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Segeberg Schülerinnen programmieren mit Lego
Lokales Segeberg Schülerinnen programmieren mit Lego
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17:37 24.03.2019
Von Gunnar Müller
Vanessa Bluhm (links) und Lena Jahnke (rechts) hören den Tipps von Stephan Kämmerer zu. Quelle: Gunnar Müller
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Kaltenkirchen

Wie greift ein Roboter? Was sind Sensoren? Programmierkenntnisse haben in einer zunehmend digitalisierten Wert eine fundamentale Bedeutung für die künftige Arbeitswelt. Daraus entstand der Gedanke des Pilotprojekts der „Ladys Challenge“, das in der Kaltenkirchener Stadtbücherei durchgeführt wurde. Je acht Schülerinnen aus den sechsten Klassen der Gemeinschaftsschule am Marschweg und der Dietrich-Bonhoeffer-Schule aus Kaltenkirchen konnten sich einen Tag lang in der „Welt der Robotik“ ausprobieren.

Wandelnde Berufswelt

Mervie Vernal von der Agentur für Arbeit in Elsmhorn, begleitete das Pilotprojekt nicht ohne Hintergedanken: „Uns ist klar, dass nicht alle Mädchen aus dem Projekt später Maschinenbauerinnen werden wollen.“ Aber immer mehr Berufe hätten höhere Ansprüche an Technik und Logik. „Da muss man nicht unbedingt Bock auf Mathe haben.“ Die Arbeitswelt verändere sich total. Berufe, die es vielleicht in wenigen Jahren gebe, seien noch nicht erfunden, noch keine klare Ausbildung geregelt.

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Mehr Mädchen für MINT-Fächer

Flugtaxi oder Drohnen, die Pakete ausliefern – all das werde in nicht allzu ferner Zukunft Wirklichkeit. Dann würden Menschen gesucht, die entsprechende Maschinen konstruieren können. Genau daher sollte der Ansatz, Mädchen für die MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) zu begeistern, vorangebracht werden – bei späteren Projekten könnten aber auch Jungs mitmachen, so Vernal.

Eigenständiges Tüfteln

Sechs Stunden lang tüftelten und programmierten die Schülerinnen dann in kleinen Teams – mit Lego-Bausteinen. Dass sich mit diesen viel erfinden lasse, zeigte Carola Steinhoff, zertifizierte Trainerin der Lego-Education-Academie. Lego-Education ist mehr als Klötzchen aufeinander bauen, Raumschiffe oder kleine Zirkuswelten zu erschaffen. Für die Benutzung der kleinen Klötzchen wurde ein Lernkonzept erarbeitet – auch für weiterführende Schulen. „Wofür könnten Roboter eine Hand brauchen?“, fragte Steinhoff die Mädchen, um so zu deren Tagesaufgabe überzuleiten. Zur Verfügung gestellt hatte die Ausrüstung das Bad Bramstedter Unternehmen Kiga.

Am Nachmittag saßen die Mädchen im Halbkreis und präsentierten stolz ihre Ergebnisse. Ein Überraschungsei wanderte dabei von einem automatischen Greifarm zum Greifarm einer anderen Gruppe. Sensoren lösten aus, so dass sich der Mini-Lego-Greifer in Gang setzte, es piepte und leise schnurrte das Band des Greifers, mit dem sich die „Zange“ schloss. 

Geglückte Premiere

Eigentlich sind viele Schülerinnen hier schon alte Lego-Bau-Hasen. „Die meisten Lego-Kisten bei uns verschwinden in meinem Zimmer“, sagte Fiona Günther mit einem Augenzwinkern. Sie überlege nun, ob sie sich nicht noch etwas zusätzlich kaufen solle. Und Vanessa Bluhm fand es „total cool, dass auch Mädchen was mit Technik machen“. Eine Kamera und vielleicht ein Mikrofon möchte sich auch Mia Biethan für ihre eigenen Lego-Projekte anschaffen. „Wir wollen uns auf jeden Fall wiedertreffen“, sagte sie für ihre Bau-Gruppe. 

Am Ende der kleinen Übung hatten die „Ladys“ ihre Challenge, ihre Aufgabe, allesamt in viel kürzerer Zeit als erwartet gemeistert und bekamen als kleines Dankeschön: noch mehr Lego zum Bauen und Programmieren. 

23.03.2019
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