im Amt kandidiert Eberhard Rönsch bei der Mitgliederversammlung in diesem Monat nicht erneut für den SPD-Vorsitz in Kaltenkirchen. Quelle: Klaus-Ulrich Tödter
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Kaltenkirchen

„Zehn Jahre im Amt sind genug. Aber wenn die Genossen wollen, arbeite ich noch gerne im Vorstand als Beisitzer mit", sagt Rönsch. Als Rönsch den Vorsitz des Ortsvereins von Gottfried Geist übernahm, kostete ihn das Amt schon bald viel Kraft. Denn da ging es um seinen damaligen Parteifreund und Bürgermeister Stefan Sünwoldt, der im Mai 2011 nach langem Streit als erster Verwaltungschef in Schleswig-Holstein durch die Bürger abgewählt wurde.

Sünwoldt-Affäre kostete Kraft

Da seien im Vorfeld viele unfaire Sachen auf den Tisch gekommen und „einiges war unter der Gürtellinie“, blickt Rönsch zurück. Vor der Abwahl sei er sogar von einem Stadtvertreter angegangen worden. Der habe ihn auf dem Wochenmarkt gepackt, geschüttelt und gefragt: „Wie können sie diesen Mann nur unterstützen?“ Das sei wirklich sehr unschön gewesen, so der scheidende Vorsitzende. Als Sünwoldt dann abgewählt wurde, habe ihn die SPD bei der anschließenden Bürgermeister-Neuwahl, zu der er dann erfolglos wieder antrat, nicht mehr unterstützt, denn das Votum der Bürger sei damals eindeutig gewesen. „Aber das ist alles Geschichte.“

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Einen unschönen Fall konnte Rönsch in seiner Amtszeit nicht mehr zu den Akten legen. Wegen parteischädigendem Verhalten war das Mitglied Peter Engel vor rund zwei Jahren vom SPD-Kreisschiedsgericht aus der Partei ausgeschlossen worden. Dagegen hatte Engel vor dem Landesschiedsgericht Widerspruch eingelegt, das darüber bis heute nicht entschieden hat, so dass er noch immer Teil des Ortsverein sei.

Durchschnittsalter gesenkt

Unabhängig davon blickt Rönsch aber zufrieden auf seine Amtszeit zurück. Als er anfing, hatten die Sozialdemokraten im Ort 64 Mitglieder. „Ende 2019 waren es 88 und damit mehr als im größeren Henstedt-Ulzburg.“ In Kaltenkirchen sind die Sozialdemokraten damit gleich stark mit der CDU, die davor bei den Mitgliedszahlen immer die Nase vorn hatte. Der SPD-Vorsitzende freut sich auch, dass das Durchschnittsalter seiner Genossen in seiner Amtszeit von 65 auf 55 Jahre gesunken ist. Und trotz der schwierigen Lage der Bundes-SPD habe man zuletzt auch Zulauf von jüngeren Leuten. „Das ist sehr positiv“, sagt der Noch-Parteichef.

Eine-Welt-Laden schließt

Das liege sicherlich auch daran, dass man auch abseits der Fraktionsarbeit aktiv sei, zahlreiche Arbeitsgruppen gebildet habe. Zudem seien Kaltenkircher SPD-Mitglieder sowohl auf Kreis- als auch auf Landesebene politisch tätig. „Wir machen auch moderne Öffentlichkeitsarbeit über Instagram sowie Facebook und arbeiten als Ortsverein eng mit der Fraktion zusammen“, so Rönsch, der während seiner gesamten Amtszeit nie Stadtvertreter war. „Ganz bewusst“, wie er unterstreicht. So habe er sich besser auf den Vorsitz konzentrieren können.

Rönsch ist auch Mitglied der Fair-Trade-Initiativgruppe und hilft ehrenamtlich beim Sozialkaufhaus sowie im Eine-Welt-Laden in den Räumen der Volkshochschule (VHS) aus. Doch der Laden wird zum Ende des Quartals auf Wunsch der neuen VHS-Leiterin Dr. Karen Strehlow geschlossen, weil er ihrer Ansicht nach nicht ins VHS-Konzept passe. „Schade“, so Rönsch: „Ich kann nicht sagen, ob wir an einem anderen Ort weitermachen können, oder das Projekt beendet ist.“

Eberhard Rönsch trat 1972 in seiner Heimatstadt Kiel in die SPD ein. Bevor er in Rente ging, war er im Controlling bei der Shell tätig. Er ist verheiratet, Vater dreier erwachsener Kinder und vierfacher Opa. Neben der Politik zählt das Joggen zu seinen Hobbys.

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