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Segeberg Wie geht es der Ü60-Generation?
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20:13 12.04.2019
Von Sylvana Lublow
Monika Toft (63, links) und Irmgard Rabitz (78) fühlen sich beim Spielenachmittag im Kaltenkirchener Bürgerhaus wohl. Quelle: Sylvana Lublow
Kaltenkirchen

Um die Belange der Ü-60er kümmert sich seit 1985 der Seniorenbeirat der Stadt Kaltenkirchen. Er besteht aus 20 Mitgliedern, zehn gewählten und zehn Delegierten aus Politik, Kirche und gemeinnützigen Vereinen.

Seit 2009 ist Klaus Stuber der Vorsitzende. Er kennt vielleicht nicht alle 5400 Senioren in Kaltenkirchen, aber eine Menge von ihnen. Denn der 75-Jähirge ist umtriebig. Neben dem Seniorenbeirat ist er unter anderem ehrenamtlich aktiv im Lions Club und Vorsitzender des Fördervereins Patientenbetreuung und Gesundheitspflege Kaltenkirchen. Er sagt: „Für Senioren ist Kaltenkirchen gut ausgestattet.“

Wohnraum:

Vor allem an Wohnraum mangele es ihnen nicht. Neben vier Senioren-Pflegeheimen und drei Anlagen für betreutes Wohnen werden demnächst noch zwei weitere Wohnhäuser für seniorengerechtes Wohnen fertig: an der Hamburger Straße, Ecke Brauer Straße und am Bahnhof. „Wir sind ganz gut versorgt“, sagt Stuber: „aber wir haben festgestellt, dass die meisten älteren Menschen lieber in ihren eigenen vier Wänden alt werden wollen.“ Was ihm auch auffällt, ist, dass die Senioren mehr im Zentrum wohnen wollen. Nur könnten sie sich nicht alle die höheren, teils hohen Mieten leisten.

Altersarmut:

Altersarmut sei auch in Kaltenkirchen ein Thema, aber ein nicht ganz so großes. Neben der Tafel gibt es noch andere Aktionen, mit denen den Ärmeren geholfen werde. „Das Weihnachtshilfswerk kümmert sich hauptsächlich um alte Menschen in Pflegeheimen, aber auch die Lions kümmern sich seit rund drei Jahren um die Belange der älteren armen Menschen“, sagt der 75-Jährige.

Einkaufsmöglichkeiten:

Einkaufen können die Senioren fast alles im Zentrum der Stadt. Supermärkte, Discounter, Drogerien, Bekleidung, Apotheken, Buchhandlung, Bäcker gibt es ausreichend. Auch der Ohlandpark hat ein großes Angebot an Geschäften – und der ist jetzt auch wieder mit dem Stadtbus erreichbar. „Allerdings ist es in Kaltenkirchen schwierig für inhabergeführte Geschäfte“, hat Stuber beobachtet.

Freizeitaktivitäten:

Dank der vielen Vereine kann Kaltenkirchen mit einem breiten Freizeitangebot für Senioren punkten. Sport, Spiele, Ausfahrten, Reisen, Chöre, Ehrenamt – langweilig dürfte es den Kaltenkirchener Senioren nicht werden. Spielenachmittage gibt es gleich mehrere, so bietet die VHS bereits seit Jahrzehnten jeden Donnerstag Nachmittag einen im Bürgerhaus an. Im Schnitt 30 Senioren nehmen jede Woche daran teil. Außerdem gibt es Spielenachmittage von der Seniorenunion, den Tausendfüßlern und dem DRK.

Was fehlt:

„Kultur fehlt in Kaltenkirchen“, das steht für Klaus Stuber fest: „Wer Theater und Konzerte besuchen will, muss nach Hamburg fahren, das machen auch viele, aber nicht jeder hat das Glück, noch mobil zu sein. Auch ein Kino würden sich viele hier wünschen.“ Stuber habe dafür aber auch kein Patentrezept: „Es müsste sich rechnen. Uns fehlt ein kultureller Magnet. Der Seniorenbeirat wäre auf jeden Fall bereit, daran mitzuwirken.“

Grundsätzlich:

„Die Stadtentwicklung hat in den letzten zehn Jahren nicht nur junge Leute angelockt sondern ist auch den älteren gerecht geworden“, findet Klaus Stuber. Die Verwaltung und die Politik hätten dazu beigetragen, die Stadt für ältere Menschen lebenswert zu machen. „Uns geht’s hier gut“, sagt Stuber, der deswegen aber nicht die Hände in den Schoß legen will: „Die Stadt darf nicht stehen bleiben, sie muss sich weiter entwickeln. Stagnieren heißt Rückschritt.“

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