Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Segeberg Kündigung wegen Betriebsratswahl?
Lokales Segeberg Kündigung wegen Betriebsratswahl?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:02 26.03.2019
Von Nicole Scholmann
Die Gewerkschaft Verdi wirft den Stadtwerken Kaltenkirchen vor, eine Betriebsratswahl zu behindern. Quelle: Christophe Gateau
Anzeige
Kaltenkirchen

Die Stadtwerke Kaltenkirchen, die zu den Städtischen Betrieben der Stadt gehören, seien in Schleswig-Holstein ein absoluter Sonderfall, da sie der einzige kommunale Energieversorger ohne gewählten Betriebsrat sei. Das teilte Verdi-Gewerkschaftssekretär Andreas Wübben mit. „Die Beschäftigten haben sich deshalb mit der Bitte um Unterstützung bei der Wahl eines Betriebsrats an uns gewandt“, erklärte Wübben. „Wir haben unter dem Aspekt einer vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen Arbeitgeber und Gewerkschaften Bürgermeister Hanno Krause vorab über die beabsichtigte Betriebsratswahl informiert. Am nächsten Tag hat dann ein langjährig Beschäftigter ohne Angaben von Gründen die Kündigung erhalten und musste sofort seinen Arbeitsplatz räumen“, berichtet der Gewerkschafter.

Aufsichtsrat wusste von nichts

Aus allen Wolken fiel Kurt Barkowsky (CDU), der den Aufsichtsrat der Städtischen Betriebe anführt, als er von den Vorwürfen hörte. „Die Behauptung darf so nicht im Raum stehen“, betonte er auf Nachfrage der Segeberger Zeitung. Er habe erst von Bürgermeister Krause von dem Verdi-Schreiben erfahren und wunderte sich zunächst nicht nur über die Behauptungen der Gewerkschaft, sondern auch, dass er als Aufsichtsratsvorsitzender nicht angeschrieben worden sei. Der Bürgermeister ist zwar Mitglied im Aufsichtsrat, hat aber nach Auskunft der Verwaltung keinen direkten Einfluss auf Einstellungen und Kündigungen des Personals.

Dass einem Mitarbeiter der Stadtwerke gekündigt worden sei, habe andere Gründe, die bereits im vergangenen Jahr zur Abmahnung des Mitarbeiters geführt hätten. Anfang des Jahres habe der Betroffene laut Nimz eine zweite Chance erhalten – sie aber nicht genutzt. Ihm sei daraufhin nichts anderes übrig geblieben, als den Mitarbeiter freizustellen und die Kündigung auszusprechen, um Schaden von den Stadtwerken abzuwenden.

Arbeitnehmer haben ein Recht auf einen Betriebsrat

Nimz habe nach eigenen Angaben nicht gewusst, dass der Mitarbeiter Verdi-Mitglied sei. Auch der Vorwurf, die Geschäftsführung wolle so einen Betriebsrat verhindern oder die Mitarbeiter einschüchtern, lässt Nimz nicht gelten. „Der Vorwurf ist an den Haaren herbei gezogen und fast schon bösartig“, sagte er. Einen Betriebsrat zu wählen sei das Recht der Arbeitnehmer. Auch Barkowsky betonte, dass die Mitarbeiter ein Anrecht auf eine Vertretung hätten.

26.03.2019
Gerrit Sponholz 26.03.2019