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Segeberg Zoff um Sozialbroschüre der CDU
Lokales Segeberg Zoff um Sozialbroschüre der CDU
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07:02 25.04.2018
Von Lutz Timm
Der CDU-Fraktionsvorsitzende Hans-Jürgen Scheiwe und sein Stellvertreter Hauke von Essen (links) bei der Vorstellung des „Wegweisers für Beratung und soziale Angebote“ Anfang April. Quelle: Georg Grommes
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Kaltenkirchen

Sie fordert die Stadt auf, die Verbreitung zu untersagen. Gegenwind gab es dafür vom Verfasser Hauke von Essen.

Inspiration fand die CDU in Henstedt-Ulzburg

5000 Exemplare der knapp 30-seitigen Broschüre will die CDU in die Briefkästen werfen und an Wahlkampfständen verteilen. Der Inhalt: rund 20 verschiedene Informations- und Beratungsstellen samt Kontaktinformation und Angebotsbeschreibung. Die Idee zu dem Wegweiser habe man in der Nachbargemeinde Henstedt-Ulzburg gefunden.

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Sabine Schaefer-Maniezki schreibt in einer E-Mail ans Büro des Bürgermeisters, die auch an die beschriebenen Verbände und Einrichtungen sowie mehrere Medien gegangen ist, dass die Bevölkerung mit der Aktion „hinters Licht“ geführt werde. Die CDU betreibe Wahlkampf mit einer Broschüre, die sie als „ihr eigenes Werk anpreise“, jedoch vollständig an die vor rund 20 Jahren erstellte Schrift „Rat & Hilfe“ des Sozialen Arbeitskreises angelehnt sei. Das sei „unredlich“. Die CDU-Schrift sei „völlig überflüssig, weil es sie schon seit mehr als 20 Jahren gibt“.

Unterschiede und Gemeinsamkeiten in den Ratgebern

Der kritisierte Verfasser Hauke von Essen weist die Vorwürfe zurück. „Die Quellen sind im Vorwort benannt, ich spiele mit offenen Karten“, sagt der CDU-Politiker auf Nachfrage. Falls Informationen aus der Henstedt-Ulzburger Broschüre ursprünglich aus Kaltenkirchen stammen sollten, habe er davon nichts gewusst. Den Ratgeber des Sozialen Arbeitskreises kenne er bislang nicht.

Ein Vergleich der beiden Broschüren zeigt, dass sich die Beschreibungen einiger Beratungsstellen wörtlich entsprechen, andere wiederum stark unterscheiden. Zudem unterscheiden sich die Schriften auch insgesamt im Aufgebot der vorgestellten Beratungsstellen.

Sylvana Lublow 25.04.2018
Gerrit Sponholz 24.04.2018
Einar Behn 24.04.2018